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Elisabeth Motschmann
CDU: Ehemalige Homo-Gegnerin wechselt die Seiten
- 03. September 2013 2 Min.

"Jede Mutter" würde begrüßen, wenn Homosexuelle schlechter gestellt sind als andere Menschen, sagte Elisabeth Motschmann Mitte der 80er Jahre. Heute spricht sie sich dagegen für die Gleichbehandlung aus. Bild: CDU
Mit der 60-jährigen Elisabeth Motschmann wird eine alte Bekannte als Spitzenkandidatin der Bremer CDU ins Rennen um ein Bundestagsmandat gehen. Die bisherige Bürgerschaftsabgeordnete hatte sich insbesondere in den 80er Jahren einen Namen als Homo-Gegnerin gemacht, die gerne Schwule und Lesben als Untermenschen abstempelte. Radio Bremen erinnert in einem Porträt über die Kandidatin an diese Zeiten und spielte eine Szene aus der Talkshow "3nach9" aus dem Jahr 1984:
600 verschiedene Partner hat der Homosexuelle durchschnittlich in seinem Leben. Wenn ich lese, dass ein Teil der homosexuellen Beziehungen auf der Toilette entsteht, dann meine ich… [Empörung im Publikum] Das ist eine Tatsache. […] Jede Idealisierung der Homosexualität, jeder Versuch, sie gleichwertig neben die Heterosexualität zu stellen, halte ich für sehr bedenklich.
"Jede Mutter" begrüße die Diskriminierung Homosexueller, so das kalte Urteil von Motschmann damals. Und heute? Die Pfarrersfrau hat die "sehr bedenklichen Thesen" (Radio Bremen) über Bord geworfen und vor allem eines getan: Sie will mit Schwulen und Lesben gesprochen und herausgefunden haben, dass sie auch nur Menschen sind. Nun sagt die CDU-Politikerin über Homosexualität folgendes:
Das ist ein Thema, an dem man deutlich sehen kann, dass ein langes politisches Leben auch Positionen verändert. Ich sehe natürlich, dass ich damals falsch lag, weil ich auch Paare kennengelernt habe. Insofern ziehe ich meine damaligen Positionen erst mal zurück, […] weil ich langsam, vielleicht zu langsam, zu der Überzeugung gekommen bin, dass mein Urteil damals zu hart, zu kritisch und auch falsch war.
Motschmann will nun Schwulen und Lesben entgegen kommen und sich "für die Homo-Ehe" einsetzen, wie Radio Bremen berichtet. Als Spitzenkandidatin der Bremer CDU wird sie mit Sicherheit dem nächsten Bundestag angehören und kann dann zeigen, ob den hehren Worten auch Taten folgen. Vergangenes Jahr stimmte noch kein einziger Unionsabgeordnete im Bundestag für die Gleichstellung (queer.de berichtete). (dk)
Links zum Thema:
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