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Einzelkommentar zu:
Domian an Bisexuelle: Zeigt euch!


#101 sperlingAnonym
  • 29.09.2013, 14:06h
  • Antwort auf #100 von Aranos
  • vielleicht habe ich einige deiner aussagen falsch interpretiert. möglicherweise hat der letze satz aus deinem beitrag #12 dazu beigetragen:

    >"wir müssen endlich kapieren, dass die wirkliche Befreiung und Integration der Homosexuellen erst über die Befreiung der Bisexuellen möglich werden wird."

    das klang nicht danach, als ob du nur ein paar anmerkungen zu einer kleinen gruppe der bisexuellen machen möchtest, sondern, als ob du das modell "homosexuelle werden über bisexuelle in familien eingebunden" als eine art allheilmittel der homo-"integration" propagieren möchtest. wenn das nicht der fall war, dann ist es ja gut.

    >"Wer bi ist und sein Leben lang in einer heterosexuellen Ehe lebt, ist sicherlich trotzdem bi, aber er lebt eben nicht konsequent bisexuell."

    kann sein, aber da ist ja auch noch die möglichkeit der seriellen monogamie. die muss man nicht ideal finden und erst recht nicht für alle propagieren, aber sie ist eben auch eine möglichkeit bisexuellen lebens, der ich nicht absprechen würde, "konsequent" zu sein.

    >"Warum sollte es "bi-feindlich" oder sonstwie "feindlich" bzw. negativ sein, davon auszugehen, dass jemand nicht monogam lebt?"

    hier hast du mich komplett missverstanden. ich halte es nicht für negativ, nicht monogam zu leben. ich halte es aber für ein bi-feindliches vorurteil, bisexuellen pauschal zu unterstellen, sie seien UNFÄHIG, monogam zu leben. das schließt an deine formulierung der angeblich einzig "konsequenten bisexuellen lebensweise" an.

    was die biologistische argumentation angeht, so glaube ich nicht, dass die einzige möglichkeit, die biologismen unserer gegner_innen zu entkräften, darin besteht, ihnen andere, angeblich "wahre" biologismen entgegenzusetzen. ich kenne kaum irgendeine biologistische argumentation, gerade im geschlechterbereich, die nicht auf reinen spekulationen beruht. ich halte es für strategisch klüger und redlicher, zu sagen: wir wissen nicht viel über das soziale leben unserer frühmenschlichen vorfahren und sollten daher nicht spekulieren, was angeblich "natürlich" an unserem sozialverhalten ist und was nicht, sondern sollten überlegen, welche art von sozialverhalten wir uns wünschen. im großteil der fälle stellt sich bei genauerer betrachtung ohnehin heraus, dass am anfang der biologistischen argumentation der wunsch stand, eine vorgegebene ethische aussage zu "begründen" ("männer sind soundso, weil...", "homosexuelle sind soundso, weil..."). die angeblichen "fakten" werden dann einfach spekulativ diesem wunsch angepasst.

    >" Die Augen vor der Forschung zu verschließen, aus Angst, es könne dabei etwas negatives für uns herauskommen, hat sich stets als unbegründet erwiesen"

    ich schätze, dass du mit der geschichte der homosexualitätsforschung nicht unvertraut bist. schau dir einmal die "wissenschaftlichen" ätiologien der homosexualität und ihre sozialen folgen an. diese forschung hat negative klischees zementiert, und die aus ihr abgeleiteten "heilungs"-versuche haben sogar viele menschenleben gekostet.

    ich sehe forschung auch in diesem bereich nicht von vornherein als negativ an. aber die behauptung, da sei nie "etwas ngeatives herausgekommen", die ist leider sehr relaitätsfern.
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