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Ablehnung von homosexuellen Eheschließungen

EKD-Chef sieht "keinen Sinn" in Gleich­behandlung

  • 23. August 2013 112 2 Min.

Nach heftiger Kritik relativiert Nikolaus Schneider die Orientierungshilfe der EKD: Liebesbeziehungen unter Homo­sexuellen seien zwar in Ordnung, aber die Ehe soll ihnen weiterhin verschlossen bleiben (Bild: presse-nordelbien / flickr / by 2.0)

Rückzieher bei der Gleichbehandlung von Homo-Paaren: Der EKD-Chef ist kritisch gegenüber gleichgeschlechtlichen Ehen, weil diese keine Tradition hätten und kein Leben weitergeben würden.

In einem Interview mit der "Frankfurter Rundschau" erklärte der Ratsvorsitzende der Evangelische Kirche in Deutschland (EKD), Nikolaus Schneider, er sei "zurückhaltend" bei der Frage, ob gleichgeschlechtliche Beziehungen mit heterosexuellen Ehen gleichgestellt werden sollen. Homo- und Hetero-Beziehungen seien "traditionell unterschiedliche Dinge".

Der Rheinländer sagte weiter: "Traditionen sollten wir nicht vorschnell über Bord werfen. Ich bin sehr dafür, alle Diskriminierungen zu beseitigen, aber ich sehe keinen Sinn darin, alle unterschiedlichen und unterscheidenden Begrifflichkeiten einzuebnen". Eine Ehe diene der "Weitergabe des Lebens". Diese Funktion habe in Homo-Beziehungen "ein anderes Gewicht".

Er kritisierte damit indirekt die hessische Landeskirche, die erst vor zwei Wochen die erste kirchliche Eheschließung eines schwulen Paares durchgeführt hatte (queer.de berichtete). Die Hälfte der 20 Landeskirchen bietet dagegen nicht einmal Segnungen für gleichgeschlechtliche Paare an.

Homosexualität kann trotzdem "Ausdruck der Liebe" sein

Allerdings erklärte Schneider auch, dass die Bibel keine "intimen Liebesbeziehung zwischen zwei Partnern" verurteile. "Ich bejahe allerdings die Homosexualität als Ausdruck der Liebe zwischen zwei Partnern. Denn Sexualität dient nicht nur der Zeugung von Kindern, sondern auch dazu, Liebe auszudrücken und sich gegenseitig Lust zu schenken", so Schneider. "Homosexualität ist keine Krankheit. Um es fromm zu sagen: Der liebe Gott hat wenige Menschen so gemacht".

Erst im Juni hatte die evangelische Kirche eine Orientierungshilfe veröffentlicht, in der sie homosexuelle Beziehungen als "gleichwertig" bezeichnete (queer.de berichtete). Wenn sich Homosexuelle verpartnerten, erklärten sie wie Heterosexuelle "bei der Eheschließung öffentlich ihren Willen, sich dauerhaft aneinander zu binden und füreinander Verantwortung zu tragen", hieß es in dem Text. Schneider begrüßte damals, dass die Kirche die Wirklichkeit zur Kenntnis nehme, "wie sie ist". Das Papier wurde jedoch scharf von Evangelikalen und Katholiken kritisiert. Ein katholischer Bischof drohte den Protestanten sogar mit Kosequenzen für die Ökumene (queer.de berichtete). Die konservativen Gläubigen argumentieren, dass die Gleichbehandlung von Schwule und Lesben heterosexuelle Eheschließungen entwerte. (dk)

-w-

#1 timpa354Ehemaliges Profil
  • 23.08.2013, 17:13h
  • Wenn die evangelische Kirche sich nicht eklatant von der katholischen unterscheidet, macht sie sich überflüssig. Für Benedikt war sie eh nur eine Sekte, daher können katholische Bischöfe, die mit Ökumene Konsequenzen drohen, sowieso gestohlen bleiben.Für die konservativen evangelischen Kirchenmitglieder; geht doch bitte zu den Katholiken, dort seit ihr mit eurer Menschenverachtung genau richtig!
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#2 TheDad
  • 23.08.2013, 17:16hHannover
  • ""Traditionen sollten wir nicht vorschnell über Bord werfen. Ich bin sehr dafür, alle Diskriminierungen zu beseitigen, aber ich sehe keinen Sinn darin, alle unterschiedlichen und unterscheidenden Begrifflichkeiten einzuebnen""..

    Und wann begreift der Herr Schneider das es genau diese Traditionen sind, die die Diskriminierung erst ermöglichen ?

    Niemand will Unterschiede einebnen..
    Aber "unterscheidende Begrifflichkeiten" gehören "eingeebnet", denn Begrifflichkeiten entstehen aus Anspruchshaltungen heraus..
    Diese Anspruchshaltungen sind aber definitiv genau die Gründe die zu Diskriminierung führen..

    ""Eine Ehe diene der "Weitergabe des Lebens""..

    FALSCH Herr Schneider !

    FICKEN führt zur Weitergabe des Lebens !

    Mit der Ehe hat das überhaupt nichts zu tun !
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#3 Harry1972
  • 23.08.2013, 17:17hBad Oeynhausen
  • Dieses ständige Geblöke aus der klerikalen Ecke ist ja auch anstrengend.
    Wie oft denn noch?
    Nur Gelaber, aus dem am Ende ja doch wieder hervorgeht, daß auch dieser Kirchenmann ein Faschist ist.
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