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Geständnis
Wentworth Miller wollte sich umbringen
- 09. September 2013 2 Min.

Wentworth Miller in einem Promo-Bild für "Prison Break". In der Fernsehserie stellte er in 81 Folgen den Bauingenieur Michael Scofield dar, eine Art MacGyver des neuen Jahrhunderts (Bild: FOX)
Gut zwei Wochen nach seinem Coming-out gesteht der amerikanische Schauspieler, dass er mehrfach versucht habe, sich das Leben zu nehmen.
Bei einer Benefizveranstaltung in Seattle erklärte Wentworth Miller, er habe mehrere Suizid-Versuche hinter sich, weil er nicht mit seiner sexuellen Orientierung zurecht kam. "Als ich aufgewachsen bin, war ich eine Zielscheibe", erklärte Miller am Samstag bei der Gala der Homo-Gruppe Human Rights Campaign. Er versuchte daher, nicht schwul zu wirken und sich möglichst männlich auszudrücken. "Tausendmal dachte ich, ich erfülle nicht die Erwartungen von anderen", so Miller.
Der 41-Jährige habe erstmals im Alter von 15 Jahren versucht, sich das Leben zu nehmen: "Ich habe gewartet, bis meine Familie weg und ich alleine im Haus war und schluckte eine Dose Pillen. Ich kann mich nicht mehr erinnern, was in den nächsten paar Tagen passierte, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass ich am Montagmorgen im Bus zur Schule saß und vorgab, alles sei in Ordnung". Der Suizid-Versuch sei kein Schrei nach Hilfe gewesen: "Man kann nur nach Hilfe schreien, wenn man denkt, dass man Hilfe kriegt."
Angst um Karriere
Seine Homosexualität einzugestehen, sei sehr schwierig gewesen: "Ich hatte viele Möglichkeiten, die Wahrheit zu sagen, dass ich schwul bin. Aber ich habe mich immer wieder entschieden, das nicht zu tun. Meine Familie und meine Freunde wussten es, aber nicht die Öffentlichkeit. Ich habe mich entschieden zu lügen. Als ich über die Möglichkeit des Coming-outs nachdachte und darüber, wie das meine Karriere beeinflussen könnte, war ich voller Angst."
Miller, der vor allem durch seine Hauptrolle in der Fernsehserie "Prison Break" bekannt wurde, hatte sich Ende August geoutet, um gegen die homophobe Politik Russlands zu protestieren (queer.de berichtete). "Ich bin sehr beunruhigt über die aktuelle Haltung der russischen Regierung zu homosexuellen Männern und Frauen und deren Behandlung", erklärte er auf der Website einer Homo-Gruppe. Anlass war die Einladung zu einem Filmfestival in St. Petersburg gewesen. Er müsse diese Einladung "als schwuler Mann" ablehnen, so Miller.
Studien zeigen seit Jahren, dass die Selbstmordrate unter jungen Schwulen und Lesben weit höher ist als in der Durchschnittsbevölkerung. Dafür werden vor allem schädliche äußere Einflüsse verantwortlich gemacht. So kam eine US-Studie 2011 zu dem Ergebnis, dass die Selbstmordrate unter schwulen Jugendlichen in konservativen Gegenden höher ist als in einer Umgebung, in der Homosexualität eher akzeptiert ist (queer.de berichtete). (dk)














