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- 17. November 2004 2 Min.
Das deutschlandweit erste schwul-lesbische Jugendzentrum "anyway" in Köln feierte diese Woche sein fünfjähriges Bestehen.
Von Tanja Reinsfelder
Seinen fünften Geburtstag feiert in diesem Jahr das "anyway" in Köln, das bundesweit erste und einzige Jugendzentrum, das speziell für junge Lesben, Schwule und deren Freunde im Alter von 14 bis 25 Jahren entstanden ist. Alles begann mit einer Demonstration von Jugendlichen am Weltaidstag 1997 vor dem Kölner Rathaus, bei der diese um den Erhalt der Stelle ihres Jugendgruppenleiters kämpften. Bereits 1994 waren die Jugendgruppen "Bad Girls" und "Boy Trek" unter dem Dach des Sozialwerks für Schwule und Lesben gegründet wurden, die sich wöchentlich im Schwulen- und Lesbenzentrum (SCHULZ) oder im Kulturzentrum Stollwerck trafen.
Im Laufe der Jahre vergrößerten sich beide Gruppen dermaßen, dass Imi Paulus und Thomas Haas, die Leiter der Jugendgruppen, den Bedarf eines eigenen Zentrums für homosexuelle Jugendliche sahen. Mit der Gründung am 18. Dezember 1998 haben die Landesregierung Nordrhein-Westfalens und die Stadt Köln einen wichtigen Schritt für die Emanzipation von jungen Lesben und Schwulen getan. Seitdem der offizielle Betrieb im Januar 1999 aufgenommen wurde, lässt sich der Erfolg des "anyway" auch in Zahlen messen: So erleben jährlich 1.400 jugendliche Besucher des "anyways" ihre Zeit des Coming-Outs nicht mehr mehr alleine und isoliert, sondern mit Unterstützung und in Gemeinschaft mit anderen schwulen Jungs und lesbischen Mädchen. Das Jugendzentrum ist mittlerweile zu einer festen Institution in Köln geworden. Wie schon zu Beginn der Jugendgruppen treffen sich jeden Mittwoch die Mädchen und donnerstags die Jungs. Viele weitere Angebote, wie das Event "CocktailCustic", bei dem sich das "anyway" in einer Cocktailbar mit akustischer Live-Musik verwandelt, ergänzen das Programm.
Das Doppeljubiläum "5 Jahre Jugendzentrum anyway" und "10 Jahre Offene Jugendarbeit im Sozialwerk für Lesben und Schwule e.V." wurde natürlich auch mit offiziellen Feierlichkeiten unter der Schirmherrschaft von Ministerin Ute Schäfer und in Anwesenheit des Bürgermeisters Josef Müller und zahlreicher Vertreter von Verbänden, Vereinen und Verwaltung, die das "anyway" bei seiner Entstehung und Arbeit unterstützt haben, begangen. Zudem wurde letzten Freitag noch ein anderes rundes Jubiläum gefeiert: Die 100. "U27", die Homo-Jugendparty für alle unter 27 Jahre. Die Deutschland weit bekannte Party-Reihe hat mittlerweile "Nachwuchs bekommen": Auch in München feiern nun lesbische und schwule Jugendlichen gemeinsam mit ihren Freunden.
17. November 2004
Links zum Thema:
» Homepage des anyways














