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  • 10. September 2013 41 2 Min.


In der Doku "Der Kampf der Kleinen" stellte die ARD Kleinstparteien und ihre Weltsicht vor

Auweia. Der durchaus auch zum Amüsement gedachte Film "Der Kampf der Kleinen", den die ARD am Montag abend zum Bundestagswahlkampf ausstrahlte, zeigte, wie vielfältig die Welt der Vorurteile bei einigen Kleinstparteien ist. Auch Homophobie wurde offen gezeigt.

Etwa beim Besuch des TV-Teams in Gifhorn, wo ein Mitglied der Partei Bibeltreuer Christen in die Fußgängerzone predigt: "Gott hat sich das anders gedacht: Dem Adam hat er eine Eve geschaffen, liebe Leute, und nicht einen Steve." Eine Freude über den "originellen" Spruch ist ihm dabei anzumerken.

Dann ist Schluss mit lustig. Detleff Karstens, der stellvertretende Bundesvorsitzende der Partei, sagt der ARD über Homosexuelle:

Bei Leuten, die so natürlich veranlagt sind, und nicht nur dafür geworben worden, reingefallen sind, die sind halt in gewisser Weise behindert, in normaler Weise sich sexuell fortzupflanzen. Und mit Behinderten gehen wir grundsätzlich freundlich um.


Detleff Karstens

Dabei hätte das auch noch schlimmer kommen können: Die Partei macht in ihrem TV-Werbespot Stimmung gegen Regenbogenfamilien (queer.de berichtete) und spricht sich in ihrem Grundsatzprogramm für eine "Wiedereinführung der Bestrafung von Kuppelei und von homosexuellen Beziehungen mit Jugendlichen" aus; Karstens sagte dazu einmal, es gehe um den "Missbrauch von Jugendlichen und Kindern durch homosexuelle Männer, im Volksmund bekannt als 'Knabenschändung'".

Szenenwechsel, Bonn: Das Bündnis Innovation und Gerechtigkeit (BIG), eine muslimische Partei, will hingegen kein grundsätzliches Problem mit gleichgeschlechtlichen Paaren haben. Der Parteivorsitzende Haluk Yildiz sagt allerdings in die Kamera: "Man sollte Strukturen nicht vermischen. Deswegen haben wir unseren Slogan gehabt: Apfel ist nicht gleich Birne."

Wie Angela Merkel stört Parteimitglieder vor allem das Adoptionsrecht. Ilhan Ünsal, Schatzmeister der Bundespartei, hat dazu "rustikale Thesen", wie die Stimme aus dem Off das folgende zusammenfasst:

Es gab ja die Debatte, dass man gesagt hat, dass Homosexuelle ihre Kinder dann missbrauchen werden. Ich will mir dass nicht anmaßen, dies zu sagen. Aber auch wenn nur ein Prozent die Wahrscheinlichkeit besteht, dass ein Pädophiler dieses Gesetz missbraucht, zwei Pädophile dieses Gesetz missbrauchen und ein Kind missbrauchen, misshandeln oder vergewaltigen, dann muss man sich überlegen: Lohnt sich das?


Ilhan Ünsal

Immerhin: Im Wahlprogramm des Partei findet sich nichts zu der Ablehnung des Adoptionsrechts, das Thema scheint nicht im Vordergrund zu stehen. Und man muss wohl annehmen, dass viele weitere Parteien aus dieser Sendung ähnliches gesagt haben. Das Rohmaterial etwa zum Gespräch mit der NPD hätte man gerne gesehen.

Wenigstens musste man sich bei der Sendung nicht fremdschämen: Die DSLP tritt ja erst bei den Europawahlen an. (nb)

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-w-

#1 usererEhemaliges Profil
#2 Foxie
  • 10.09.2013, 13:54h

  • Die üblichen skurrilen Argumente, gepaart mit der Überzeugung, die Gedanken ihres imaginären Gottes zu kennen.
    Das wäre mir ein Vergnügen, mit denen mal live zu plaudern.
    Wenn man jedoch überlegt, dass deren "Weisheiten" auch von denen aufgenommen werden, die dann ihr Kreuzchen bei schwarzgelb oder sclimmer un machen.
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#3 philAnonym
  • 10.09.2013, 13:55h
  • Zitat:
    "Bei Leuten, die so natürlich veranlagt sind, und nicht nur dafür geworben worden, reingefallen sind, die sind halt in gewisser Weise behindert, in normaler Weise sich sexuell fortzupflanzen. Und mit Behinderten gehen wir grundsätzlich freundlich um."

    Ganz ehrlich: Ich habs gelesen und musste lachen. Ich dachte das wäre ein zynisch sakastischer Kommentar des Reporters.

    Dann ist mir aber der Mund offen geblieben als ich gelesen habe wer das gesagt hat.
    Meint der das ERNST?!

    Da helfen uns alle Rechte nichts solange dieses absurde Denken in den Köpfen der Leute ist.

    Auch die Knabenschändung, gehts noch?! Wie oft kommt denn sexueller Missbrauch von Kindern bei heten Paaren vor?!

    Ach ja, die jetzige Regierung ist auch freundlich zu Behinderten. Wie erklären wir uns sonst das Auftreten eines Detleff Karstens.
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