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Kommentare zu:
Kein Entgegenkommen Russlands bei Homo-Rechten


#21 GenesungswerkAnonym
#22 daVinci6667
  • 05.09.2013, 16:49h
  • Antwort auf #17 von Hannibal

  • "Ersetze "Homosexuelle" durch "Juden". Dann wäre aber der Teufel los."

    Ja, nur leider auch erst heute rückblickend auf die Ereignisse in Deutschland des 2. Weltkrieges. Warum nur sind wir noch nicht weiter?

    Müssen wir denn wirklich in Russland die nächsten sein, damit wir auch eine Sensibilisierung auf Homophobie hinkriegen?
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#23 Aus Bad HomburgAnonym
  • 05.09.2013, 17:36h
  • Würde das Gesetz doch angenommen sein (und ja, ich denke, es wird), dann wäre (wird) es zumindest, anders als das über "Propaganda-Verbot", eher rein theoretischer Natur: wie viele gleichgeschlechtliche Paare mit den Kindern sollte es schon in Rußland geben ? Sogar in den liberalsten westlichen Ländern bleibt das ein absolutes Minderheitsprogramm (so hat z.B. in Schweden seit 2002, als die volle Homo-Adoption dort möglich wurde, nur ein Dutzend von schwullesbischen Paaren ein Kind adoptiert - und in den meisten Fällen war das eine Stiefkindadoption). In einem so tiefgläubigen Land wie Rußland sollten die Zahlen auch nicht besonders grösser sein, eher umgekehrt. Bleiben also "nur" die Schaden was das allgemein homophobe Klima in der russischen Gesellschaft betrifft, indem der staatliche Apparat allen Mitgliedern dieser Gesellschaft mit dem grössten Vergnügen signalisiert, daß die Schwule "in unserem Hause" nicht erwünscht sind. Und wieder einmal. Aber braucht die Schwulenfeindlichkeit überhaupt "beim Namen genannt werden" (sprich: in Form von konkreten Gesetzen legalisiert), um in irgendeiner Gemeinde bemerkbar zu sein ?
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#24 So nicht PutinAnonym
  • 05.09.2013, 17:43h
  • Nur Schwächlinge und sich ihrer eigenen sexuellen Identität/Orientierung/Ausrichtung nicht wirklich sichere Menschen (Männer) fürchten sexuelle Vielfalt.

    In ihrer Persönlichkeit gestärkte Menschen (Männer) haben dagegen kaum Probleme mit der sexuellen Vielfalt, weil sie sich davon nicht bedroht fühlen (müssen).

    Ich halte Herrn Putin für das Paradebeispiel eines im Grunde schwächlichen, unsicheren und mit Minderwertigkeitskomplexen beladenen Mannes:

    Kleinwüchsig, mit teigigem Mondgesicht umgibt er sich mit Freunden, wie dem rechtskräftig verurteilten Straftäter Silvio Berlusconi (Duzfreunde), dem ein weiterer Prozess wegen des Vorwurfs von sexuellem Mißbrauch eines minderjährigen Mädchens (Ruby) droht.

    Seine (durch anabole Steroide?) aufgeblasenen Muskelchen, täuschen kaum jemanden mit Verstand darüber hinweg, dass es sich um einen zutiefst unsicheren Menschen handelt.

    Nun könnte das eigentlich alles zu einem Privatproblem des "Anabolika-Zwerges" erklärt und ihm eine Psychotherapie empfohlen werden, wenn - ja wenn, unter seinen Minderwertigkeitskomplexen nicht Millionen russische Schwule und Lesben zu leiden hätten. Und genau hier hört "der Spaß" auf!

    Nachdem Putin noch vor dem beginnenden G 20 Gipfel in Sankt Petersburg in die Mikrophone der Journalisten posaunte: "Schwule und Lesben würden in Russland nicht diskriminiert" erleben die Opfer seiner Homophobie längst das genaue Gegenteil:

    Und "just in time" kommt die Meldung, dass in Russland geplant ist homosexuellen Elternpaaren und Elternteilen das Erziehungsrecht ihrer leiblichen oder adoptierten Kinder zu entziehen. Die Nürnberger Rassegesetze lassen grüßen!!!

