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Evangelische Kirche
Bayerischer Landesbischof stellt sich hinter Homo-Paare
- 22. Juli 2013 2 Min.

Heinrich Bedford-Strohm ist seit November 2011 Chef der evangelisch-lutherischen Kirche in Bayern
In der Debatte um die Anerkennung von gleichgeschlechtlichen Beziehungen verteidigt der evangelische Landesbischof von Bayern die Gleichwertigkeit von homosexuellen Beziehungen.
Heinrich Bedford-Strohm, der Landesbischof der evangelisch-lutherischen Kirche in Bayern, hat in einem von der Landeskirche auf Youtube veröffentlichten Video erklärt, dass die Ehe das Leitbild bleibe, aber nicht auf die traditionelle Mann-Frau-Beziehung eingeengt werden dürfe. Der 53-Jährige sagte, dass sich Homosexuelle ihre sexuelle Orientierung nicht aussuchten und daher die gleichen christlichen Maßstäbe angewandt werden sollten wie für Heterosexuelle: "Der entscheidende Punkt ist, dass da, wo Menschen gleichgeschlechtlich zusammenleben […], genau das gleiche gelten muss wie bei der Ehe auch – nämlich dass sie verbindlich miteinander leben."
Wenn Homosexuelle heiraten wollten, sei dies ein gutes Zeichen: "Es kann uns nichts besseres passieren, als wenn Menschen, die in solchen Lebensgemeinschaften leben, das für sich als erstrebenswertes Ziel sehen, dass sie sich nicht wechselseitig fallen lassen, sondern mit dieser Verbindlichkeit leben". Dieses Streben sei "im besten Sinne biblisch".
Bedford-Strohm stellte sich damit hinter die vor einem Monat von der EKD veröffentlichten Orientierungshilfe "Zwischen Autonomie und Angewiesenheit – Familie als verlässliche Gemeinschaft stärken". Darin bezeichnet die evangelische Kirche erstmals homosexuelle Beziehungen als "gleichwertig" mit heterosexuellen Ehen (queer.de berichtete). Bei Evangelikalen und Katholiken war die Orientierungshilfe auf Kritik gestoßen. Sie halten die Gleichbehandlung von Schwulen und Lesben für eine Abwertung der heterosexuellen Ehe.
"Lebenslange Verbindlichkeit" auf "moderne Formen" der Familie übertragen
Landesbischof Bedford-Strohm beharrte darauf, dass die Orientierungshilfe die heterosexuelle Ehe nicht abwerte. Intention sei gewesen, die biblisch geforderte "lebenslange Verbindlichkeit" auch auf "moderne Formen" der Familie zu übertragen. "Letztlich geht es darum, solche Wertmaßstäbe so breit wie möglich in der Gesellschaft zu verankern", so Bedford-Strohm.
Innerhalb der 20 evangelischen Landeskirchen gibt es in Deutschland Streit darüber, ob Homosexuelle gleich behandelt werden sollen. So sind in mehr als der Hälfte der Landeskirchen Segnungen von homosexuellen Paaren möglich. In konservativen Landeskirchen werden Pfarrer aber sogar gefeuert, wenn sie in einer gleichgeschlechtlichen Partnerschaft zusammenleben (queer.de berichtete). (dk)















Schön, dass es auch noch vernünftige Menschen gibt, die Liebe über Hass stellen.