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- 26. August 2013 3 Min.

Bischof Larry Silva glaubt, dass die Gleichbehandlung von Schwulen und Lesben zur Diskriminierung von Kindern und Christen führt
Die katholische Kirche in den USA versucht in einem weiteren Bundesstaat, die Gleichbehandlung von Schwule und Lesben im Eherecht mit Appellen an die Gläubigen zu verhindern.
In Hawaii will die katholische Kirche die von Parlament und Gouverneur geplante Öffnung der Ehe mit einem Schreiben an ihre Mitglieder verhindern. Clarence "Larry" Silva, der Bischof von Honolulu, stellte jetzt in einem Brief klar, dass die Gleichbehandlung von Homosexualität der christlichen Lehre widerspreche und zu Sex mit Kindern und Inzest führen würde.
Silva warnte dabei davor, dass Christen nach der Ehe-Öffnung "umerzogen" werden sollen: "Dürften Menschen, die daran glauben, dass Gott uns als Mann und Frau geschaffen hat und dass Gott uns offenbart hat, dass homosexuelle Akte sündig sind, an ihrem Glauben festhalten? Oder würden sie 'umerzogen' werden, um so zu denken, wie 'normale' Menschen denken sollen?" Das vom Bischof genutzte Wort "Re-educate" wird in den USA vor allem in Verbindung mit Umerziehungs- oder Todeslagern in der Sowjetunion und anderen Diktaturen verwendet.
Laut Silva widerspreche homosexueller Sex – anders als homosexuelle Neigungen – dem "Wort Gottes" sowohl unter Christen als auch unter Muslimen. Er warnte die Gläubigen davor, dass eine Gleichbehandlung von Schwulen und Lesben diesen Glauben zum Unrecht machen würde und dadurch gottesfürchtige Menschen "verfolgt" werden würden.
Bischof: Kinder leiden unter Homo-Rechten
Die Öffnung der Ehe hätte auch einen negativen Einfluss auf Kinder, weil "normale sexuelle Reifung" verkürzt werden würde, so der Bischof weiter. Er erklärte, dass die Ehe-Öffnung zum Recht auf die Eheschließung mit Kindern und zu Inzest führen würde: "Wie können wir das selbe 'Recht' jemanden verweigern, der eine 'Ehe' mit einem nahen Verwandten oder einem Minderjährigen schließen will (mit dessen Einwilligung)?". Wenn Schwule und Lesben in Hawaii heiraten würden, wären Kinder "die größten Opfer", so der Bischof weiter.
Die demokratische Fraktion, die in beiden Parlamentskammern in Honolulu eine große Mehrheit hält, berät seit letzter Woche über die Öffnung der Ehe für Schwule und Lesben (queer.de berichtete). Hawaii wäre der 14. US-Bundesstaat, der Homosexuelle im Eherecht gleichstellt.
Die katholische Kirche ist in den USA die mächtigste Lobbygruppe gegen die Gleichstellung von Schwulen und Lesben. Sie hat bei Volksentscheiden in den letzten Jahren Millionen von Dollar für Werbung gegen die Öffnung der Ehe investiert. Zuletzt rief der New Yorker Bischof zu "Worten und Aktionen" gegen die Gleichstellung auf, verurteilte aber nicht zunehmende Übergriffe auf Homosexuelle in der Millionenmetropole (queer.de berichtete).
Wiederholt drohten die US-Katholiken auch mit weniger sozialem Engagement in homofreundlichen Regionen. So stoppte die Kirche Anfang des Monats ein Projekt für arme Kinder in Chicago, weil sich die Organisatoren einer Migranten-Dachorganisation angeschlossen haben, die die Ehe-Öffnung unterstützt (queer.de berichtete). (dk)
Links zum Thema:
» Der Original-Brief des Bischofs















Es ist sowas von offensichtlich, dass es denen nur um Macht und Geld geht...