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Initiative der Spielergewerkschaft
Seminar gegen Homophobie für Fußball-Profis in England
- 07. August 2013 2 Min.

Das Thema Fußball war dieses Jahr auch beim CSD Brighton allgegenwärtig (Bild: Vicki Burton / flickr / by-sa 2.0)
Alle Fußballprofis aus England sollen künftig die Schulbank drücken, um gegen Homosexuellenfeindlichkeit sensibilisiert zu werden.
Die englische Spielergewerkschaft PFA hat angekündigt, ein 45-minütiges Kurz-Seminar gegen Rassismus und Homophobie für alle Spieler der 92 englischen Vereine aus vier Profi-Ligen anzubieten. Die Veranstaltung hat den Namen "Programm für erfahrene Spieler über Diversity und Gleichbehandlung". Die Spielergewerkschaft hat bereits alle Profivereine angeschrieben und darum gebeten, sicherzustellen, dass alle Profis das Seminar in dieser Saison besuchen. Das Konzept war gemeinsam mit dem nationalen Fußballverband FA ausgearbeitet worden.
Die Veranstaltung soll den Spielern insbesondere aufzeigen, welche Sprache nicht akzeptabel ist, weder in der Öffentlichkeit noch in der Umkleidekabine. Außerdem sollen die Spieler melden, wenn sie Opfer von Mobbing werden oder Zeuge, wenn ein anderer Spieler mit homophoben oder rassistischen Sprüchen beleidigt wird. Jedes Kurz-Seminar soll von zwei Personen geleitet werden, von denen einer ein Ex-Profi sein soll.
Zudem sollen die Spieler gewarnt werden, dass bei neuen Arbeitsverträgen eine Klausel enthalten sein soll, die rassistisches oder homophobes Verhalten als "grobe Verfehlung" bezeichnet. Der Verein hat das Recht, einem Profi bei Verletzung dieser Klausel fristlos zu kündigen.
Diskriminierende Sprache vermeiden
Bei der Veranstaltung sollen Fußballprofis auch eine Liste mit Worten erhalten, die nicht akzeptabel sind. "Das Seminar soll nicht Sticheleien in der Umkleidekabine verbieten, aber die Spieler zum Nachdenken anregen, was sie als Basis für ihre Witze benutzen. So können sie diskriminierende Sprache vermeiden", argumentiert die PFA.
Erst vergangene Woche war eine Liste des Erstligavereins FC Liverpool in den Medien veröffentlicht worden, in dem der Verein alle inakzeptablen Worte aufgezählt hatte (queer.de berichtete). Beim Themenbereich "Sexual Orientation" führte der Verein typische englische Schimpfwörter für Schwule ("poof", "fairy", "fag", "homo") oder Lesben ("lezzer", "dyke") auf. Unter der Punkt "Gender" waren Worte wie "princess", "queen" oder "tranny" gelistet. Diese Liste ist an alle Mitarbeiter des Vereins verteilt worden mit Ausnahme der Spieler.
In England sind in den letzten Jahren immer wieder Spieler wegen homophober Äußerungen vom Fußballverband zu Geldstrafen verurteilt worden – so etwa der spanische U19-Europameister Suso (queer.de berichtete). (dk)














