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Protest gegen russisches Homo-"Propaganda"-Gesetz
Olympia 2014: Boykott, Verlegung oder Protest?
- 11. August 2013 3 Min.

Boykott-Motiv der Russian-Speaking American LGBTQ Association
US-Präsident Barack Obama und der britische Premierminister David Cameron haben sich gegen einen Boykott der Olympischen Winterspiele im russischen Sotschi ausgesprochen. Vom SPD-Abgeordneten Johannes Kahrs kommt der Vorschlag, die Spiele nach Vancouver zu verlegen.
Ein international wirksamer Boykott der Olympischen Winterspiele im Sotschi aufgrund des russischen Gesetzes gegen Homo-"Propaganda" wird immer unwahrscheinlicher. Nach US-Präsident Barack Obama hat sich nun auch der britische Premierminister David Cameron gegen eine solche Maßnahme ausgesprochen. "Wir können Vorurteile besser bekämpfen, wenn wir teilnehmen, als wenn wir die Winterspiele boykottieren", teilte Cameron am Samstag über seinen Twitter-Account mit. Der Premierminister antwortete damit auf eine entsprechende Forderung des britischen Schauspielers und Autors Stephen Fry (queer.de berichtete).
Barack Obama hatte einen Boykott Sotschis bereits am Freitag als "unangemessene Geste" bezeichnet. Der US-Präsident sagte auf einer Pressekonferenz in Washington D.C., er würde es lieber sehen, dass die Sportler aus den USA mit Medaillengewinnen kontern. "Ich würde mich freuen, wenn einige schwule und lesbische Athleten Gold nach Hause brächten."
In Deutschland gewinnt die Diskussion an Schärfe

Schlägt vor, die olympischen Spiele nach Kanada zu verlegen: Johannes Kahrs (SPD)
In Deutschland mehren sich unterdessen einen Monat vor der Bundestagswahl quer durch alle Parteien die Stimmen, die einen Boykott der olympischen Winterspiele fordern. So meinte der CDU-Bundestagsabgeordnete Jens Spahn gegenüber der "Welt am Sonntag", es sei "grotesk, dass die Welt in einem Land zu Gast sein soll, in dem per Gesetz gegen Schwule und Lesben gehetzt wird". Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger hatte bereits in der vergangenen Woche im "Spiegel" öffentlich mit einem Boykott sympathisiert: "Niemand ist zur Teilnahme gezwungen." (queer.de berichtete).
Eine neue Idee brachte jetzt der SPD-Bundestagsabgeordnete Johannes Kahrs ins Spiel. Ein Boykott sei zwar eine Überlegung wert, erklärte der Sprecher der Seeheimer Kreises gegenüber der "Welt am Sonntag", schlug als Alternative jedoch vor ,"die Spiele kurzfristig nach Vancouver zu verlegen oder gar russische Athleten von den Spielen auszuschließen". Das russische Gesetz gegen Homo-"Propaganda" verstoße gegen die Satzung des Internationalen Olympischen Komitees, begründete Kahrs seine Forderung.
Unterstützung erhielt der SPD-Politiker vom parlamentarischen Geschäftsführer der Grünen Volker Beck: "Wenn die Sicherheit von Schwulen und Lesben oder denen, die sich mit ihnen solidarisch zeigen, nicht gewährleistet ist, muss man sich einen anderen Austragungsort überlegen." Für Beck ist ein Olympia-Boykott allerdings "derzeit" das "falsche Signal", er sprach sich stattdessen für "Zeichen des Protestes während der Spiele" aus. Konkrete Vorschläge dazu kamen von Linkspartei-Abgeordneten Barbara Höll: etwa "das Tragen von Regenbogenbuttons aller Sportler, ob homo- oder heterosexuell, bei der Eröffnungsveranstaltung".
Demos gegen russisches Gesetz in Antwerpen und London
In Belgien und Großbritannien kam es am Wochenende zu Demonstrationen gegen das russische Homo-"Propaganda"-Gesetz. So versammelten sich im Rahmen des Gay Prides in Antwerpen rund 300 Menschen zu einem Kiss-Inn vor dem russischen Konsulat. In der britischen Hauptstadt London demonstrierten am Samstag über 1.000 Menschen vor dem Amtssitz von Premierminister David Cameron für einen Boykott der olympischen Winterspiele – laut dem Portal Pink News war dies einer größten Gay-Rights-Proteste der vergangenen Jahre. (cw)















Dieses plumpe durchs Ausgrenzen erziehen wollen, ist nicht besonders hilfreich. Insbesondere wenn es um Sport oder gar Musikereignisse geht. Diese Events sind, waren und bleiben oftmals ein kleines Fenster hinaus in die freie Welt. Ja, auch Hitlers Olympiade 36 brachte so etwas wie eine Pause vom Grauen ein für die von Nazis verfolgten Menschen. Achtsam bleiben, direkte Hilfe und solidarische Unterstützung sind geboten. - See more at:
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