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Kommentare zu:
"Menschen leben lieber bunt als soldatisch"


#1 state of the artAnonym
  • 26.10.2013, 10:44h
  • "Die aktuellen Kriege werden vordergründig mit Homosexuellen- und Frauenrechten begründet, die anderen Interessen vernebelt, so dass es für die Armee als notwendig erscheint, "emanzipatorisch" und "schwulenfreundlich" zu wirken. "

    "Es gelte nicht nur gegen Staaten vorzugehen, die als "Störer" klassifiziert werden - etwa Iran und Venezuela -, man müsse auch einen angemessenen Umgang mit aufstrebenden Ländern finden, die nicht bereit seien, sich dem Westen umstandslos zu fügen. Dies könne - nach dem Muster der Bonner Ostpolitik der 1970er Jahre - auch unter Zuhilfenahme kooperativer Techniken ("Wandel durch Annäherung") geschehen. Dass für die deutsche Weltpolitik auch militärische Mittel "bis zum Kampfeinsatz" zur Verfügung stehen müssten, steht für die Teilnehmer des Projekts außer Frage. Die Ergebnisse sind in einem Papier niedergelegt worden, das nun von der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) und dem German Marshall Fund of the United States (GMF) gemeinsam publiziert worden ist.
    [...]
    Nun müsse Deutschland in die Bresche springen, das bislang, "zumindest im Verhältnis zu seiner Wirtschaftskraft, seinem geopolitischen Gewicht und seinem internationalen Ansehen, eher selektiv und zögerlich Gestaltungsangebote gemacht" habe. Noch sei die Bundesrepublik "eine Gestaltungsmacht im Wartestand". Die Autoren erklären jedoch: "Deutschland wird künftig öfter und entschiedener führen müssen."
    [...]
    Demnach werde sich die deutsche Außenpolitik nicht nur "weiterhin der gesamten Palette der außenpolitischen Instrumente bedienen, von der Diplomatie über die Entwicklungs- und Kulturpolitik bis hin zum Einsatz militärischer Gewalt". Sie werde darüber hinaus auch nichtstaatliche Reserven nutzen. So seien etwa "bessere kognitive Fähigkeiten" für die Gestaltung der Weltpolitik vonnöten; "Universitäten, Forschungseinrichtungen, Stiftungen" könnten diese vermitteln. Ziel müsse eine "Denklandschaft" sein, "die nicht nur politische Kreativität ermöglicht und pflegt", sondern auch "imstande ist, politische Optionen schnell und in operationalisierbarer Form zu entwickeln". "Eine größere deutsche Rolle auf globaler Ebene" werde in der Tat "mit einem höheren Aufwand an Ressourcen verbunden sein". Parallel müsse die Zustimmung der Bevölkerung gesichert werden: Die staatliche Außenpolitik müsse lernen, "ihre Ziele und Anliegen effektiver zu kommunizieren".

    www.german-foreign-policy.com/de/fulltext/58720
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#2 PeerAnonym
  • 26.10.2013, 11:08h
  • "Ich assoziiere da, dass du die Begriffe "schwul" oder "LGBT" nicht für sinnvoll hältst"

    ---

    "Die Begriffe sind mir zu eingeschränkt."

    Also ich bin schwul. Punkt.

    Ich bin nicht queer, LGBT oder sonstwas, sondern schwul.

    Und ich bin sehr dafür, dass Schwule mit Lesben, Bisexuellen, Transsexuellen, Intersexuellen, etc. um unsere gemeinsamen Rechte kämpfen. Aber wieso sollte man diese bunte Vielfalt durch einzelne gleichmacherische Begriffe ersetzen.

    Nur weil wir zusammen stehen, brauchen wir nicht eigene Identität aufzugeben.
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#3 TorbyAnonym
  • 26.10.2013, 11:10h

  • Also ich halte diese Behauptungen für völlig überzogen. Man sollte nicht über etwas reden, in diesem falle der Umgang bei der Bundeswehr, wenn man nicht selber Erfahrung gemacht hat. Und zwar in hier und heute. Ich bin schwul, Atheist, Sozialdemokrat und Marinesoldat. Ich habe nie probleme mit meiner Sexuellen Orientierung innerhalb der Bundeswehr gehabt. Und diese Behauptung dass innerhalb der Bundeswehr totale Heteros und 100%ige waschechte männer am Werk sind ist schwachsinn. Dieses Buch ist für mich, als Soldat, totaler blödsinn
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#4 -hw-Anonym
  • 26.10.2013, 11:44h
  • Den ersten Deserteur traf ich, 19 Jahre alt, als Gastdelegierter des Chile-Komitees beim Bundeskongreß `79 der VVN-BdA im Mannheimer Rosengarten.

    Der schwule Kommunist Jakob R.(Metallfacharbeiter) desertierte mit Freunden und Genossen zum griechischen Widerstand auf Kreta. Auf die Insel kamen sie durch die

    de.wikipedia.org/wiki/Strafdivision_999

    Zwei Jahre später, nach einem Zeitzeugen-Abend, stellte sich in einem Gespräch heraus, dass er meinen Urgroßvater durch seine illegale Tätigkeit in der Pfalz kannte.

    Ein Jahr zuvor teilte mir meine Urgroßmutter etwa zwei Wochen vor ihrem Tod mit, dass der Urgroßvater einem schwulen Marineoffizier mit
    einer Falschaussage das Leben rettete. Das war ihr noch wichtig. Über den Weltkrieg hinaus rettete sie noch Papiere und Unterlagen, die Urgroßvaters (Jahrgang 1899) Beteiligung am
    Kieler Matrosenaufstand dokumentieren.

    de.wikipedia.org/wiki/Kieler_Matrosenaufstand
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#6 stromboliProfil
  • 26.10.2013, 13:23hberlin
  • Antwort auf #4 von -hw-
  • gut zu wissen, dass die tradition weitergeführt wird und nicht im uferlosen der nachwachsenden generationen verschwendet wird wie hier oft nachlesbar.

