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  • 08. September 2013 34 2 Min.

Der Freiburger Erzbischof Robert Zollitsch ist seit 2008 Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz (Bild: Andreas Gerhardt)

In einem Hirtenbrief zur Bundestagswahl warnen die katholischen Bischöfe vor einer Öffnung der Ehe für Lesben und Schwule.

Zwei Wochen vor der Bundestagswahl hat die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) eine indirekte Wahlempfehlung für CDU und CSU abgegeben. In einem am Samstag veröffentlichten "Aufruf der deutschen Bischöfe zur Bundestagswahl am 22. September 2013" heißt es: "Mit Sorge beobachten wir politische Bestrebungen, den Ehebegriff auf gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaften auszuweiten. Seit jeher gilt die Ehe als Verbindung von Mann und Frau, die prinzipiell offen ist für Nachkommen. An diesem Verständnis sollte festgehalten werden."

Auch wenn die katholischen Bischöfe in ihrem Hirtenbrief keine Parteien explizit benennen, ist mit dieser Passage eindeutig, dass sie CDU und CSU präferieren. Während SPD, FDP, Linke, Grüne und Piraten in ihren Parteiprogrammen eine Gleichstellung von Lesben und Schwulen im Eherecht fordern, hält nur noch die Union an der Diskriminierung gleichgeschlechtlicher Paare fest.

Katholische Bischöfe: Mit Gleichstellung keine "Zukunftsfähigkeit"

Darüber hinaus bedienen sich die Bischöfe derselben diffamierenden Rhetorik wie CDU-Staatssekretärin Katherina Reiche, die bei einer Gleichstellung die Menschheit bedroht sieht (queer.de berichtete). "Unsere Gesellschaft braucht für ihre Zukunftsfähigkeit Ehepaare und Familien, die das Zusammenleben tragen und bereit sind, Leben weiterzugeben", heißt es im Hirtenbrief. "Das Grundgesetz stellt sie unter einen besonderen Schutz, der Beachtung verlangt."

Neben der Ehe-Öffnung äußert sich die Deutsche Bischofskonferenz, wenn auch deutlich schwammiger, zu den Themen Energiewende, Haushaltskonsolidierung, Europa sowie zur Flüchtlings- und Sozialpolitik. Im letzten Absatz ruft sie gläubige Bürger dazu auf, sich an der Bundestagswahl zu beteiligen: "Liebe Schwestern und Brüder, eine nachhaltige Politik braucht verantwortungsvolle Politiker. Kandidatinnen und Kandidaten für den Deutschen Bundestag sollen sich engagiert und glaubhaft für politische Ziele einsetzen, die aus christlicher Sicht unverzichtbar sind." Die Deutsche Bischofskonferenz ist der Zusammenschluss der katholischen Bischöfe aller Diözesen in Deutschland.

Erst im vergangenen Monat hatte die rechtspopulistische Alternative für Deutschland (AfD) einen entsprechenden Hirtenbrief gegen die Gleichstellung von Lesben und Schwulen verlangt (queer.de berichtete). Weil der DBK-Vorsitzende Erzbischof Robert Zollitsch die Anti-Euro-Partei in einem Interview für unwählbar erklärt hatte, empörte sich AfD-Bundestagskandidatin Beatrix von Storch in einem Offenen Brief: "Die Grünen wollen die Homo-Ehe. Und Sie warnen – als katholischer Bischof – nicht vor den Grünen, sondern der AfD? Was ist Ihre Aufgabe?" (cw)

-w-

#1 LucaAnonym
  • 08.09.2013, 11:32h
  • Wenn die sich nicht mit der Trennung von Staat und Kirche abfinden können und ständig versuchen, demokratische Prozesse zu manipulieren, gehören die unter Beobachtung des Verfassungsschutzes!!

    Solche undemokratischen Umtriebe und Einflussversuche sind der beste Beleg dafür, dass eine echte Trennung von Staat und Kirche wichtiger denn je und längst überfällig ist!
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#2 Tobi CologneAnonym
  • 08.09.2013, 11:35h
  • Tja, der politische Arm der katholischen Kirche, die CDU/CSU, hat ja schon deutlich gesagt, dass es mit ihnen keinerlei Menschenrechts-Fortschritte geben wird.

    Egal, was so ein paar naive LSU'ler in ihrer Phantasie erträumen und was die Schoßhündchen von der FDP versprechen (die sich ja bisher auch nie durchgesetzt haben, sondern brav gespurt haben)...
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#3 chillandAnonym