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  • 25. September 2013 11 2 Min.

Am 6. und 7. Dezember soll Sir Elton John in Russland auftreten (Bild: Ernst Vikne / flickr / by-sa 2.0)

Mehrere homophobe Gruppen fordern die russische Regierung auf, Auftritte des schwulen Künstlers in Russland zu verbieten.

In Russland gibt es Widerstand gegen Konzerte des britischen Sängers Elton John, der Anfang Dezember in Moskau und Kasan auftreten soll. Die Gruppe "Eltern-Komittee" aus der Uralregion hat etwa russischen Medienberichten zufolge in einem offenen Brief an Präsident Wladimir Putin gefordert, dem 66-Jährigen die Einreise zu verweigern. Begründung: "Der Sänger kommt unter dem Vorsatz ins Land, lokale Perverse zu unterstützen und will damit das russische Gesetz brechen, das Kinder beschützt."

Auch kirchliche Gruppen wenden sich gegen den Auftritt des Briten. So erklärte die "Union der orthodoxen Bruderschaften", dass der Auftritt von Elton John eine "Beleidigung für alle russischen Staatsbürger" sei. Der Brite mache sich über die russischen Gesetze lustig, erklärten die Fundamentalisten.

Verstoß gegen "Propaganda"-Gesetz?

Elton John hatte bereits vor einer Woche angekündigt, dass er Schwule und Lesben öffentlich unterstützen wolle (queer.de berichtete). Damit würde er theoretisch gegen das im Juni in Kraft getretene Gesetz gegen Homo-"Propaganda" verstoßen, das jegliche öffentliche "Werbung" für "nicht traditionelle sexuelle Verhältnisse" untersagt, angeblich aus Jugendschutzgründen. Allerdings hatten bereits ähnliche "Verstöße" gegen das regionale Gesetz gegen "Propaganda" in St. Petersburg durch Lady Gaga und Madonna trotz Anzeigen zu nichts geführt.

Im Interview mit dem US-Radiosender NPR hat der Sänger am Dienstag seine Auftritte in Russland verteidigt: "Auf der einen Seite will ich sagen: 'Ich geh da nicht hin und ihr könnt alle zum Teufel gehen'. Aber das hilft keinem Homosexuellen dort drüben". Er wolle sich deshalb "diplomatisch" verhalten und nicht einfach Präsident Wladimir Putin verfluchen, sagte der Sänger weiter. "So verhält man sich einfach nicht", erklärte Elton John.

Der britische Künstler hatte bereits 2010 ein Auftrittsverbot in Ägypten erhalten. Grund war damals eine Aussage Johns über einen "schwulen Jesus" (queer.de berichtete). (dk)

-w-

#1 AlexAnonym
  • 25.09.2013, 20:19h

  • Mit Zensur von Kunst fängt es immer an. Wie das endet wissen wir leider nur zu gut.

    Wie lange wollen wir noch tatenlos wegsehen und diese faschistische Diktatur gewähren lassen?!
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#2 alexander
  • 25.09.2013, 20:20h
  • schon blöd, in russland für homorechte kämpfen zu wollen, aber in deutschland frau merkel ständchen zu bringen??? GRÜBEL???
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#3 MeineFresseAnonym
  • 25.09.2013, 21:03h
  • Antwort auf #1 von Alex
  • Die Frage ist: Was will man tun?

    Erstmal müsste man (oder besser gesagt die Kräfte die die exakten Hintergründe kennen) nachvollziehen, warum die Situation sich so verschlechtert hat.
    Gut war die Situation ja auch vorher nicht. Es gab keinen konkreten, für Aussenstehende sichtbaren "Grund" für dieses Anziehen der daumenschrauben.

    Dann müsste man herausfinden, ob und wie eine Aufklärung der Gesellschaft langfristig möglich wäre.

    So wie es jetzt ist, ein paar gehen mit Regenbogenflaggen raus, werden niedergebrüllt und verhaftet oder angegriffen, die Homophoben sind froh, das Vaterland vor gefährlichen Pädos und Perversen geschützt zu haben oder einfach legal Dampf ablassen zu können und dann geht es wieder von vorne los. Damit wird sich wohl wirklich nichts bewegen.

    Ich frage mich wirklich, wie es sein kann, dass auch gebildete Menschen (nicht der Neonazi-Mob, aber Politiker etc.) so drauf sind. Allerdings ist das ja hier teilweise auch so, dass sämtliche rationalen und wissenschaftlichen Erkenntnisse ignoriert werden.
    Und wie der ganze Staatsapparat diesem Geschwafel von Kinderschutz zustimmen kann, während im Internet Jugendliche mißhandelt (ud angeblich auch vergewaltigt, ich habe kein solches video gesehen aber in einem Artikel stand, dass neonazis Strichjungen vergewaltigen) und niemand darauf eingeht.
    Und warum niemand fragt, warum homosexuelle Teenager nicht geschützt werden.
    Und warum niemand fragt warum die Macher solcher Videos nicht bestraft werden.

    Haben die Journalisten, Angst ermordet zu werden? Was ist da los?
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