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Impfempfehlung in Berlin
Meningokokkenimpfung: Klare Regelung zur Kostenübernahme gefordert
- 07. August 2013 2 Min.

In den letzten Monaten waren drei schwule Männer in Berlin an den Folgen einer Infektion verstorben, ein vierter liegt im Koma (Bild: Wiki Commons / Dr. Brodsky / PD US HHS CDC)
Fast zwei Wochen nach Inkrafttreten einer Empfehlung der Berliner Behörden an schwule Männer, sich gegen Meningokokken impfen zu lassen, herrscht noch immer Uneinigkeit in Fragen der Kostenübernahme unter Krankenkassen.
Darauf wies jetzt das Berliner Beratungszentrum Mann-O-Meter hin. "Aus den Berliner Arztpraxen und von den gesetzlichen Krankenkassen erreichen uns widersprüchliche Informationen. Sie reichen von der Möglichkeit der Abrechnung über die Chipkarte, die Kostenübernahme nach Selbstzahlung über Privatrezept bis hin zur Ablehnung der Kostenübernahme", berichtet Geschäftsführer Andreas Sucka.
Nach drei Todesfällen und einigen weiteren Infektionen mit den Bakterien, die zu einer tödlichen Hirnhautentzündung führen können, hatte der Berliner Impfbeirat im Juli eine bis Anfang nächsten Jahres befristete Impfempfehlung ausgesprochen (queer.de berichtete). Anders als Empfehlungen der Ständigen Impfkommission des Robert-Koch-Institutes (wonach sich HIV-Positive übrigens grundsätzlich gegen Meningitis impfen lassen sollten) sind diese aber nicht für Krankenkassen verbindlich.
Coming-out gegenüber der Krankenkasse
"Solch ein uneinheitlicher Umgang mit einer Impfempfehlung mag üblich sein, behindert aber das eigentliche Ziel hinter einer solchen Empfehlung, nämlich die effektive Verhinderung von weiteren Meningokokkeninfektionen, die unter Umständen tödlich verlaufen können", so Sucka. "Hinzu kommt, dass – anders als bei einer Impfempfehlung für Masern, bei der die vom Arzt leicht überprüfbare Angabe, nach 1970 geboren zu sein, genügt – Patienten bei der empfohlenen Meningokokkenimpfung ihre sexuelle Orientierung offenlegen müssen – und zwar nicht nur ihrem behandelnden Arzt, sondern auch ihrer Krankenkasse gegenüber."
Dieses Prozedere sei unzumutbar. "Insbesondere Männer, die nicht offen schwul leben, werden durch die Alternative, sich outen zu müssen oder aber auf den Kosten sitzenzubleiben, von der Impfung abgehalten. Aber auch offen schwul lebende Männer, insbesondere junge Männer, die nach bisherigem Erkenntnisstand besonders gefährdet sind, dürften zögern, sich impfen zu lassen, solange nicht klar ist, wer am Ende für die Kosten aufkommt. Dadurch wird der Geist der Impfempfehlung konterkariert!"
Zur Impfung hatten auch Deutsche und Berliner Aids-Hilfe aufgerufen. Die Verbände bitten zudem, schnell auf mögliche Symtpome zu reagieren. Mehr dazu in den weiterführenden Links. (nb/pm)
Links zum Thema:
» Infos der Aids-Hilfen
Mehr zum Thema:
» Meningitis: Berliner Schwule zur Impfung aufgefordert (18.07.2013)
» Sorge über Meningitis unter Berliner Schwulen (09.07.2013)














