In einer Talkshow beschwert sich der französisch-schweizerische Schauspieler über den Lauf der Zeit
In einer Talkshow wettert die Schauspiellegende gegen die Gleichstellung von Schwulen und Lesben in Frankreich.
In einem Interview im Fernsehsender "France 5" hat der Schauspieler Alain Delon erklärt, dass er Homosexualität für widernatürlich halte. Als er von der Moderatorin nach seinem Verhältnis zur Homosexualität gefragt wurde, antwortete der 1935 geborene Schauspieler: "Ja, das ist gegen die Natur. Wir sind hier, um eine Frau zu lieben, um sie zu umwerben, und nicht um mit einem Typen zu flirten". Auf Nachfrage beteuerte Delon jedoch: "Ich bin nicht gegen die Homo-Ehe. Mir ist das egal. Aber ich bin gegen das Adoptionsrecht."
Bei der Talkshow war auch die Tochter des 77-Jährigen anwesend. Anouchka Delon reagierte während der Live-Sendung geschockt auf die Äußerungen ihres Vaters und distanzierte sich am nächsten Tag via Twitter.
Delon wiederholte mit der Aussage ein Statement aus einem Interview mit der Tageszeitung "La Figaro" vom Juli. Darin hatte er gewettert, dass er – wenn er auf die Straße gehe – nicht mehr erkenne, ob ihm ein Mann oder eine Frau gegenüber stehe. Er sprach sich daher gegen die Adoption durch Homosexuelle aus, weil damit die Geschlechtergrenzen weiter vermischt werden würden.
Youtube | Ausschnitt aus der Talkshow von "France 5"
Unterstützer des "Front National"
Alain Delon in "Der eiskalte Engel" (1967)
Alain Delon zählte in den 1960er und 1970er Jahren zu den beliebtesten französischen Stars und galt als Sex-Symbol. Mit Filmen wie "Eiskalte Engel", "Brennt Paris?" und "Christine" (an der Seite von Romy Schneider) wurde er zur Legende. Als Unterstützer der rechtsextremen Partei "Front National" brachte er bereits vor Jahren liberale Landsleute gegen sich auf. Zudem nahmen ihm die Franzosen übel, dass er 1999 Schweizer wurde und damit kräftig Steuern sparte.
Frankreich hatte erst im Mai die Ehe für Schwule und Lesben geöffnet und Homo-Paare mit Ausnahme der künstlichen Befruchtung gleichgestellt (queer.de berichtete). Das Projekt der neuen sozialistischen Regierung unter Präsident François Hollande hatte zu Massenprotesten in Frankreich geführt. Dabei gab es wiederholt gewalttätige Auseinandersetzungen (queer.de berichtete). (dk)