    Dass es sich bei den homophoben russischen Gesetzen um innere Angelegenheiten Russlands handelt, ist ein weit verbreiteter Irrtum.

    Fakt ist vielmehr:
    "Am 30. Juni 2013 unterzeichnete Präsident Wladimir Putin ein Gesetz auf föderaler Ebene, das jegliche positiven oder wertneutralen Äußerungen über Homosexualität (...) auch über Medien wie das Internet unter Strafe stellt" (Wikipedia)

    Es muss gar kein Jugendlicher in der Nähe sein, um sich strafbar zu machen. Wenn Sie z.B. in einer Zeitung oder im Internet schreiben, dass manche Menschen homosexuell sind und dies nicht etwa eine Krankheit, sondern einfach eine Form der Sexualität ist, können dies auch Jugendliche lesen, also sind Sie dran.

    Das Gesetz zielt auch auf (heterosexuelle) Privatpersonen ab, denn wenn Sie, als heterosexueller Mensch in Russland öffentlich sagen, dass Sie Homosexuelle weder für krank, noch für pervers halten, drohen Ihnen 15 Tage Haft und als Ausländer anschließend auch noch die Abschiebung.

    Die Nicht-Diskriminierung von Minderheiten ist in der UN- Menschenrechtscharta geregelt und von Russland anerkannt und unterschrieben, sie gilt selbstverständlich auch im Inland von Russland, denn die unveräußerlichen und universell gültigen Menschenrechte haben sich nirgendwo und niemals sog. kulturellen oder religiösen Eigenarten (Traditionen) unterzuordnen, sondern sie stehen weit darüber und gelten für alle Menschen weltweit per Geburt. Ohne, dass sie erworben oder gar verdient werden müssten.

    Im übrigen ist es nicht zu bestreiten, dass die neuen russischen Gesetze außerdem gegen die Europäischen Menschenrechtskonventionen verstoßen. Russland als Mitglied des Europarats hat auch diese unterzeichnet. Es liegt hier somit ein weiterer Rechtsbruch vor.

    Die russische Parlamentarierin und Putin-Freundin Jelena Misulina ist die Vorsitzende des dubiosen Komitees für Familie, Frauen und Kinder. Sie gilt als Initiatorin der homophoben russischen Gesetze und will zusätzlich *Scheidungen hoch besteuern lassen (um sie damit für normal verdienende heterosexuelle Ehepaare zu erschweren oder ganz unmöglich zu machen) und sie möchte allen Ernstes ein Fluchverbot im Internet durchsetzen.

    (Ironie-Anfang: *Vermutlich hat sich Putin deshalb noch schnell vorher von seiner Ehefrau scheiden lassen, um die Strafsteuern zu sparen - so ein Geizhals - :-) oder war etwa seine "ängstlich versteckte eigene Homosexualität" der Grund für die Scheidung? Warum sonst diese lächerliche Selbstinszenierung, sich ständig mit freiem Oberkörper als Reiter oder beim Angeln usw. fotografieren und filmen zu lassen? Ironie-Ende)

    Nachdem es in den vergangenen Monaten und Jahren immer wieder zu Großdemonstrationen gegen Putins Regierungspolitik gekommen war, er seine Zustimmung in der russischen Bevölkerung schwinden sah und auch das clever eingefädelte Rotationsverfahren mit seinem Protégée Medwedjew (der sich mit Putin künftig in der Amtsausübung offenbar auf Lebenszeit abwechseln soll) nicht zu mehr Unterstützung in der Bevölkerung führte, wandte sich Putin der Russisch-Orthodoxen Kirche zu und versprach dieser (in ihrer Denkweise offenbar irgendwo in einem vergangenen Jahrhundert verharrenden) Glaubensgemeinschaft die sog. traditionellen Werte (anderes Wort für die verstaubte und überlebte Moral repressiver Zeiten) künftig besonders zu fördern, wenn die Kirche ihn unterstütze.

    Erste Opfer dieser unheiligen Allianz zwischen Politik und Kirche waren die jungen Frauen der Musikband Pussy Riot, die für ihre in einer Kirche gesanglich dargebotene Putin-Kritik (Zitat: "Bitte Herr Jesus, schenk uns ein Russland ohne Putin...") mit jahrelanger Haft in Straflagern büßen. Das unmenschlich harte Urteil wurde von der Russisch-Orthodoxen Kirche ausdrücklich begrüßt.

