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Interview zur Deutschland-Tour
Margaret Cho: "Man muss laut sein, um gehört zu werden"
- 13. September 2013 3 Min.

Margaret Cho bereitet sich schon mal textiltechnisch auf die Deutschland-Tour vor
US-Komikerin Margaret Cho spricht im queer.de-Interview über offene Beziehungen, den Kampf für gleiche Rechte und ihr neues Bühnenprogramm "Mother", mit dem sie im Dezember in Deutschland auftreten wird.
Von Dennis Klein
Sie ist eine jener amerikanischen Comedians, die insbesondere von Schwulen geliebt und von Moralaposteln verachtet wird: Die bisexuelle Margaret Cho redet in ihren Shows gerne über Sex und das Leben in einer Deutlichkeit, die im US-Fernsehen zu vielen Piepsern führt. Die 44-Jährige, die auch durch Auftritte in Serien wie "Drop Dead Diva" und "30 Rock" bekannt wurde, kommt Ende des Jahres nach Berlin, Köln und München.
Erzähl uns von der "Mother"-Tour. Was können wir erwarten?
Margaret Cho: Die Show ist hysterisch, krank, kritisch, genial, lustig – und sehr schlüpfrig. Ich erkläre mich zur "Mother of Comedy". Ich bin zu jedermanns Mutter geworden.

Es gibt Aufführungen in Berlin, Köln und München
Wen willst du damit ansprechen?
Jeden! Ich glaube wirklich, dass etwas für jeden in der Show zu finden ist. Sie ist politisch, sexy und überdreht.
Wirst du dein Programm für das deutsche Publikum anpassen, vielleicht manches abschwächen?
Ich weiß nicht, wie ich etwas abschwächen kann. Die Dinge sind eben, wie sie sind. Ich versuche natürlich, meine paar Wörter Deutsch einzubringen und mit dem Publikum persönlich zu kommunizieren. Wir befinden uns in einer globalen Kultur, in der jeder die gleichen Youtube-Videos anschaut oder das Gleiche online bestellt. Das Internet hat die Welt klein gemacht.
Du hast vor kurzem für Aufregung in einer US-Fernsehsendung gesorgt, als du Monogamie als "ekelhaft" bezeichnet hast. Kannst du anderen dein Konzept der offenen Beziehung weiterempfehlen?
Ja. In Beziehungen ist mir aber vor allem Ehrlichkeit wichtig. Für mich ist Monogamie keine Religion, die ich ablehne. Ich bin nur nicht dafür geschaffen. Also will ich eine echte und ehrliche Beziehung mit meinem Partner. Ich bin zwar nicht monogam, aber lebe schon seit zehn Jahren in einer erfolgreichen und glücklichen Ehe mit einem Mann. Das hat bei mir immer funktioniert und ich hoffe, das bleibt auch so.
Hast du dich nie nach einem "traditionelleren" Leben gesehnt?
Doch, natürlich. Aber ich denke nun mal, dass ich in einer anderen Lebenssituation nicht glücklicher wäre. Weißt du, ich liebe mein Leben und mag die Ehrlichkeit und Hingabe in meiner Beziehung. Etwas anderes interessiert mich gar nicht.
Du hast vor kurzem John Travolta als schwul geoutet. Was antwortest du Leuten, die sagen, dass man keine Promis gegen deren Willen outen sollte?
Ich glaube, ihm ist das gleichgültig und ich meinte das auch nicht ernst. Das habe ich im Zusammenhang mit einem Witz gesagt, in dem Helen Mirren und ein Polizeizeichner plötzlich die Wahrheit wie Schuppen von den Augen fällt. Es ging mir nicht wirklich ums Outen, auch nicht um den Promi-Status. Es ging mir darum, einen skurrilen Witz zu erzählen – das lehne ich niemals ab.
Als Aktivistin für LGBT-Rechte wird dir sicher aufgefallen sein, dass Teile der USA bei der Gleichstellung schon viel weiter sind als Deutschland. Was würdest du deutschen Aktivisten empfehlen, damit wir aufholen?
Man muss immer laut sein und seine Geschichte erzählen, um sicherzustellen, dass man gehört wird. Jeder kann ein Aktivist sein. Es fängt schon mit dem privaten Gespräch an, in dem man seine Meinung sagt. Wir müssen nur immer wieder sagen, was wir brauchen.
Im Dezember 2013 kommt Margaret Cho nach Deutschland. queer.de präsentiert die folgenden Shows:
09.12. Berlin, Admiralspalast Berlin
12.12. Köln, Gloria Theater
20.12. München, Freiheizhalle
Tickets sind bereits online erhältlich.
Links zum Thema:
» Homepage von Margaret Cho
Mehr zum Thema:
» Margaret Cho: Monogamie ist "ekelhaft" (09.08.2013)
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