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Gesundheitsbehörde warnt
London: Wegen Partydrogen mehr HIV-Infektionen unter Schwulen?
- 25. Juli 2013 2 Min.

Gehört Crystal Meth zum schwulen Sex wie Nippelklemmen oder Butt Plugs?
Die britische Gesundheitsbehörde ist besorgt über den Anstieg der HIV-Neudiagnosen unter Schwulen in der Hauptstadt – und macht Partydrogen für den Trend mitverantwortlich.
Es gebe "anekdotenhafte Hinweise aus Alkohol- und Drogenkliniken in London, dass Drogenmissbrauch unter schwulen Männern zunimmt", erklärte die Gesundheitsbehörde "Public Health England". Insbesondere Crystal Meth, GHB/GBL und Mephedron seien für viele Schwule eine Voraussetzung für sexuelle Beziehungen. Dies treibe die HIV-Infektionszahlen nach oben, ist sich die Behörde sicher.
In London wurden im vergangenen Jahr laut vorläufigen Zahlen 1.720 neue HIV-Infektionen unter Männern, die Sex mit Männern haben, festgestellt. Das sind mehr Neudiagnosen in dieser Gruppe als in ganz Deutschland gezählt wurden und ein Anstieg innerhalb eines Jahres um mehr als 20 Prozent. Zwar sei ein Teil des Anstieges auf die erhöhte Testbereitschaft zurückzuführen. Ein großer Teil ginge aber auch auf Drogen zurück.
Mehr Partydrogen-Konsum beim Sex
"Es gibt eine große Anzahl an Männern, die mit ihrer Sexualität kämpfen und Drogen nutzen, um das Problem zu lösen. Diese Zahl steigt rapide an und die Kultur wird immer chaotischer und gefährlicher", erklärte David Stuart, der Leiter einer Drogenklinik im Statteil Soho gegenüber der Zeitung "Independent". Er erklärte, dass praktisch alle seiner schwulen Patienten Drogen für Sex benutzt hätten.
Das Fachmgazin "Lancet" berichtet zudem von wachsender Kondom-Müdigkeit. So würden HIV-negative Männer HIV-Medikamente von Freunden ausleihen, um sich vor einer Bareback-Party vor einer Ansteckung zu schützen. Es gibt jedoch keine wissenschaftlichen Beweise, die die Effektivität dieser Praxis bestätigen.
In mehreren Studien wurde bereits festgestellt, dass Drogenkonsum unter Schwulen weiter verbreitet ist als in der Durchschnittsbevölkerung. So kam eine schottische Studie im vergangenen Jahr zum Ergebnis, dass 44 Prozent der homo- oder bisexuellen Männer in der vergangenen zwölf Monaten illegale Drogen konsumiert hatten – unter heterosexuellen Männern waren es dagegen nur elf Prozent (queer.de berichtete). (dk)














