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  • 14. August 2013 28 3 Min.

Werbung für Verka Serduchka in der Moskauer U-Bahn. Ist die Drag Queen nun Propaganda?

Die ukrainische Drag Queen verliert einen hochdotierten Vertrag. Der Staatssender dementiert Berichte, man befürchte einen Gesetzesverstoß.

Hat das russische Fernsehen eine prominente Drag Queen entlassen, weil es befürchtet, ein Performer im Fummel könnte gegen das Gesetz gegen Homo-"Propaganda" verstoßen? Diesen Vorwurf erheben jetzt mehrere russische Zeitungen.

Der ukrainische Entertainer Andrij Danylko, der als Verka Serduchka in Europa vor allem durch seine Teilnahme beim Eurovision Song Contest bekannt wurde, solle demnach nicht mehr in der Sendung "Samstag Nacht" des staatlichen Senders Rossija 1 auftreten dürfen, weil Verantwortliche fürchten, damit "Werbung für nicht traditionelle sexuelle Verhältnisse" zu machen. Das habe ein Insider der Show verbreitet.

Für einen Verstoß gegen das landesweite Gesetz, das Ende Juni in Kraft trat, genügt ein "Aufdrängen von Informationen über nichttraditionelle sexuelle Beziehungen, die Interesse an solchen Beziehungen wecken können". Die "Propaganda" muss im Beisein von Jugendlichen geschehen, was bei Medien regelmäßig gegeben ist. Sie können neben einer Geldstrafe auch mit einer dreimonatigen Zwangspause belegt werden.

Staatssender dementiert


Fans der Drag Queen kritisierten in sozialen Netzwerken, Serduchka habe nie "Werbung" für Homosexualität betrieben

Serduchka hatte die Sendung zusammen mit dem populären Tenor Nikolai Baskow angeführt, der Berichte über seine Homosexualität mit Verweis auf seine Ehefrau dementiert, sich aber in einer Petition gegen das "Homo-Propaganda"-Gesetz in St. Petersburg eingesetzt hatte.

Die Drag Queen war in der Rolle seit Wochen nicht mehr zu sehen. In einer Stellungnahme wies Rossija 1 Vorwürfe zurück. Man habe den halbjährlichen Vertrag bereits vor vier Monaten nicht verlängert, im Rahmen üblicher Überlegungen. Der Star könne aber in Gastauftritten in die Sendung zurückkehren und sei auch für ein Neujahrsspecial angefragt.

Der 39-jährige Danylko hat auf die Berichte bislang nicht offiziell reagiert. Sein Managment bestätigte jedoch, dass der Vertrag nicht verlängert wurde, und sich Verka Serduchka nun auf eine Tour im Herbst vorbereite.

Youtube | Verka Serduchka wurde 2007 beim Eurovision Song Contest in Helsinki Zweiter. Die Nähe von "Lasha Tumbai" zu "Russia Goodbye" war offiziell zufällig...

Homophober Sendermoderator


Der stellvertretende Direktor des Senders, von dem Serduchka geflogen ist, steht wegen eigener homophober Äußerungen in der Kritik

Der Sender Rossija 1 beherrscht dabei schon längst die Schlagzeilen, nachdem vor einigen Tagen ein Video aus einer Sendung aus dem letzten April aufgetaucht war, in dem ein populärer Moderator gesagt hatte, dass man die Herzen von Schwulen nicht für Organtransplantationen nutzen sollte.

Dmitri Kiseljow, der auch stellvertretender Direktor des Senders ist, hatte gesagt: "Ich denke, dass eine Geldstrafe für Homo-Propaganda unter Teenagern nicht genug ist. Sie müssen auch das Stiften von Blut, Samen und Herzen verbieten". Die Herzen von Homo­sexuellen gehörten nach einem Unfall "beerdigt oder verbrannt".

Er habe über medizinische Richtlinien gesprochen, verteidigte sich Kiseljow jetzt. Anders als in Russland gebe es schließlich in vielen Ländern der Welt etwa entsprechende Blutspendeverbote. Auch sei er nicht homophob: "Ich habe viele schwule Freunde". (nb)

-w-

#1 Queer RageAnonym
  • 14.08.2013, 10:51h
  • Das Gesetz richtet sich nicht allein gegen Homosexuelle, sondern auch gegen Transgender bzw. Transsexuelle. Da viele Russen Trans*menschen mit Drag Queens verwechseln, und diesen - wie auch hier in Deutschland - ganz selbstverständlich Homosexualität (nach der Transition/in gegengeschlechtlicher Kleidung also Heterosexualität) unterstellt wird, ist es durchaus möglich, dass der Sender darin ein Verstoß gegen das Hass-Gesetz sieht. Dass der Direktor das Blut, Sperma und die Organe schwuler Männer für unrein hält, dies in voller Überzeugung laut in die Welt hinausposaunt und im gleichen Atemzug von seinen schwulen Freunden erzählt, ist natürlich politisch korrekte Homophobie in Reinform. Welcher schwule Mann will schon mit einem solch homophoben Heten-Wichser befreundet sein?
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#2 Thom_ass1973
  • 14.08.2013, 11:05h
  • Armes Rußland !!
    Bleibt zu hoffen, das die Generation Putin schnell alt wird und das Zeitliche segnet !!!
    Da wünscht man sich fast wieder die UdSSR zurück !!
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#3 David77Anonym
  • 14.08.2013, 11:22h
  • Antwort auf #1 von Queer Rage

  • Man sollte ihm am besten erwidern, er solle nach einem unfall auch keine organ- oder blutspende erhalten, sondern einfach kre... Das ist natürlich nur freundlich gemeint, ich habe ja vieler solcher Freunde...
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