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- 22. November 2004 2 Min.
Aufruhr in Griechenland über den neuen Film von Oliver Stone: Griechische Anwälte wollen klagen, weil Alexander als bisexuell dargestellt wird
Von Tanja Reinsfelder
Schon vor Kinostart sorgt der Film "Alexander" in Griechenland für großen Wirbel. Weil Alexander der Große in diesem Kino-Epos als bisexuell dargestellt wird, haben eine Gruppe von griechischen Anwälten am Freitag bekanntgegeben, dass sie den Regisseur und die Warner-Brothers-Filmstudios außergerichtlich dazu aufgefordert haben, in den Vorspann eine Bemerkung aufzunehmen, die deutlich macht, dass der Film nicht auf Fakten basiert und Fiktion ist. Yannis Varnakos, der Sprecher der Anwaltsgruppe, gab zwar zu, dass er den Film noch nicht gesehen hat, aber schon genug Beweis gesammelt habe, um davon auszugehen, dass der Film auf "unzutreffenden Referenzen" beruht. Weder Stone noch Warner Brothers haben bis jetzt auf die angedrohte Klage reagiert.
"Alexander" zeigt, mit Colin Farrell in der Hauptrolle, das Leben des großen Feldherrn von seiner Jugend bis hin zu seinem einsamen und mysteriösen Tod als Herrscher des größten Reiches der Weltgeschichte. Da schon Historiker wie Plutarch und Curtius in der Antike keine Geheimnisse um Alexanders Bisexualität machten, wurde auch dieser Teil der Persönlichkeit des Herrschers in den Film mit aufgenommen. Auch moderne Historiker sind sich einig, dass Alexander bi, wenn nicht sogar schwul war. Griechen haben diese Theorien jedoch zu keiner Zeit akzeptiert und bestehen darauf, dass er hetero war.
Bereits Anfang Oktober gab es Diskussionen über "Alexander", dessen Kinostart angeblich verschoben wurde, um auf Druck der Studiobosse einige schwule Sexszenen aus dem Film herauszuschneiden. Jeff Robinov, Produktionsvorsitzender von Warner Brothers, hatte dieses revidiert. Man habe keine Sexszenen geschnitten, den Filmstart stattdessen nach hinten gelegt, um eine bessere Berücksichtigung bei den Oscar-Nominierungen zu bekommen.
22. November 2004
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05:45h, Phoenix:
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Im alten Griechenland gab es eine gerühmte Eliteeinheit von 300 Männern, von der Archäologen und Historiker heute vermuten, dass sie aus 150 männlichen Liebespaaren bestand.
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