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Menschenrechte
Argentinien erkennt sechsjähriges Kind als transsexuell an
- 10. Oktober 2013 2 Min.

Das Transsexuellenrecht in Argentinien gilt als das fortschrittlichste der Welt
Zeit seines Lebens fühlte sich der sechsjährige Manuel aus Buenos Aires als Mädchen. Nach dem neuen Transsexuellengesetz Argentiniens haben die Behörden das Kind nun als weiblich anerkannt.
Manuel erhielt den neuen Namen Luana (Rufname: Lulu) in ihrer neuen Geburtsurkunde und ihrem neuen Personalausweis, der nach Angaben der Nachrichtenagentur AP am Mittwoch ausgestellt wurde.
Damit wurde erstmals das im vergangenen Jahr geänderte Transsexuellengesetz auf ein Kind angewendet. Das einstimmig im Senat beschlossene Gesetz besagt, dass Menschen ihren Namen und ihr Geschlecht in behördlichen Dokumenten ohne Zustimmung eines Richters oder eines Arztes ändern können und keine operativen Veränderungen durchführen müssen. Es war im vergangenen Jahr enthusiastisch von Trans-Aktivisten als "bahnbrechend" begrüßt worden und gilt als die fortschrittlichste Regelung der Welt (queer.de berichtete).
Ein Antrag von Lulus Mutter auf Änderung des Geschlechts und des Namens ihres Kindes war noch im vergangenen Dezember abgelehnt worden. Allerdings hat sich daraufhin das Jugendministerium in den Fall eingeschaltet und erklärt, dass auch Bürger unter 14 Jahren in der Lage sind, vom Gesetz Gebrauch zu machen. Ansonsten würden die Menschenrechte von jungen Transsexuellen missachtet.
Lulu, die mit einem Zwillingsbruder aufgewachsen ist, hat sich nach Angaben ihrer Mutter geweigert, die Kleidung von Jungs zu tragen, seit sie vier Jahre alt war. Die Mutter dankte den Behörden dafür, dass sie die Rechte ihrer Tochter respektiert hätten.
Argentinien hat sich in den letzten Jahren für Minderheitenrechte stark gemacht. So wurde 2010 auf Initiative von Präsidentin Cristina Kirchner die Ehe für Schwule und Lesben geöffnet (queer.de berichtete). Kirchner begründete die aktive Minderheitenpolitik unter anderem mit den Menschenrechtsverletzungen während der Zeit der Militärdiktatur und der paternalistischen Politik der katholischen Kirche. (dk)














