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- 07. September 2013 3 Min.

Leere Sitze in Brightons Amex Stadium: In Großbritannien drohen homophoben Fußballfans bereits seit 2005 Stadionverbote (Bild: James Boyes / flickr / by 2.0)
Ein Magistrates' Court in Brighton verurteilte zwei Anhänger des Clubs Derby County wegen schwulenfeindlicher Ausfälle im Amex Stadium.
Zwei Fans des englischen Fußballclubs Derby County wurden Anfang September zu drei Jahren Stadionverbot verurteilt, weil sie bei einem Auswärtsspiel am 10. August in Brighton gegnerische Fans homophob beleidigt hatten. Dies berichtete die BBC. Die beiden 20 und 25 Jahre alten Brüder Daniel und Shane D. waren nach dem Spiel im Amex Stadium festgenommen worden.
Vor dem Magistrates' Court in Brighton hatten sich die jungen Männer aus Brough in der nordenglischen Grafschaft Yorkshire zuvor schuldig bekannt. Das Stadionverbot gilt nicht nur für ganz Großbritannien, sondern auch im Ausland. Außerdem wurde Shane Davis zu einer Geldstrafe von 160 Pfund (ca. 190 Euro), sein jüngerer Bruder Daniel zu einer Geldstrafe von 87 Pfund (ca. 103 Euro) verurteilt. Darüber hinaus müssen beide 50 Pfund Gerichtskosten und 20 Pfund Opferzulage zahlen.
Nach Angaben der Polizei in Derbyshire ist es das erste Mal, dass Derby-County-Fans wegen homophober Sprechchöre verurteilt wurden. "Ein solches Verhalten ist nicht akzeptabel, auch nicht im Fußballstadion", erklärte der Polizeibeamte Allan Guy, der sich schwerpunktmäßig mit Gewalt im Stadion beschäftigt. "Hoffen wir, dass das Urteil andere Fans daran erinnert, dass gegen jeden, der solche Sprache benutzt, vorgegangen wird."
Brighton-Fans werden seit Jahren hmophob beschimpft
Erst im Mai waren zwei 19-jährige Fans des Fußballclubs Wolverhampton Wanderers wegen schwulenfeindlicher Sprechchöre in Brightons Amex Stadium zu Geldstrafen verurteilt worden (queer.de berichtete). Brighton-Fans beklagen seit Jahren, dass sie von gegnerischen Fans immer wieder homophob beschimpft werden. Hintergrund: Der kosmopolitischen südenglischen Küstenstadt wird von den Medien oft der Titel "Gay-Hauptstadt" verliehen, weil sie den höchsten Anteil an Homosexuellen in ganz Großbritannien haben soll.
Im Frühjahr hatten der Brighton-Fanclub und das Gay Football Supporters' Network Statistiken über die homophoben Ausbrüche veröffentlicht und an den englischen Fußballverband FA weitergeleitet. Demnach sollen Brighton-Fans in 72 Prozent der Spiele von gegnerischen Anhängern homophob beleidigt worden sein.
Besonders oft werden von gegnerischen Fans Sprüche wie "you are a town full of faggots" (ihr seid eine Stadt voller Schwuchteln), "we can see you holding hands" (wir können euch Händchenhalten sehen) oder "soft southern poofters" (weiche südenglische Schwuchteln) gesungen. Bei einem Auswärtsspiel in Burnley in der Grafschaft Lancashire waren die Sprechchöre so derb, dass das BBC-Radio seine Übertragung unterbrach und sich mehrfach für die Kraftausdrücke entschuldigen musste – bestimmte Ausdrücke sind erst nach 21 Uhr erlaubt.
Die englische Football Association geht bereits seit Jahren gegen homophobe Übergriffe im Stadion vor. So hat die FA bereits 2005 entschieden, dass Schlachtenbummler einen Stadionverweis erhalten, wenn sie sich schwulenfeindlich äußern (queer.de berichtete). Zudem hat der Verband mehrfach Geldstrafen gegen Spieler ausgesprochen, die in der Öffentlichkeit mit homophoben Sprüchen aufgetreten sind. Der spanische Jugend-Nationalspieler Suso erhielt zuletzt eine Geldstrafe in Höhe von 12.000 Euro, weil er auf Twitter das Wort "schwul" als Beleidigung benutzt hatte (queer.de berichtete). (cw)














