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  • 01. September 2013 67 3 Min.

Ein notorischer Que(e)rkopf hat eine neue politische Heimat gefunden: Ronny Pohle engagiert sich nun in der Linken (Bild: privat)

Noch bis Dezember 2012 war der einstige LSU-Geschäftsführer Mitglied der CDU – nun hat er über einen Zwischenstopp bei der SPD zu den Sozialisten gefunden.

Von Micha Schulze

In einem Dreivierteljahr einmal quer durchs deutsche Parteienspektrum – das muss ihm erst mal jemand nachmachen. Der frühere Bundesgeschäftsführer der Lesben und Schwulen in der Union (LSU) Ronny Pohle, der erst im Dezember 2012 aus Protest gegen die Homopolitik der Union seinen CDU-Mitgliedsausweis demonstrativ in der Mitte durchschnitt und kurz darauf zur SPD wechselte (queer.de berichtete), ist am Wochenende in die Linkspartei eingetreten.

"Ich habe bei meinem Parteiaustritt im Dezember letzten Jahres schon mit einem Wechsel zur Linken geliebäugelt, bin nun über einen Umweg diesen Schritt gegangen", erklärte Pohle gegenüber queer.de. Ein stiller Sympathisant der Ex-PDS sei er bereits im Dezember 2005 geworden, als der schwule Politiker Klaus Lederer zum Landesvorsitzenden der Sozialisten gewählt wurde. "Dank der Linken war Berlin Vorreiter einer sehr guten und bedarfsorientierten LGBT-Politik in Berlin, aber auch in anderen Bereichen der Stadtpolitik fand/finde ich die Linke inspirierend und überzeugend", so Pohle.

Dagegen sei er vom derzeitigen rot-schwarzen Senat enttäuscht: "Viele Projekte werden nur noch auf niedrigen Niveau oder überhaupt nicht mehr finanziert, bei der Gleichstellungsinitiative hat sich die SPD auf Druck von Innensenator Henkel (CDU) enthalten und die queerpolitischen Sprecher der SPD und CDU (Tom Schreiber/Stefan Evers) glänzen mit Ideen- und Tatenlosigkeit und geben stattdessen wirre Wortbeiträge von sich."

Carsten Schatz drückte ihm den Mitgliedsantrag in die Hand


Im Dezember 2012 postete Ronny Pohle seinen durchgeschnittenen CDU-Mitgliedsausweis demonstrativ auf Facebook. Der Abschied von der SPD war offensichtlich weniger dramatisch

Am Samstag bekam Ronny Pohle vom erst kürzlich nachgerückten Berliner Linkspartei-Abgeordneten und Aids-Hilfe-Vorstand Carsten Schatz (queer.de berichtete) überraschend einen Mitgliedsantrag in die Hand gedrückt – mit den Worten: "Es würde mich stolz machen, mit dir Schulter an Schulter kämpfen zu können". Das gab für den Ex-LSU-Aktivisten den Ausschlag: "Da wusste ich: Es wird Zeit, meiner Überzeugung und meiner ausgeprägten Sympathie für die Berliner Linke nun auch Taten folgen zu lassen."

In den kommenden drei Wochen will Pohle bereits aktiv im Bundestagswahlkampf der Linken mitmischen. "Meine ehemaligen Freunde denken mit großer Wahrscheinlichkeit, der Pohle ist verrückt, aber das dachten sie auch schon, als ich noch Parteimitglied und Bundesgeschäftsführer der LSU gewesen bin", meinte der 32-Jährige gegenüber queer.de. "Ich steh dazu: Verrückt sein zahlt sich aus, und schlafen kann ich auch gut."

Bundesweit bekannt wurde der damalige LSU-Bundesgeschäftsführer im August 2012 wegen seiner Strafanzeige gegen den CSU-Politiker Thomas Goppel, der zwischen Homo- und Heterosexuellen "Qualitätsunterschiede" ausgemacht hatte, die sich in der "Bestandssicherung" zeigten (queer.de berichtete). Mit dieser Aktion, für die Ronny Pohle vom eigenen Verband heftig kritisiert wurde, begann seine zunehmende Entfremdung von Union und LSU. Anfang Dezember 2012 trat er schließlich aus Protest gegen den Beschluss der Christdemokraten, homo­sexuellen Paaren eine Gleichstellung im Steuerrecht zu verweigern, aus der Partei aus und wurde im Februar 2013 Mitglied der SPD.

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#1 MärkelAnonym
  • 01.09.2013, 17:50h
  • Wer durch alle Parteien wandert, ist nicht ernst zu nehmen. Die CDU soll froh sein, dass sie dieses unreife Bürschchen los ist!
    Wetten, dass er auch wieder bei den Linken austritt?
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#2 FriedbertsPflugAnonym
  • 01.09.2013, 17:53h
  • Dann bin ich mal gespannt, welche Partei als Nächstes drankommt. Die mögliche Auswahl wird ja immer kleiner! Die Rentnerpartei oder DIE VIOLETTEN fehlen noch... ich stelle nebenbei den Nachrichtenwert und den Berichtwert und den Informationswert dieses Parteiwechsels in Frage.
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#3 reiserobbyEhemaliges Profil
  • 01.09.2013, 18:25h
  • Super Story, korrekter Typ, prima Partei.
    Einem "Ossi" darf man die Nähe zur CDU verzeihen, hat was mit dem Eindruck zu tun, den "linke Politik" im realexistierenden Sozialismus der DDR hinterließ.
    Der Wechsel zur SPD war dagegen inkonsequent. Trotzdem schön, dass man engagierte Leute letztendlich mit Positionen überzeugt, gut, das Ronny sein Bild von echter linker, sozialdemokratischer Politik zurecht gerückt hat und sich fortan in die Linke einbringt.
    Dass Queer.de darüber berichtet, finde ich nicht nur aus Sympathie gut. Ronny Pohle ist nämlich nicht allein aufgrund parteipolitischer Tätigkeiten eine Person des Öffentlichen Interesses, sondern leistet auch wichtige Verbands- und Vereinsarbeit.
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