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Einzelkommentar zu:
Bayerischer Landesbischof stellt sich hinter Homo-Paare


#27 sperlingAnonym
  • 23.07.2013, 12:28h
  • Antwort auf #20 von goddamn liberal
  • ein interessanter gedanke, das mit dem "partner als ware".

    ich sehe das mit der eheöffnung ja bekanntlich auch eher als ein zweischneidiges schwert. problematisch finde ich nicht mal, dass das viele leute wollen und schon gar nicht, dass sich viele dafür einsetzen, dass die rechtliche gleichstellung vorankommt. alles gut und schön, da werfe ich mich nicht in den weg.

    problematisch ist für mich vor allem, dass das konzept "ehe" sich offenbar immer noch nicht ganz von seinem anspruch auf allgemeingültigkeit gelöst hat. von diesem konzept geht immer noch eine unschöne normierende energie aus (wenn ich es mal so pseudo-esoterisch formulieren darf), nach meinem gefühl sogar mit steigender tendenz. langjährige treue partnerschaften sind zu einem schwulen statussymbol geworden. wer das gar nicht anstrebt, der muss sich heute dafür rechtfertigen oder bemitleiden lassen.

    "ehe für alle!": es ist sicher ein bisschen paranoid, aber doch nicht so völlig abwegig, wenn man da einen gewissen bedrohlichen unterton heraushört. einige beiträge auch hier im forum bestätigen ganz gut, dass die monogame zweierbeziehung von vielen immer noch als das gleichsam natürlich angelegte beziehungsoptimum verkauft wird. als universelle norm für alle. one size fits all.

    und da geht es dann nicht mehr darum, eine option für die ehewilligen zu öffnen. eine norm ist nämlich das genaue gegenteil einer option.

    endgültig inakzeptabel wird es für mich, wenn ich spüre, dass von mir erwartet wird, meine eigenen politischen bedürfnisse hintanzustellen, weil angeblich irgendwer beschlossen hat, dass die eheöffnung jetzt für alle schwulen oberste priorität haben müsse.

    die frage ist für mich: können wir die option zur eheschließung wirklich erhalten, ohne die norm der lebenslangen monogamen zweierbeziehung automatisch mit einzukaufen?

    wenn ja, wie können wir das schaffen?
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