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- 08. August 2013 2 Min.

Die katholische Kirche ist in den USA die mächtigste Lobbygruppe gegen Homo-Rechte (Bild: Steven Straiton / flickr / by 2.0)
In den USA will die katholische Kirche eine Wohltätigkeitsorganisation für unterprivilegierte Kinder nicht mehr unterstützen. Grund: Die Gruppe gehört einer homofreundlichen Koalition an.
Die Erzdiözese Chicago hat 20.000 Dollar Zuschuss für die Gruppe "Bikes N' Roses" gestrichen, die Fahrräder für Kinder aus ärmlichen Verhältnissen repariert. Als Grund gab die Kirche laut der Tageszeitung "Chicago Sun-Times" an, dass "Bikes N' Roses" der "Illinois Coalition of Immigrant and Refugee Rights" (ICIRR) angehört, die sich für Einwanderer einsetzt und auch das Recht auf Ehe für Homosexuelle befürwortet. Die ehrenamtliche Gruppe muss damit die Arbeit auf ein Minimum zurückfahren.
Mit der Mitgliedschaft in der Migranten-Organisation verstoße "Bikes N' Roses" gegen eine Vereinbarung mit der Kirche, erklärte ein Sprecher der Erzdiözese. Demnach dürfen die Empfänger der Zuschüsse nicht für politische Themen werben, die der Kirchenlehre entgegenstünden. Neben der Befürwortung von Homo-Rechten verweigert die Kirche auch allen Gruppen Zuschüsse, die sich für Rassismus, Abtreibung oder die Todesstrafe engagieren.
Die ICIRR hatte sich im Mai für die Öffnung der Ehe für Schwule und Lesben im Bundesstaat Illinois eingesetzt, weil damit Einwanderern, die einen amerikanischen Partner haben, das Leben entscheidend erleichtert werde.
Kirche zwang Gruppen zum Austritt aus Migranten-Organisation
Die Erzdiözese hat zehn weitere Gruppen, die Mitglieder in der ICIRR sind, angeschrieben und damit gedroht, ihre Zuschüsse zu kappen. Laut Medienberichten sollen inzwischen fünf der Vereine ihre Mitgliedschaft gekündigt haben.
Pfarrer Richard Hynes, der die Förderprogramme der Diözese überwacht, machte die ICIRR für den Konflikt verantwortlich. Schließlich habe sich die Migranten-Organisation bewusst gegen die Kirche gestellt, als sie ihre Position zur gleichgeschlechtlichen Ehe formulierte.
Die katholische Kirche hat bereits wiederholt damit gedroht, die Arbeit für sozial schwache Gruppe zu verringern oder einzustellen, sollten die Parlamente Homosexuellen mehr Rechte zubilligen. So drohte eine Erzdiözese in Colorado im März damit, keine Adoptivkinder mehr zu vermitteln, sollte das Parlament eingetragene Partnerschaften einführen (queer.de berichtete).
Der New Yorker Kardinal Timothy Dolan, der Chef der amerikanischen Bischofskonferenz, hat zudem im Mai dazu aufgerufen, "mit Worten und Aktionen" gegen Homo-Rechte vorzugehen (queer.de berichtete). Schwul-lesbische Aktivisten kritisierten, dass der Aufruf wenige Tage nach dem Mord an einem Schwulen in New York veröffentlicht worden ist, der aus Homophobie erschossen wurde. Die Kirche legitimiere mit ihren Aufrufen homosexuellenfeindliche Gewalt. (dk)
Links zum Thema:
» ICIRR















"Gut das ich kein Katholik bin und beispielsweise in meiner Landeskirche, der Evangelischen Kirche von Westfalen, gleichgeschlechtiche Paare einen Trauungsgottesdienst in den Kirchen erhalten können, soweit der Ortspfarrer/die Ortspfarrerin einverstanden ist.