    Die menschenrechtswidrigen Gesetze gegen homosexuelle Menschen in Russland verbieten nun ja u.a. auch zusätzlich noch das Zeigen der Regenbogenflagge "als Homo-Propaganda"

    Welch großartiges Zeichen der Solidarität wäre es wohl, wenn Sportler der Winter-Olympiade 2014 aus aller Welt etwa beim Einmarsch, bei den Siegerehrungen oder zu anderen Gelegenheiten, wenn Kameras zuschauen, Kleidungsstücke mit den Regenbogen-Farben tragen würden?

    Diese Kleidungsstücke wären ihnen sicher nicht so leicht durch russische Security-Leute zu entreißen, wie beispielsweise Fähnlein oder Buttons. Wobei natürlich russische Sicherheitskräfte, die Sportlern Fahnen wegnehmen, auch eine starke Bildsprache hätten.

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    Solidarität kann sich auf vielfältige Weise ausdrücken:

    ** Als König Christian den Davidstern trug:
    König Christian X. von Dänemark pflegte regelmäßig einen Morgenritt durch Kopenhagen zu machen, und er tat dies auch während der Zeit der deutschen Okkupation Dänemarks.

    Eines Tages kommt der Befehl aus dem Nazi-Hauptquartier, alle dänischen Juden hätten eine gelbe Armbinde mit einem Davidstern zu tragen. Noch in derselben Nacht gibt die Radiostation der Untergrundbewegung die Mitteilung durch, König Christian habe dem deutschen Befehlshaber geantwortet, dass alle dänischen Bürger gleich seien. Um dies deutlich zu machen, wolle er sich selbst den Judenstern anstecken und erwarte, dass alle Dänen seinem Beispiel folgen würden.

    Am nächsten Morgen machte der König seinen üblichen Ausritt, um den Arm eine gelbe Binde mit einem Stern darauf. So gut wie alle Menschen auf Kopenhagens Straßen trugen ebensolche Armbinden wie ihr König. Die Deutschen sahen sich gezwungen, die Anordnung aufzuheben.
    **Dänische Legende

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    Es geht in seiner praktischen Konsequenz auch gar nicht nur um das Verbot, Homosexualität neutral und sachlich darzustellen, sondern auch darum, dass der Staat damit ganz offiziell Homosexualität als "minderwertig, schädlich und verurteilenswert" brandmarkt und damit der Verfolgung homosexueller Menschen, die sich in psychischer und physischer Gewalt äußert, Vorschub leistet, anstatt diese Verfolgung durch Aufklärung zu bekämpfen.

    Hasspropaganda gegen Homosexuelle, übrigens auch in Anwesenheit von Minderjährigen, ist dagegen nicht verboten. Gewalt gegen Schwule und Lesben wird von Gewalttätern daher letztlich nur als konsequentes Handeln angesehen (die Perversen bekommen, was sie verdienen und wir Täter können uns sicher sein dafür die Sympathien und Unterstützung von Bevölkerung, Regierung, Polizei und Justiz zu genießen).

    Somit verhindert das Gesetz außerdem also ganz ursächlich der homophoben, menschenverachtenden Propaganda beispielsweise von russischen Neo-Nazis oder der Russisch-Orthodoxen Kirche wirksam zu begegnen. Dadurch sorgt das Gesetz überhaupt erst dafür, dass es bei der Ablehnung von homosexuellen Menschen durch viele heterosexuelle Russen bleibt und dies vielleicht noch schlimmer wird. Ein Teufelskreis, der hier in Gang gesetzt wurde

    Gerade Jugendliche müssen aber darüber aufgeklärt werden, was es mit Homosexualität auf sich hat. Sonst sind sie ohne Korrektiv den Märchen ausgesetzt, die ihnen von homophoben Predigern etc. erzählt werden, glauben das und werden entweder zu homophoben Gewalttätern (nach Angaben von russischen Lesben und Schwulen bisher bereits 7 ermordete homosexuelle Jugendliche in Russland), entwickeln zumindest Verständnis dafür, oder sie merken irgendwann, dass sie selbst homosexuell sind und verlieren ihr Selbstwertgefühl

    Warum ist es unsere Pflicht, mit Nachdruck Protest einzulegen?
    Dürfen wir etwa wegsehen, wenn unser Nachbar seiner Frau oder seinem Kind Gewalt antut?

