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- 09. August 2013 2 Min.

Die Hamburger Polizei sucht nach Zeugen für eine Gewaltattacke in St. Georg (Bild: calvinbasti / flickr / by 2.0)
In der Hansestadt erschüttern mehrere Gewalt-Attacken die Szene: Eine Transfrau und zwei heterosexuelle Männer, die offenbar für schwul gehalten wurden, sind Opfer brutaler Schläger geworden.
Wie erst jetzt bekannt wurde, kam es beim CSD in Hamburg am Wochenende zu drei Übergriffen aus Homophobie und Transphobie. So wurde ein 27-jähriger Mechaniker in St. Georg brutal zusammengeschlagen, weil er von einem Passanten für schwul gehalten wurde. Er erlitt Blutergüsse am gesamten Gesicht und Schürfwunden. Außerdem wurden ihm vier Schneidezähne ausgeschlagen.
"Gegen Mitternacht wollte ich nach Hause zu meiner Freundin", erklärte er gegenüber der "Bild"-Zeitung. "In St. Georg sprach mich ein Mann mit kurzen, dunklen Haaren an und fragte: Bist du schwul?". Danach könne er sich an nichts mehr erinnern. Passanten fanden den Verletzten im Lohmühlenpark und alarmierten einen Krankenwagen. Das Opfer wurde dann in der Asklepios-Klinik behandelt.
Laut "Hamburger Morgenpost" ist ein 33-Jähriger am Samstag ebenfalls aus Schwulenhass überfallen worden: "Ich bin zwar nicht schwul, feiere aber gerne beim CSD mit. Diesmal war ich mit einer lesbischen Freundin da", sagte er. "Am Ballindamm überfielen mich plötzlich drei junge Männer. Angeblich hätte ich sie provoziert. Danach fehlt mir die Erinnerung."
Das Opfer erlitt schwere Brüche in der Augenhöhle, am Jochbein und am Schlüsselbein. Die Polizei bittet in beiden Fällen Zeugen, sich unter (040) 428 65 67 89 zu melden.
Transfrau zusammengeschlagen

Titelseite der Boulevardzeitung "Hamburger Morgenpost"
Zudem ist in den frühen Morgenstunden des 2. August eine 26-jährige Transfrau am Hans-Albers-Platz von bislang unbekannten Männern beleidigt und zusammengeschlagen worden. Auch ihre Begleiterin wurde angegriffen und verletzt.
Die Bürgerschaftsabgeordnete Kersten Artus (Linke) beklagte am Donnerstag, dass "sich das Opfer in diesem Fall unzureichend von der Polizei unterstützt und ernst genommen" gefühlt hatte. "Es muss aber sichergestellt sein, dass bei Vorfällen von Hasskriminalität die Betroffenen gerade auch in den ersten Minuten nach einem Angriff sensibel und stützend behandelt werden", so Artus. "Hasskriminalität muss konsequent verfolgt werden."
Bereits vor dem Hamburger CSD kam es zu Übergriffen, die offenbar aus Homophobie begangen wurden. So sind vergangene Woche in der Nacht zu Mittwoch die Frontscheiben des Hamburger Magnus Hirschfeld Centrums (mhc) mit Pflastersteinen zertrümmert worden (queer.de berichtete). Am Sonntag zuvor hatte eine Gruppe von jungen Männern hatte in der Nacht gezielt schwule Männer beleidigt, sie mit Scheinwerfern geblendet und mit Elektroschockern bedroht. Mehrere Opfer brachten diese Überfälle zur Anzeige. Als die Polizei im Stadtpark eintraf, waren die Täter jedoch bereits verschwunden. (dk)












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