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  • 13. Oktober 2013 19 2 Min.

Die russische Version des Sportsenders kritisiert Queer.de, weil das Portal Nachrichten aufbausche.


Ein wohlwollender Bericht mit etwas Anti-Homo-Propaganda

Die russische Version des Senders Eurosport, der dem französischen Sender TF1 und der US-amerikanischen Discovery-Gruppe gehört, hat am Sonntag eine überraschend scharfe Kritik an queer.de geübt.

In dem Blogeintrag, in dem ansonsten mit vielen Bildern von Aktionen durchaus ausführlich und wohlwollend über den Einsatz von deutschen Offiziellen und Fans gegen Homophobie im Stadion berichtet wird, wird das Portal zunächst als größtes LGBT-Medium Deutschlands vorgestellt.

Allerdings seien Berichte über Diskriminierungen oft an den Haaren herbei gezogen, so Mikhail Biryukov, Bundesliga-Kolumnist für eurosport.ru. Auch werde auf queer.de wegen geringfügigster Sachen zu Protesten aufgerufen: "Manchmal ist diese Organisation wie eine homosexuelle Al-Qaida".


Queer.de = Al-Qaida

Als Beweis verlinkt ist ein Bild aus einer Artikel-Galerie, das die beiden russischen Fußballer Alexander Kokorin und Pavel Mamaev bei einem gemeinsamen Urlaub zeigt. Die Deutschen verbreiteten einfach, Freundinnen der Spieler müssten eine "Alibi"-Funktion ausüben, so eurosport.ru.

Dabei waren Spekulationen über eine Beziehung der Spieler zum Jahreswechsel erst in russischen und danach in vielen LGBT-Medien weltweit erschienen. Und queer.de brachte als einiges der wenigen Medien das erst Wochen später erfolgte Dementi der Fußballer. Von einem Alibi ist in dem Artikel, der auch über die Galerie verlinkt ist, allerdings überhaupt nicht die Rede.


Diese Urlaubsfotos hatten für Spekulationen gesorgt – auch in Russland

Was Eurosport.ru sagen will: Der Alibi-Gedanke werde quasi konstruiert, weil man Russland eine "weitverbreitete Verfolgung Homosexueller" und damit ein für ein Coming-out ungeeignetes Klima unterstelle. Also quasi ungerechtfertigt, wie dann ja quasi vieles, was derzeit an Kritik an Russland geübt wird.

Nun gab es in den letzten Monaten aus der weltweiten Gay Community durchaus eine teils über das Ziel hinaus schießende Kritik an Russland und durchaus auch einige fragwürdige Aktionen, was von russischen Medien genutzt wird, um die letztlich größtenteils berechtigte Kritik an einer schlimmen und sich stetig verschlechternden Lage für Schwule und Lesben abzuwehren.

Dass in Russland "Homosexuelle keine Lobby haben und Homophobie tief in Gesellschaft und Politik verwurzelt ist", wird eurosport.ru jedenfalls nicht so schnell in Abrede stellen können. Denn dieser Satz stammt aus einem Bericht der deutschen Eurosport-Kollegen. Anlass: Die Spekulationen über die beiden Fußballspieler. (nb)

 Update  Eurosport.ru hat inzwischen den Artikel abgeändert. Der Al-Qaida-Vergleich ist verschwunden, stattdessen heißt es, queer.de wäre "zu dogmatisch".

-w-

#1 timpa354Ehemaliges Profil
#2 Rechte SockeAnonym
  • 13.10.2013, 19:29h

  • EUROSPORT? Wenn ihr Faschisten aus Russland gerade mitliest, was habt ihr überhaupt mit Europa zu tun, dass ihr euch EUROsport nennen dürft?!
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#3 FoXXXynessEhemaliges Profil