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Streit um Olympische Spiele im homophoben Russland

Stephen Fry vergleicht Putin mit Hitler

  • 07. August 2013 28 2 Min.

Stephen Fry gehört zu den angesehensten Schauspielern in Großbritannien

Wegen der Verfolgung von Homosexuellen in Russland hat der britische Schauspieler den russischen Präsidenten mit dem Nazi-Führer gleichgesetzt.

In einem Offenen Brief an den britischen Premierminister David Cameron und das Internationale Olympische Komittee hat Stephen Fry am Mittwoch eine Verlegung der Olympischen Winterspiele 2014 wegen der homofeindlichen Politik Russlands gefordert. Putin verhalte sich mit seiner Politik wie Adolf Hitler, so Fry weiter.

Die Spiele sollen im Februar nächsten Jahres im Kurort Sotschi stattfinden. Fry fordert: "Haltet die Spiele woanders ab, in Utah, Lillehammer, wo auch immer ihr wollt. Um jeden Preis muss verhindert werden, dass Putin die Zustimmung der zivilisierten Welt erhält". Es dürfe keine Wiederholung der Olympischen Spiele 1936 in Berlin geben.

Der 55-jährige Schauspieler, Moderator, Regisseur und Autor erklärte, Putin wiederhole das "verrückte Verbrechen" aus der Nazi-Zeit, "dieses Mal gegen LGBT-Russen": "Er macht Homosexuelle zu Sündenböcken, genauso wie Hitler es mit den Juden getan hat. Er darf damit nicht durchkommen. Ich weiß, wovon ich spreche. Ich habe Russland besucht und mit dem politischen Vertreter gesprochen, der dieses Gesetz in St. Petersburg eingebracht hat." Fry bezieht sich dabei auf das Treffen mit dem Stadtrat Vitali Milonow im März (queer.de berichtete).

Fry, einer der bekanntesten und beliebtesten Schwulen des Königreichs, appellierte an die Verantwortlichen, nicht wieder tatenlos bei einem solchen Verbrechen zuzusehen.

Kritik am Nazi-Vergleich

Die Äußerungen Frys sind bereits auf Kritik in den Medien gestoßen. So erklärte Brendan O'Neill von der konservativen Tageszeitung "Daily Telegraph", Fry beute den Holocaust aus: "Putin treibt Homosexuelle nicht zusammen, er steckt sie nicht in schreckliche Ghettos und plant, jeden einzelnen hinzurichten, wie es Hitler mit den Juden gemacht hat. Herr Fry beutet das größte Verbrechen in der menschlichen Geschichte aus, um seiner Kampagne gegen Putin etwas mehr Gewicht zu geben."

O'Neill erklärte, dass die Aussagen Frys "extrem beleidigend" für Juden seien. Allerdings hat Fry, Atheist und Humanist, selbst teilweise ungarisch-jüdische Wurzeln. In der TV-Vorfahrenserie "Who do you think you are" verfolgte er Spuren von Familienmitgliedern nach Auschwitz.

Der Hitler-Vergleich ist bereits mehrfach im anglo-amerikanischen Raum in die öffentliche Debatte eingebracht worden. So erklärte der NBC-Showmaster Jay Leno bei einem Interview am Dienstagabend mit US-Präsident Barack Obama, dass die russische Politik an Nazi-Deutschland erinnere (queer.de berichtete).

Erst vergangene Woche hatte der russische Sportminister klargestellt, dass das Gesetz gegen Homo-"Propaganda" auch während der Olympischen Spiele in Sotschi gültig bleibt (queer.de berichtete). Damit können Besucher verhaftet werden, wenn sie etwa Regenbogenfahnen öffentlich mitführen. (dk)

Wöchentliche Umfrage

» Die Diskussion um Olympia 2014 im russischen Sotschi reißt nicht ab. Was denkst Du darüber?
    Ergebnis der Umfrage vom 12.08.2013 bis 19.08.2013

#1 TheDad
  • 07.08.2013, 19:50hHannover
  • Danke für die offenen Worte Mr.Fry..

    Die Frage ist :
    Wo bleiben die offenen Briefe in ähnlichem Tenor der anderen schwulen Persönlichkieten an andere Regierungschef´s ?

    Hoffentlich bekommen wir die in der nahen Zukunft auch noch zu lesen..
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#2 stephan
  • 07.08.2013, 19:54h
  • Fry hat recht! Man muss sich dem neuen Aufblühen dieses Ungeistes mit allen Kräften erwehren.

    "Es dürfe keine Wiederholung der Olympischen Spiele 1936 in Berlin geben."

    Das ist exakt die richtige Perspektive, denn "der Schoß ist fruchtbar noch aus dem das kroch" (Arturo Ui, Bert Brecht)
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#3 stephan
  • 07.08.2013, 19:57h
  • ""Putin treibt Homosexuelle nicht zusammen, er steckt sie nicht in schreckliche Ghettos und plant, jeden einzelnen hinzurichten, wie es Hitler mit den Juden gemacht hat."

    Ach, will die Welt wieder einmal warten, bis es soweit ist? Auch das hatten wir doch schon!
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