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Staat Nummer 14
Erste Regenbogen-Hochzeiten in New Jersey
- 21. Oktober 2013 3 Min.

Der Newarker Bürgermeister Cory Booker (rechts) schließt kurz nach Mitternacht mehrere Ehen.
Seit Mitternacht dürfen auch Schwule und Lesben im "Garden State" heiraten. Damit haben 14 US-Bundesstaaten die Ehe geöffnet.
Zu Update springen: Gouverneur Christie gibt Widerstand auf (16.25 Uhr)
Am Montagmorgen um 0.01 Uhr Ortszeit sind in New Jersey die ersten gleichgeschlechtlichen Ehen geschlossen worden. Als wahrscheinlich erstes Paar heirateten Louise Walpin und Marsha Shapiro – zwei Klägerinnen gegen das Ehe-Verbot im Bundesstaat – in der Stadt Roselle. Sie heirateten in Anwesenheit vieler schwul-lesbischer Aktivisten und Politiker, wie Loretta Weinberg, der Präsidentin des Senats. Als Standesbeamter fungierte Bürgermeister Jamel Holley.
In mehreren anderen Städten des Bundesstaates organisierten Bürgermeister ähnliche Hochzeitsfeiern nach Mitternacht. Der Prominenteste ist Cory Booker aus Newark, der erst vor wenigen Tagen in den US-Senat gewählt worden war. Booker setzt sich bereits seit Jahren für die Ehe-Öffnung ein und verzichtete wegen des Ehe-Verbots für Schwule und Lesben darauf, heterosexuelle Paare zu trauen. Am Montagmorgen holte er das nach: Er ehelichte insgesamt sieben Paare, davon fünf gleichgeschlechtliche und zwei heterosexuelle.
Ein christlicher Aktivist versuchte in Newark, die Zeremonie zu unterbinden. Auf die Frage von Booker, ob jemand etwas gegen eine Eheschließung einzuwenden habe, erhob er sich und brüllte mehrfach: "Das ist ungesetzlich in den Augen von Gott und Jesus Christus". Der Mann wurde daraufhin von Sicherheitspersonal aus dem Rathaus geleitet. Booker erklärte darauf, dass er "keine überzeugenden oder angemessenen Widersprüche" gehört habe, woraufhin das Publikum enthusiastisch applaudierte.
Gericht öffnete Ehe

Governeur Chris Christie, der 2016 repbulikanischer Präsident werden will, hat jahrelang die Ehe-Öffnung in New Jersey bekämpft – vor Gericht musste er schließlich mehrere Niederlagen hinnehmen (Bild: Bob Jagendorf / flickr / by 2.0)
Erst am Freitag hatte der oberste Gerichtshof von New Jersey einen Einspruch des republikanischen Gouverneurs Chris Christie gegen die Ehe-Öffnung abgelehnt (queer.de berichtete). Damit wurde das vorläufige Urteil eines Gerichtes aus dem September umgesetzt, das das Eheverbot für Schwule und Lesben als verfassungwidrig erklärt hatte (queer.de berichtete). Es gilt als sehr wahrscheinlich, dass die Ehe-Öffnung im kommenden Jahr bestätigt wird.
Die Demokraten im Regionalparlament wollen trotzdem versuchen, die Ehe-Öffnung auf legislativem Wege abzusichern. Senat und Abgeordnetenhaus haben bereits mehrfach für die Gleichstellung gestimmt, allerdings verhinderte der Gouverneur das Gesetz mit seinem Veto. Nun wollen die Demokraten versuchen, homofreundliche Republikaner zu überzeugen, um mit einer Zweidrittelmehrheit das Veto von Christie aushebeln zu können.
Bei der letzten Abstimmung stimmten 24 Senatoren für die Ehe-Öffnung und 16 dagegen. Die Zweidrittelmehrheit liegt bei 27 Stimmen. Im Abgeordnetenhaus ging die Abstimmung 42 zu 33 aus. Hier wären 54 Stimmen notwendig. Die Parlamentarier haben bis Januar Zeit, das Veto zu überstimmen.
Umfragen zufolge befürwortet eine deutliche Mehrheit von 60 Prozent in New Jersey die Ehe-Öffnung. Gouverneur Chris Christie gibt sich aber weiterhin als Gegner der Gleichstellung. Laut Politikwissenschaftlern möchte er auf diese Art erzkonservative Homo-Gegner auf seine Seite ziehen, deren Stimme er bei den Vorwahlen für seine geplante Präsidentschaftskandidatur im Jahr 2016 braucht. (dk)
Update Gouverneur Christie gibt Widerstand auf (16.25 Uhr)
New Jerseys Gouverneur hat am Montag via E-Mail erklärt, dass er seinen Einspruch gegen das Urteil zur Ehe-Öffnung zurückziehen werde. Er begründete den Rückzieher mit der Urteilsbegründung der Gerichtsentscheidung, die so eindeutig ausgefallen sei, dass seinem Widerspruch keinerlei Chancen eingeräumt werden würden.















"Auf die Frage von Booker, ob jemand etwas gegen eine Eheschließung einzuwenden habe, erhob er sich und brüllte mehrfach: "Das ist ungesetzlich in den Augen von Gott und Jesus Christus". Der Mann wurde daraufhin von Sicherheitspersonal aus dem Rathaus geleitet. Booker erklärte darauf, dass er "keine überzeugenden oder angemessenen Widersprüche" gehört habe, woraufhin das Publikum enthusiastisch applaudierte."
So müsste man auch die Angie oder den Papst abführen.