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Leichtathletik-WM in Moskau
Schwedische Sportler kritisieren russische "Propaganda"-Gesetze
- 15. August 2013 2 Min.

Die schwedischen NHL-Eishockeystars Henrik Zetterberg, Patrick Hornqvist und Victor Hedman halten die homophoben Gesetze in Russland für archaisch
Während deutsche Athleten schweigen, sprechen sich mehrere Sportler aus Schweden gegen Homo-Hetze in Russland aus.
Bei der Leichtathletik-Weltmeisterschaft in Moskau haben die Hochspringerin Emma Green Tregaro und die Sprinterin Moa Hjelmer gegen das Verbot von Homo-"Propaganda" protestiert, indem sie ihre Fingernägel in Regenbogenfarben lackierten. Außerdem haben die schwedischen Eishockey-Stars Henrik Zetterberg, Victor Hedman und Patric Hornqvist, die bei der Olympiade 2014 in Sotschi teilnehmen wollen, das Gesetz als Relikt aus alten Zeiten bezeichnet.
"Sport hat auch etwas mit Respekt zu tun"

Emma Green Tregaro hat ihre Finger extra für die WM mit Regenbogenfarben lackiert, um für die Gleichbehandlung von Schwulen und Lesben zu werben (Bild: Instagram)
Die 28-jährige Tregaro hat den Protest beim Sportevent in der Qualifikation am Mittwoch in Moskau begonnen. Die Hochspringerin postete die Bilder auf dem Portal Instagram mit dem Kommentar: "Nägel lackiert. […] Jetzt sind alle Vorbereitungen getroffen". Das Finalrennen wird am Donnerstag stattfinden. Tregaro gehört zu den besten Leichtathletinnen ihres Landes. Zuletzt belegte sie bei den Leichtathletik-Halleneuropameisterschaften im März den dritten Platz. "Sport hat auch etwas mit Respekt vor dem anderen zu tun. Deshalb denke ich, dass es eine nette Geste ist", erklärte Green Tregaro gegenüber "Aftonbladet".
Ihrem Vorbild folgte auch die Sprinterin Moa Hjelmer im 200-Meter-Vorlauf. Die 23-Jährige gewann im letzten Jahr die Europameisterschaften im 400-Meter-Lauf.
US-Sportler machte es vor

Emma Green Tregaro gehört zu den besten Hochspringerinnen Europas
Zuvor hatte bereits der US-Mittelstreckenläufer Nick Symmonds ein Zeichen gesetzt, der nach dem Finalrennen die Silbermedaille seinen homosexuellen Freunden widmete – öffentlich gegenüber russischen Medien (queer.de berichtete).
Auch ein schwedischer Wintersportler hat das "Propaganda"-Gesetz vor den Olympischen Spielen in Sotschi kritisiert. Henrik Zetterberg, der in der prestigeträchtigen NHL für die Detroit Red Wings spielt, sagte dem "Sportbladet": "Das ist unglaublich furchtbar. Man kann kaum glauben, dass es in der heutigen Zeit solche Gesetze gibt, besonders in einem so riesigen Land wie Russland." Sein NHL-Kollege Victor Hedman von Tampa Bay Lighting sagte derselben Zeitung: "Das ist einfach falsch, wir sind doch alle Menschen". Jeder Mensch müsste sich für Grundrechte einsetzen. Auch Patric Hornqvist von den Nashville Predators erklärte seine Unterstützung für Homo-Rechte.
Das Gesetz gegen Homo-"Propaganda" ist seit Ende Juni in Kraft. Damit ist in Russland jede öffentliche positive Darstellung von Homosexualität verboten worden, angeblich aus Gründen des Jugendschutzes (queer.de berichtete). Ausländer können bei einem Verstoß gegen das vage Gesetz für bis zu 15 Tage in Arrest genommen oder ausgewiesen werden.
Zuletzt haben das IOC für die Olympiade 2014 und der Weltfußballverband FIFA für die WM 2018 von Russland eine Klarstellung verlangt, ob Sportler und Besucher von Festnahmen bedroht sind (queer.de berichtete). (dk)















Bravo.
Die dürfen nicht wegsehen und schweigen. Schön dass es wenigstens noch ein paar Sportler mit Rückgrat gibt...