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  • 06. Oktober 2013 29 2 Min.

Der Protest in Athen stand unter dem Motto "#loveisnotpropaganda"

Rund 30 Schwule und Lesben demonstrierten bei der Zeremonie in Athen. Am Sonntag kam es auch zu einem Protest in Moskau; dabei wurden vier Aktivisten verhaftet.

In Athen haben am Samstag Dutzende Schwule und Lesben ein Zeichen gegen die homophobe Gesetzgebung in Russland gesetzt: Sie protestierten am Rande der Fackelübergabe zu den Olympischen Winterspielen in Sotschi, bei der unter anderem Russlands stellvertretender Ministerpräsident Dmitri Kosak anwesend war.

Der Protest der rund 30 Schwulen und Lesben der Gruppe Colour Youth brachte es so weltweit in die Fernsehbilder. Auf Schildern standen Sprüche wie "Liebe ist keine Propaganda" und "Homophobie ist nicht der Olympische Geist".

Die Flamme war zuvor durch Griechenland getragen worden und wurde anschließend per Flugzeug nach Moskau gebracht. Ab Montag wird sie quer durch Russland nach Sotschi getragen, wo sie bei der Eröffnungszeremonie am 7. Februar das Olympische Feuer entfachen soll.

Youtube | Ein Bericht der BBC ging auf den Protest in Athen ein

Verhaftungen in Moskau

Was Schwule und Lesben, die öffentlich für sich eintreten, in Russland erwartet, machte derweil ein Protest in Moskau am Sonntag deutlich. Sechs Aktivisten demonstrierten gegen ein Gesetz, das im nächsten Frühjahr im russischen Parlament beraten wird und schwulen und lesbischen Elternteilen das Sorgerecht für ihre Kinder entziehen könnte (queer.de berichtete).

Wie fast jeder LGBT-Protest wurde die Demo schnell von der Polizei aufgelöst, obwohl Passanten die Beamten zu beschwichtigen suchten. Vier Aktivisten, die nicht rechtzeitig fliehen konnten, wurden kurzzeitig festgenommen.

Ein mitgeführtes Banner der Protestler zierte ein gezeichnetes Gesicht, das aus Gesichtsmerkmalen von Hitler, Putin und den Duma-Abgeordneten Elena Misulina und Alexej Schurawlew zusammengestellt wurde. Die beiden Abgeordneten waren für das "Propaganda"- und das Sorgerecht-Gesetz verantwortlich. Zu der Frage, ob das neue Gesetz eine Mehrheit finden wird, gibt es widersprüchliche Aussagen.

Der Protest fand zeitgleich zur Entgegennahme der Olympischen Flamme auf dem Roten Platz durch Präsident Wladimir Putin statt. Die Zeremonie selbst wurde nur durch eine Panne gestört: die Flamme ging beim Erreichen des Platzes aus und musste neu entzündet werden. (nb)

Youtube | Der Moskauer Protest als Video
-w-

#1 YannickAnonym
  • 06.10.2013, 21:36h
  • Das zeigt wieder mal, dass die Idee der Leute, die auf Boykotte verzichten wollen und meinen, auch ohne Boykotte würde sich was ändern, illusorisch ist.

    99% der Medien haben vom Ankommen der Fackel in Russland berichtet, aber nichts über die schwul-lesbischen Proteste.

    Da sind genau die kritiklosen, schönen Bilder, die Putin haben will, um seiner Diktatur internationalen Glanz zu verleihen.

    Da sieht man wieder mal, dass es ohne Boykotte keine Aufmerksamkein für die Menschenrechtsverletzungen gibt.
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#2 BoykottAnonym
  • 06.10.2013, 21:44h
  • Antwort auf #1 von Yannick
  • Volle Zustimmung!

    Die Fackelübergabe hat ja schon gezeigt, was uns dann nächstes Jahr bei den Olympischen Spielen erwarten wird.

    Eine überwiegend kritiklose Berichterstattung, die diese faschistische Diktatur auch noch bejubelt und ihre die bunten Bilder liefert, um über die Wahrheit hinwegzutäuschen.

    Ohne Boykotte wird die Menschenrechtslage kein mediales Thema sein. Nur Boykotte bringen wirklich mediale Aufmerksamkeit. Und angenehmer Nebeneffekt ist, dass sie auch noch Putin blamieren und schaden.
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#3 Hemez
  • 06.10.2013, 22:27h
  • Antwort auf #1 von Yannick
  • @Yannick - Ich kann deine Frustration sehr gut verstehen. Auch ich empfinde es als eine Schande, das in den Medien so gut wie nichts über die Menschenrechtsverletzungen in Russland berichtet wird. Da sind selbst die Straßenhunde in Rumänien wichtiger und bekommen mehr Aufmerksamkeit als die Menschen in Russland.

    Trotzdem bin ich absolut gegen einen Boykott der Winterspiele. Auch die russischen LGBT-Aktivisten sprechen sich gegen einen Boykott aus. Man darf den Fokus nicht von Russland ablenken. Die Welt muss zuschauen und es ist unsere Aufgabe die Medien noch stärker auf das Thema zu sensibilisieren, damit darüber berichtet wird. Der Druck muss noch stärker werden. Wenn es gelingt die Medien auf unsere Seite zu ziehen, dann sind die Winterspiele in Russland eine riesen Chance.

    Wenn ich mich gegen einen Boykott ausspreche, dann bezieht sich das aber nur auf die Sportler! Auf politischer Ebene wäre ein Boykott eine starke Waffe. Wenn Staatschefs und politische Vertreter von den Winterspielen fern bleiben würden wäre das ein großartiges Zeichen. Liebesentzug ist immer noch die beste Strategie. Du hast natürlich recht das Putin die Winterspiele als Propaganda-Event missbrauchen will. Wenn er aber keine Hände schütteln kann, dann geht der Plan nicht auf.

    Es liegt also an uns die Medien noch stärker mit der Nase auf die Menschenrechtsverletzungen zu stoßen und Druck auf unsere Politiker auszuüben nicht nach Sochi zu fliegen.
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