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  • 08. August 2013 54 2 Min.

In Russland kann das Zeigen der Regenbogen­fahne als Propaganda gedeutet werden

Die deutsche Bundesregierung zeigt sich über die Situation von Homosexuellen in Russland "besorgt" – laut dem Grünenpolitiker Volker Beck tue sie aber nichts, um die Situation zu verbessern.

"Die Bundesregierung ist besorgt über Berichte von Übergriffen auf Homosexuelle in der Russischen Föderation", heißt es in der am Donnerstag veröffentlichten Antwort des Auswärtigen Amtes auf eine schriftliche Anfrage des Kölner Bundestagsabgeordneten Volker Beck (Grüne). Deutschland habe laut Bundesregierung "wiederholt deutlich gemacht, dass die Achtung von Menschen- und Bürgerrechten Bestandteil von Russlands internationalen Verpflichtungen ist". Das gelte auch für sexuelle Minderheiten.

Mit dieser Antwort gibt sich Beck nicht zufrieden: So lasse die Bundesregierung "Lesben und Schwule, die nach Russland beispielsweise zu den Weltmeisterschaften der Leichtathletik ab kommenden Wochenende reisen wollen, ziemlich allein", erklärte der Geschäftsführer seiner Fraktion. Insbesondere wenn Schwule und Lesben aus Russland hierzulande kein Asyl erhielten, sei das eine "ignorantes Wegducken" von Schwarz-Gelb.

Beck: Deutsche Reisewarnung zu vage


Volker Beck (Grüne)

Ferner kritisierte er die Reisewarnung, die nach wie vor zu "vage" sei. Das Auswärtige Amt schreibt derzeit, dass die "Akzeptanz gleich­geschlechtlicher Partnerschaften" in der Gesellschaft gering sei und "weitere gewalttätige Übergriffe, insbesondere bei öffentlichem Zeigen gegenseitiger Zuneigung" nicht ausgeschlossen werden könnten. Beck: "Besser wäre es, die Bundes­regierung würde deutlich sagen: 'Eure Sicherheit ist nicht gewährleistet'". Der russische Präsident Wladimir Putin habe "Lesben, Schwule und Trans­sexuelle zu Vogelfreien erklärt", so der Grünenpolitiker weiter.

Mit dem Gesetz gegen Homo-Propaganda, das seit Ende Juni in Kraft ist, wurde jede öffentliche positive Darstellung von Homosexualität verboten, angeblich aus Gründen des Jugendschutzes (queer.de berichtete). Ausländer können bei einem Verstoß gegen das vage Gesetz für bis zu 15 Tage in Arrest genommen werden. Dafür ausreichen könnte schon ein Regenbogen-Pin.

Derzeit sind mehrere Demonstrationen gegen die homophobe Politik Russlands geplant. Am 8. September soll ein weltweites Kiss-in vor russischen Botschaften stattfinden (queer.de berichtete). Eine Woche zuvor plant eine Initiative in Berlin eine Demonstration anlässlich der Olympischen Winterspiele 2014 im südrussischen Sotschi. Motto: "Enough is enough – open your mouth" (Mehr Infos hier). (dk)

Wöchentliche Umfrage

» Die Diskussion um Olympia 2014 im russischen Sotschi reißt nicht ab. Was denkst Du darüber?
    Ergebnis der Umfrage vom 12.08.2013 bis 19.08.2013
-w-

#1 BesorgtAnonym
  • 08.08.2013, 16:34h
  • Schön, daß sie besorgt ist unsere Regierung. Ist sie aber nicht. Da sind einige stramm auf Putins Linie! Fragen wir mal Steinbach, Geis, Granold, Reiche, Lammert, Kauder und Co.
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#2 Harry1972
  • 08.08.2013, 16:38hBad Oeynhausen
  • Ach was...sag bloß?

    Wenn die Merkel vor irgendwelchen bibelfesten Homoheilern auftritt und dort reklamiert, daß die Bundesregierung den besonderen Schutz der Ehe will, dann brauche ich nicht so zu tun, als wäre ich jetzt empört, daß die Bundesregierung sich nur schwammig zu den Problemen in Russland äussert.

    Dieser Beck labert doch auch nur.
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#3 RobinAnonym
  • 08.08.2013, 16:40h
  • Hat Schwarz-Gelb sich schonmal jemals für Schwule und Lesben eingesetzt?

    Die können ja noch nicht mal aktiv werden, wenn es hier in Deutschland um unser Leben geht:
    sogar bei diesen Gehirnwäsche-Therapien, die bis zum Tod führen können, sehen Union und FDP keinen Handlungsbedarf.

    Es ist das eine (und schon schlimm genug), uns Gleichstellung zu verwehren. Aber sogar bei Gewalt gegen Schwule und Lesben demonstrativ wegzusehen ist wirklich an Perversität nicht mehr zu überbieten.

    Und dass die FDP sich dann auch noch als homofreundlich hinstellt, ist reine Verarsche, weil die wissen, dass ihre Wähler so dumm sind, darauf reinzufallen.
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