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Einzelkommentar zu:
Domian an Bisexuelle: Zeigt euch!


#92 AgnostikerbaerAnonym
  • 26.09.2013, 19:52h
  • Bisexualität - hm ...

    Ich denke, es ist einfach wichtig, dass man Homo- wie Heterosexualität und alles dazwischen als gleichwertige Varianten menschlichen Sozial- und Sexualverhaltens begreift. Dann erübrigt sich auch die Frage der "Ätiologie". Wie entsteht Homosexualität? Keine Ahnung. Ist das wichtig? Wie entsteht denn Heterosexualität? Ach, es geht um Bisexualität? Egal ... Wir sind halt alle Menschen und die meisten von uns irgendwie "sexuell" ...

    Das letztlich eher defensive Beharren auf die "Born-this-way"-Hypothese anstatt die gesamte Fragestellung zurückzuweisen, lässt sich m. E. auf die massiven Angriffe, "Therapie"-, "Umpolungs"- und neuerdings auch "Abstinenz"-Angebote gegenüber "der Homosexualität" vor allem auch aus der religiösen Ecke zurückführen.

    Zwar glaube ich nicht, dass alle Menschen eigentlich bisexuell sind. Aber die Zahlen des Kinsey-Reports oder einen rezenten Schweizer Studie (Schiftan, Dania: Sexualverhalten in der deutschsprachigen Schweiz, Bern 2007), nach der ca. 29 % der erwachsenen Männer über gleichgeschlechtliche Erfahrungen "bis zum Orgasmus" verfügen, legen es doch nahe, dass es jenseits der Binaritäten von Homosexualität hier und Heterosexualität dort noch etwas anderes geben muss. Für mich als primär schwul empfindenden Mann ist da vieles nicht nachvollziehbar - etwa die Vorliebe für Männer in Damenwäsche. Aber es braucht ja auch gar nicht mein Ding zu sein. Hauptsache es gefällt anderen und die haben ihren Spaß daran!

    Seltsam ist allerdings etwa die Auffassung mancher Bi-Männer, dass sie nie einen anderen Mann küssen könnten. Kann ja sein, dass sie emotional davor wirklich zurückschrecken. Aber wenn man auf frühere Zeiten (etwa die des "Freundschaftskults" vom 17. bis zum 19. Jahrhundert) zurückblickt, in denen ein wesentlich körperbetonterer und auch "zärtlicherer" Umgang zwischen Männern (allen Männern) als heutzutage üblich war, dann wird schon deutlich, dass hier soziale Tabus usw. mit hineinspielen.

    Ein solches Thema wie "Bisexualität" legt nahe, sich auch persönlich dazu zu äußern. Na denn. Ich bin Jahrgang 1956. In der Pubertät gab es in meinem gleichaltrigen sozialen Umfeld jede Menge harmlose Spielereien (gegenseitiges Wichsen, Knutschen, Rangeln), an denen sich die meisten Jungs (oft auch zu mehreren) beteiligten. Und es hat allen unheimlich Spaß gemacht! Obwohl ich auch damals schon ganz eindeutig in Richtung "männliches Geschlecht" tendierte, machten mich aber auch Mädchen / Frauen (hier vor allem die Brüste) in gewisser Weise spitz. Das war bei mir aber immer nur eine "Nebenströmung". Als wir älter wurden, erzählten die anderen Jungs immer mehr von Mädchen und ihren sexuellen Vorzügen. Da habe ich gemerkt, dass ich da halt nicht so drauf abfahre und ganz deutlich das eigene Geschlecht bevorzuge. Ich hatte dann einige kurze sexuelle Erfahrungen mit Frauen. War eher nix für mich. Für mich begann nun die Zeit der ersten gleichgeschlechtlichen Beziehungen: Zweisamkeit, Küsse und Gefühle ... Ich verstand mich als "schwul" und habe damit auch nicht hinter'm Berg gehalten. Ich steh halt auf (bärige) Männer!

    Später dann war ich "fest befreundet". Mein letzter Freund, mit dem ich 24 Jahre zusammengelebt hatte, starb 2007 am Herzinfarkt.

    Gegen Frauen und auch ihre körperlichen Berührungen habe ich nie etwas gehabt. Claro könnte ich auch eine Frau küssen - so etwas mit einem Mann zu tun, den ich begehre, hat für mich aber eine ganz andere Erlebnisqualität. In all dieser Zeit ist es alle paar Jahre mal vorgekommen, dass ich auch für eine Frau sexuell sporadisch mal etwas (wenig) empfunden habe. Das war in der Pubertät noch stärker ...

    Na ja, so sieht's halt bei mir aus ...
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