    Und nur weil "Ignoranten" die unverdiente Gnade genießen nicht der verfolgten Minderheit anzugehören, um die es hier geht, ist das kein Grund sich "blind und taub" zu stellen, denn die Entrechtung der Menschen beginnt immer bei den Minderheiten, weil Autokraten meinen, die könnten sich nicht wehren, wenn sie zu Sündenböcken gemacht werden, um vom eigenen politischen Versagen abzulenken.

    Martin Niemöller (Theologe und KZ-Häftling)

    "Als sie die Juden holten, habe ich geschwiegen; denn ich war ja kein Jude.
    Als Sie die Sozialdemokraten holten, habe ich geschwiegen, denn ich war ja kein Sozialdemokrat.
    Als sie mich holten, war niemand mehr da, der seine Stimme dagegen erheben konnte

    Und hier ließe sich ohne weiteres jede andere verfolgte Minderheit (ob ethnisch, religiös, politisch oder sexuell) einfügen, also auch z.B.

    "Als sie die Schwulen holten, habe ich geschwiegen, denn ich war ja kein Schwuler"
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#25 legale drogenAnonym
#26 sperlingAnonym
  • 05.09.2013, 18:11h
  • Antwort auf #23 von Aus Bad Homburg
  • vor kurzem wurde im fernsehen eine russische lesbische mutter interviewt. sie sagte, dass sie angst davor habe, dass man ihr und ihrer freundin möglicherweise ihr kind wegnehmen könnte.

    würdest du dieser frau ins gesicht sagen, dass ein gesetz, das genau das vorschriebe, von rein theoretischer bedeutung ist? kannst du dir auch nur ansatzweise vorstellen, was das für die betroffenen bedeutet? selbst wenn es nur um zwei oder drei familien ginge - wäre das ein grund, diese grausamkeit zu banalisieren?

    ich hatte mit eigentlich vorgenommen, auf deine unsäglichen beiträge gar nicht mehr einzugehen, aber das hier macht mich wirklich wütend.

    woher nimmst du nur diese gottverdammte ignoranz?
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#27 ollinaieProfil
  • 05.09.2013, 18:39hSeligenstadt
  • "liebe" Freifrau von und zu Bad Homburg,

    1.
    Menschenrechte sind und bleiben unteilbar und es ist WURSCHT ob es 'nur' 1 oder eine Million betrifft.

    2.
    Der Prozentuale anteil von LGBT-Menschen liegt überall auf der Welt bei ca. 3-10% unabhänig davon, ob es sich um eine liberale oder repressale Umwelt handelt. Unterschiedlich ist lediglich die Sichtbarkeit.

    Daraus folgend halte ich die These, dass es dort weniger Kinder von oder bei LGBT-Menschen gibt für gewagt. Nur als Beispiel gibt es auch hierzulande Menschen, die erst in einem späteren Lebensabschnitt ihre gleichgeschlechtlichen Anteile erkennen oder zu akzeptieren bereit sind und zum Teil Kinder aus bisherigen Beziehungen haben. Das dürfte in repressiven Staaten um so mehr der Fall sein!

    3.
    Auch für die Kinder gilt Nr. 1!

    4.
    Zumindest mit dem letzten Satz hast Du Recht.
    Ich hätte mir allerdings weniger eine Beschreibung sondern eine Distanzierung oder Verurteilung gewünscht, aber damit haben "christlich"-konservative Personen vermutlich Probleme.
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#28 HombuergchenAnonym
#29 David77Anonym
  • 05.09.2013, 19:17h
  • Antwort auf #23 von Aus Bad Homburg

  • Wenn es SO WENIGE betrifft, warum hat das dann eine solche priorität, dass man sich damit überhaupt befasst?! Wird es damit weniger ungerecht?!
    wenn nun ein strafgesetz beschlossen wird, was nur DICH bestraft? Wär das ok, weil es sonst keinen betrifft? Fändest du es toll, wenn DICH dann keiner unterstützt? Erwarten könntest du bei deiner haltung auch keine!
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#30 timpa354Ehemaliges Profil

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