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Einzelkommentar zu:
Bayerischer Landesbischof stellt sich hinter Homo-Paare


#37 SmileyEhemaliges Profil
  • 23.07.2013, 14:49h
  • Antwort auf #23 von anonymus
  • Es hat in der Geschichte der Menschheit hunderte, wenn nicht tausende verschiedene Kulturen und Völkerschaften gegeben, einige gibt es noch heute, einige nicht mehr, einige sind neu dazugekommen. Beispielhaft erwähnt seien die Sumerer, die antiken Griechen, die römische Republik, das römische Imperium, die Khoi-San, die Zulu, Maya oder Azteken.

    Sie alle haben höhere spirituelle Wesenheiten verehrt oder verehren sie noch. Man kann diese Wesenheiten die Geister der Ahnen, die Dämonen der belebten und unbelebten Natur nennen, Götzen oder Götter. Menschen brauchen das offenbar, denn es gibt in der Kulturgeschichte keine Kultur ohne wenigstens ein solches höheres spirituelles Wesen. Meistens, viel hilft viel, gibt es in menschlichen Kulturen und Zivilisationen mehrere Götter. Warum es diese Götter gibt, warum Menschen ein starkes Bedürfnis nach spiritueller Erfahrung haben, weiß ich nicht.

    Was ich aber weiß ist daß es keine zwei identischen Götter gibt. Selbst wenn zwei Kulturen einander sehr ähnlich sehen oder sogar untrennbar zusammengehören, selbst wenn ihre Gottheit den gleichen Namen trägt, so bedeutet sie im individuellen Kontext jeweils dem einen das eine und dem andren das andere. Schlicht gesagt, Athene ist dem Athener der klassischen Antike eine andere Göttin als dem Spartaner, der immerhin auch ein Hellene ist. Der Gott Deiner Bibel ist ein noch erheblich weiteres Feld.

    Nun wollen uns die Priester glauben machen daß jeweils die von ihnen gepredigte Gottheit oder Religion die einzig seligmachende und unumstößliche Wahrheit ist. Wäre das richtig, so müßte es dann wohl tausende allein seligmachende und unumstößliche, ja absolute Wahrheiten geben.

    Das geht aber nicht. Sofern es überhaupt eine absolute Wahrheit gibt, kann es nur eine davon geben.

    Welche ist das? Und mit welcher Begründung?

    Ich bin eher ein Freund der relativen Wahrheiten, des Meßbaren und Berechenbaren. Denn interessanterweise haben uns drei Jahrhunderte Aufklärung und Naturwissenschaft ein ganzes Stück Weges weiter gebracht als, sagen wir mal, fünfzehn Jahrhunderte Christentum. Böse formuliert ist das Brotwunder bei dem Jesus fünftausend speiste mit ganzen fünf Brotlaiben nicht ganz so beeindruckend wie die Leistungen von Norman Borlaug, Phytopathologe und Genetiker, der mE. völlig zurecht als der "Retter einer Milliarde Menschen" bezeichnet wird.

    en.wikipedia.org/wiki/Norman_Borlaug

    Das hat Borlaug nicht nur mit Beten, sondern vor allem mit Anwendung der naturwissenschaftlichen Methodik geschafft.

    So steht es mit allen Dingen die unseren heutigen Alltag erst ermöglichen.

    Und eben diese Muslime haben vom 7. bis zum 15. Jahrhundert, zum Teil noch darüber hinaus, die Chemie, die Agrarwissenschaften, die Astronomie, die Mathematik, die Philosophie, die Rechtswissenschaften, die Physik, die Medizin, die Botanik usw usw usw, mehr bereichert und entwickelt als es die Christen von Konstantin dem Großen bis Galileo getan haben. Wir haben ihnen viel zu verdanken.

    Ich glaube nicht daß die Naturwissenschaft jemals so etwas wie "Wahrheit" erzeugen wird, denn aus fundamentalen philosophischen Gründen ist ein absolut richtiges Weltbild vermutlich unmöglich. Ich glaube allerdings daß so eine absolute Wahrheit auch gar nicht notwendig ist. Den menschlichen Geist eher behindert als fördert, ein Klotz ist am Bein.

    Übrigens, mein Liebling, wenn Du Deine Bibel so ernst nimmst und so vehement durchsetzen willst, wie bitte vereinbarst Du dann Deine Homosexualität mit Deinem Glauben?

    Du bist doch homosexuell, oder?
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