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Gedenken an Nazi-Opfer

Tel Aviv baut Homo-Mahnmal

  • 21. August 2013 17 2 Min.

Im Meir-Park, in dem das Mahnmal errichtet wird, findet jedes Jahr auch der CSD statt (Bild: U.S. Embassy Tel Aviv / flickr / by-sa 2.0)

Mitten im Homo-Zentrum der israelischen Metropole wird ein Mahnmal der Verfolgung von sexuellen Minderheiten in Nazi-Deutschland gedenken.

In Israel soll erstmals ein Mahnmal errichtet werden, das an die von Nationalsozialisten verfolgten und ermordeten Schwulen und Lesben erinnert. Wie "Haaretz" am Dienstag berichtete, ist das 150.000 Schekel (31.000 Euro) teure Projekt bereits von Bürgermeister Ron Huldai abgesegnet worden. Es soll im Meir-Park errichtet werden, der sich im Zentrum der Homo-Szene befindet.

Das Mahnmal soll aus einer dreieckigen Betonplatte bestehen, auf die ein rosa Winkel gestanzt ist. Dieses Symbol wurde von den Nationalsozialisten genutzt, um männliche Häftlinge in Konzentrationslagern zu identifizieren, die wegen Homosexualität verfolgt worden waren. Auf dem Mahnmal soll folgende Inschrift stehen: "In Erinnerung an die Menschen, die vom Nazi-Regime wegen ihrer sexuellen Präferenz oder ihrer Geschlechtsidentität verfolgt worden sind".

Das Projekt wurde von Stadtrat Eran Lev von der sozialdemokratischen Meretz-Partei initiiert. "Das wird die erste und einzige Gedenkstätte in Israel, die Nazi-Opfern gedenkt, die nicht verfolgt worden sind, weil sie Juden waren", erklärte Lev. Als weltoffene Stadt und internationales schwul-lesbisches Zentrum sei die Errichtung überfällig. "Es soll ein Ort sein, in dem Besucher in Stille sitzen, nachdenken und sich besinnen können".

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Tel Aviv ist das beliebteste schwul-lesbische Reiseziel

Tel Aviv gilt im gesamten Nahen Osten als Anlaufpunkt für Schwule und Lesben. Im vergangenen Jahr wurde die Stadt in einer US-Umfrage von Gaycities.com und American Airlines mit deutlichem Abstand vor New York City und Toronto zum besten schwul-lesbischen Reiseziel der Welt gewählt. Die Stadt und das israelische Tourismusministerium haben mehrere Homo-Projekte gefördert und den städtischen CSD unterstützt.

In den letzten Jahren gab es jedoch auf internationaler Ebene immer wieder Kritik an der Politik Israels gegenüber den palästinensischen Nachbarn. Einige Homo-Aktivisten werfen der israelischen Regierung vor, dass sie sich nur homofreundlich gibt, um sich von anderen Menschenrechtsverletzungen reinzuwaschen. Wegen dieses sogenannten "Pinkwashings" haben etwa britische und türkische Homo-Gruppen ein Totalboykott des jüdischen Staates gefordert (queer.de berichtete).

Israelische Homo-Aktivisten bezeichnen die Boykottaufrufe jedoch als antisemitisch motiviert und verweisen darauf, was sie in ihrem Land erreicht haben: Homosexualität ist dort seit 1988 legal, seit 1994 werden Homo-Partnerschaften anerkannt. Im Nahen Osten und in arabischen Staaten werden Schwule dagegen fast überall verfolgt, teilweise droht ihnen sogar die Todesstrafe. (dk)

-w-

#1 -hw-Anonym
#2 KMBonn
  • 21.08.2013, 15:56hBonn
  • Na dann bin ich mal gespannt, ob beim nächsten Israel-Besuch deutsche Politiker neben dem obligatorischen Yad-Vashem-Besuch samt Kranzniederlegung auch den Weg zu dieser Gedenkstätte und einer Geste des Respekts finden werden.
    Eher zweifelhaft....
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#3 Martin28a