Ricky Martin gehört mit über 70 Millionen verkauften Tonträgern zu den ganz Großen im Showgeschäft
Der schwule Sänger gibt in einem Interview zu, vor seinem Coming-out homophob gewesen zu sein.
Der australischen Ausgabe des Lifestylemagazins GQ sagte Ricky Martin, dass er aus Angst vor der eigenen Homosexualität auf Schwule herabschaute: "Ich war sehr zornig, sehr rebellisch. Ich schaute gewöhnlich auf Schwule und dachte: 'Ich bin nicht so. Ich will nicht so sein, das bin nicht ich.'"
Der 41-jährige Popsänger und Schauspieler sagte weiter: "Wenn man von jedem hört, dass man falsch liegt – von der Gesellschaft, vom eigenen Glauben – das machte mein Selbstwertgefühl kaputt. Ich ließ meine Wut an denen aus, die um mich herum waren". Er habe Menschen, von deren Homosexualität er gewusst habe, zu dieser Zeit "gemobbt", gibt Martin zu. "Ich hatte die Homophobie verinnerlicht. Um das zu merken, musste ich mich damit konfrontieren. Ich wollte davon wegkommen."
Coming-out erst 2010
Ricky Martin landete mit Liedern wie "Maria" (1995), "Livin' la vida loca" (1999) oder "She Bangs" (2000) Welthits. 1998 steuerte er mit "La copa de la vida" das Titellied zur Fußball-Weltmeisterschaft in Frankreich bei. Er hatte aber erst 2010 sein Coming-out als Schwuler (queer.de berichtete). Damals erklärte er: "Ich bin stolz darauf zu sagen, dass ich ein glücklicher homosexueller Mann bin". Zwei Jahre zuvor hatte er bereits die Gerüchteküche angeheizt, als er Zwillinge adoptierte, die eine Leihmutter für ihn ausgetragen hatte (queer.de berichtete).
Der Puertoricaner hat sich bereits in den letzten Jahren positiv zu seinem Coming-out geäußert und bedauert, dass er so lange versteckt gelebt hatte. Er machte insbesondere seine katholische Erziehung für das Versteckspiel verantwortlich. Tatsächlich gab es in seiner Heimat viel Lob für sein Coming-out, allerdings kritisierte die katholische Obrigkeit Martin dafür, dass er seine Homosexualität nicht mehr versteckt: So warf der puertoricanische Kardinal Luis Aponte Martinez dem Sänger in einem Interview 2011 vor, für Homosexualität zu "werben" und somit ein schlechtes Vorbild für Kinder zu sein (queer.de berichtete). (dk)