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  • 18. Oktober 2013 34 2 Min.

Die Europäische Kommission in Brüssel ist nicht zufrieden mit den potenziell neuen Mitgliedsländern (Bild: Sébastien Bertrand / flickr / by 2.0)

Die Beitrittskandidaten in Südosteuropa erfüllen weiterhin nicht EU-Standards, wenn es um Rechte von sexuellen Minderheiten geht.

In ihrem am Donnerstag veröffentlichen Fortschrittsbericht für potenzielle neue EU-Mitgliedsstaaten kritisiert die Europäische Kommission die LGBT-Politik in sieben der acht beobachteten Länder. Lediglich Island wird ein "hoher Standard" bei der Einhaltung der Bürgerrechte bescheinigt. In allen Ländern aus Südosteuropa wies die Kommission ausführlich auf Diskriminierung und Gewalt gegen Homo- und Transsexuelle hin.

Die Kommission kritisiert bei Mazedonien, Montenegro, Serbien, der Türkei, Bosnien-Herzegowina und dem Kosovo "wesentliche" Fälle von Intoleranz gegenüber LGBT. Diese schließe auch gewalttätige Übergriffe ein, die von der Justiz nicht ausreichend verfolgt worden seien. Lediglich Albanien wird positiver beurteilt. Dort hatten sich der Ministerpräsident und der Oppositionsführer gemeinsam mit LGBT-Gruppen getroffen und abgestimmte Gesetzesvorschläge, etwa zu Hassverbrechen, unterbreitet.

Besonders hart geht die Kommission mit der Türkei ins Gericht: Dort gebe es einen "dringenden Bedarf" an Antidiskriminierungsgesetzen, die sexuelle Orientierung und Geschlechtsidentität beinhalten. Die Türkei hatte erst vor kurzem ein Reformpaket vorgestellt, in dem der Schutz von Schwulen und Lesben keine Rolle spielte (queer.de berichtete). Wörtlich heißt es in dem EU-Bericht: "Es hat keinen Fortschritt bei umfassender Antidiskriminierungsgesetzgebung gegeben. Die gegenwärtigen Gesetze entsprechen nicht EU-Normen."

Verbesserungen in Serbien und Montenegro

In manchen Ländern hat sich die Lage in diesem Bereich allerdings leicht verbessert: So lobte die EU neue Antidiskriminierungsstrategien in Serbien und Montenegro. Serbien wurde jedoch für sein umstrittenes Verbot des CSD in Belgrad kritisiert.

Die LGBT-Intergroup im Europaparlament hat begrüßt, dass die Kommission in ihrem aktuellen Fortschrittsbericht so ausführlich wie nie zuvor auf LGBT-Rechte eingeht. Das sei "angesichts von anhaltender Diskriminierung von LGBT in Südosteuropa" ermutigend, sagte Intergroup-Cochefin Ulrike Lunacek (Grüne, Österreich). Der slowenische Europaabgeordnete Jelko Kacin, der Berichterstatter des Europaparlamentes für Serbien, kündigte an, dass das Parlament in seinem eigenen Bericht ausführlich die Antidiskriminierungsgesetze analysieren werde. "Das CSD-Verbot kann einfach nicht ignoriert werden", sagte der liberale Politiker. (dk)

-w-

#1 Timm JohannesAnonym
  • 18.10.2013, 14:29h
  • Es wäre jetzt richtig und zwingend, wenn die Eu die Beitrittsgespräche mit der Türkei abbricht.

    Über 2/3 der Deutschen wollen es schlichtweg nicht, dass die Türkei in die Eu hineinkommt. Volkes Wille sollte dort berücksichtigt werden. Auch in anderen EU-Staaten wie Österreich, Zypern oder den Niederlanden gibt es grosse Mehrheiten gegen einen Beitritt der Türkei in die EU.
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#2 Sveni MausiAnonym
  • 18.10.2013, 15:44h
  • Antwort auf #1 von Timm Johannes
  • Ich finde Deinen Kommentar recht grenzwertig.
    Du willst die Türkei nicht in der EU und schlägst Dich auf die Seite derer, die auch uns Schwule und Lesben am liebsten nicht hätten.
    Die Regierung in der Türkei ist genauso religiös wie die unsere, ob muslimisch oder christlich, macht doch keinen Unterschied. Für beide sind wir Menschen zweiter Klasse (die rühmen sich damit, uns überhaupt als Menschen zu akzeptieren).
    In der Liste sind noch weitere Ländern, mit denen nicht nur Schwule und Lesben ebenfalls Probleme haben, diese erwähnst Du nicht.
    Zu dem ist die Türkei ein beliebtes Urlaubsland der Deutschen, ich denke, auch, dass Deine erwähnten 2/3 nur zustande kommen, weil gerade sehr viele Pro-Stimmen gerade im Urlaub sind ...
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#3 goddamn liberalAnonym
  • 18.10.2013, 16:00h
  • Antwort auf #1 von Timm Johannes
  • Zypern?

    Als Hochburg der LGTB-Rechte allgemein bekannt.

    Im nördlichen wie im südlichen Teil.

    Die EU-Erweiterung braucht eine Denkpause.

    Das gilt aber nicht nur für die Türkei, sondern auch für den orthodoxen Osten, der von nichttraditionellen Beziehungen faselt.

    Apollo und Hyazinth kommentieren es mit dem Lachen der Götter...
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