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Rugby-Kalender 2014
Die Lowlanders machen sich nackig
- 16. Oktober 2013 2 Min.

Die Lowlanders zeigen sich in typisch niederländischen Landschaften
Die Franzosen haben vor gut zehn Jahren den Trend zum Rugby-Nacktkalender begonnen. Inzwischen zeigen viele schwule Teams ihre Hobby-Spieler textilfrei – so auch die Amsterdam Lowlanders.
Von Carsten Weidemann
Im kommenden Jahr wollen die 2005 gegründeten Amsterdamer Lowlanders (Englisch für "Tieflandbewohner") in Sydney den Titel des schwulen Rugby-Weltmeisters gewinnen. Doch wie die teure Reise für ein ganzes Team organisieren? Immer mehr Rugby-Teams finden die Lösung: Nackig machen und sich in hübschen ablichten lassen. Der Lowlanders-Kalender 2014 ist jetzt zu haben – und die Jungs zeigen, dass sie nicht nur ein Leder-Ei von einer Seite des Spielfeldes auf die andere tragen können. So posieren sie vor dem Amsterdamer Homo-Monument, am Hafen oder in den Szenvierteln der orangenen Schwulenmetropole.
Den Trend zum Nackt-Kalender haben übrigens nicht die schwulen Teams erfunden, sondern heterosexuelle Franzosen: Die Sportfunktionäre wollten Anfang des Jahrtausend dem heruntergekommenen Rugby-Sport ein neues Image geben und statt der üblichen Proleten auch andere Teile der Bevölkerung anziehen – insbesondere Frauen und Schwule. Neben pinken Outfits fiel dem Pariser Club Stade daher einen Nacktkalender mit den wohlgeformten Jungs an, der erstmals 2001 unter dem Namen "Dieux Du Stade" erschienen ist. Heute sind die "Götter des Stadions" aus vielen schwulen Schlaf-, Wohn- oder Badezimmern nicht mehr wegzudenken. Der Kalender für 2014 ist bereits erschienen (queer.de berichtete).
Rugby-Fieber auch in Deutschland
Dieser Kalender führte auch dazu, dass einige Schwulen ihr Interesse am Rugby entdeckten. Im vergangenen Jahr hat sich mit den Berlin Bruisers das erste deutsche Rugbyteam gegründet – und sich auch gleich für einen sexy Kalender ausgezogen (queer.de berichtete). Mitte diesen Jahres schafften die Bruisers ihren ersten Sieg bei einem internationalen Turnier (queer.de berichtete).
Schwule Rugby-Teams auf dem Kontinent wie die Bruisers oder die Lowlanders führen übrigens keine Kontrolle der sexuellen Orientierung durch – auch so mancher Hetero, der in einer offenen Atmosphäre spielen will, verirrt sich zu den schwulen Teams. Außerdem gibt es kaum multikulturellere Sportarten als Rugby, wo sich immer viele Nationen treffen: "Neben Niederländern spielen bei uns im Team auch Leute aus dem Libanon, Belgien, der Tschechischen Repulik, Mazedonien, Italien, den USA, Großbritannien, Irland, Ungarn, Deutschland, der Schweiz, Dänemark, Australien, Griechenland, Argentinien, Rumänien, Spanien und China mit", schreiben etwa die Lowlanders in ihren Kalender.
Der Lowlanders-Kalender ist auf der Facebook-Seite des Vereins für 15 Euro plus Porto erhältlich.
Links zum Thema:
» Amsterdam Lowlanders
» Berlin Bruisers
Mehr zum Thema:
» Schwule Rugby-WM: Sie schlagen und sie lieben sich… (09.06.08)