    Ja , wenn schon ein denkmal überfällig , dann eines für die sogenannten "Deserteure und Kriegsverweigerer".
    Zeit auch, einen neuen sprachgebrauch einzuführen, der das "ehrenrührige" ihres handelns beendet.
    Und statt dem unseeligen gedenken der "gefallenen eroberungswütigen am "volkstrauertag", endlich einen tag der besinnung auf inneren und äusseren widerstand gegen herrschende kriegspolitik.
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#7 Rio ReiserAnonym
#10 seb1983
  • 26.10.2013, 20:20h
  • Jetzt ist LGBTIxy schon zu einschränkend...
    Schwulsein scheint heute ganz schön kompliziert zu sein, oder man macht es eben kompliziert

    So wie ich die Geschichte kenne war aber grade auch das Militär und hier der Zweite Weltkrieg mit Millionen amerikanischen Soldaten eine Initialzündung sowohl für die Schwarzen- als auch die Schwulenbewegung. Man hatte gekämpft wie alle anderen, und man sah wie groß und stark die eigene Gruppe war...
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#11 kollateralnutzenAnonym
#12 TheDadProfil
  • 26.10.2013, 23:15hHannover
  • Antwort auf #10 von seb1983
  • Eine große Initialzündung erfuhren Afro-Amerikanische Soldaten bereits im 1.Weltkrieg..
    Damals hatte die US-Army noch rein Schwarze Battallione die von ausschließlich weißen Offizieren in´s Feld geführt wurden..

    Ein erster Freiheitskampf misslang allerdings..
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#13 Felix KrullAnonym
#14 ****Anonym
#15 kuesschen11Profil
  • 27.10.2013, 19:02hFrankfurt
  • Die Forschungen von Ralf Buchterkirchen über Männlichkeit/Militarismus/Desertion finde ich sehr lobenswert und bedeutungsvoll.

    Es ist immer wichtig, Heldentum und das Töten in Kriegen ganz kritisch zu hinterfragen. Kriege löschen Menschenleben aus und Überlebende bleiben als Traumatisierende zurück.

    Auch hier in Deutschland gab es eine Zeit, als überzeugte Kriegsdienstverweigerer zur Bundeswehr mussten, da ihr Antrag auf Verweigerung am Dienst mit der Waffe von den Behörden strikt abgelehnt wurde.

    Alle Länder der Welt sollten sich mehr mit Pazifismus beschäftigen und normative Rollenbilder thematisieren bzw. in Frage stellen.
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#16 Fiete_Jansen
  • 28.10.2013, 21:46h
  • Antwort auf #2 von Peer
  • Hallo Peer, du schreibst "Aber wieso sollte man diese bunte Vielfalt durch einzelne gleichmacherische Begriffe ersetzen." Eben genau darum geht es. Es wird nicht gleichgemacht. Aber es wird auch nicht ausgegrenzt. Was man z.B. macht wenn man LSBT oder ähnliches schreibt.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #2 springen »
#17 giliattAnonym
  • 29.10.2013, 03:08h
  • Das friedenspolitische Buch habe ich nicht gelesen. Wohl die hier bei queer.de daraus zitierten Thesen.

    Da hat Herr Buchterkirchen wohl das Fahrrad zum zweiten Mal erfunden, denn fast sämtliche Erkenntnisse sind Binsenweisheiten und BLECH.

    Fakt ist, dass Menschen immer ihr Leben selbst bestimmen wollten. Bunt? Das sei dahingestellt. Aber keineswegs soldatisch.

    Frage: Hat der Autor "gedient"?
    Nein. Vermutlich nicht. Er ist also ein ROTARSCH.

    Die Wehrpflicht war nicht angedacht, um bundesdeutsche Mütter zu entlasten von der Fürsorge um ihre Söhne.
    Heteronormen? Quatsch!!! Es gab und gibt reichlich "Flintenweiber", also dienende Frauen.

    Wie funktioniert eine Armee, die auf Eroberung oder Verteidigung ausgerichtet ist? Und das ist ihre Aufgabe. Sie funktioniert nur, wenn der Soldat die Befehle befolgt und durch "Manneszucht" abgerichtet ist, zum Töten.
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#18 David77Anonym
#19 -hw-Anonym
#20 Walt WhitmanAnonym
#21 SmileyEhemaliges Profil
  • 29.10.2013, 13:57h
  • Die Anforderungen an einen Menschen ein guter Soldat zu sein sind sehr mächtig und stellen einen engen Korridor von Eigenschaften dar die letztlich ein spezifisches "Männlichkeitsbild" definieren.

    Die militärische Ausbildung hat ein zentrales Ziel, meist unausgesprochen, das Erzeugen von Vertrauen und Loyalität. Ein Rekrut wird einer Umgebung und Bedingungen ausgesetzt die für ihn unangenehm und bedrohlich wirken und nur dann zu bewältigen sind wenn er die Anweisungen seiner Vorgesetzten exakt und schnell umsetzt.

    Das soll dem Soldaten ermöglichen auch unter Gefechtsbedingungen, in einer zutiefst lebensfeindlichen Umwelt, Befehle auszuführen, zu funktionieren und den Einsatz möglichst zu überleben.

    Das Problem ist, wie Robert E. Lee gegenüber James Longstreet formulierte "Sir, um ein guter Soldat zu sein müssen Sie die Armee lieben. Um ein guter Offizier zu sein müssen Sie bereit sein den Tod dessen was Sie lieben zu befehlen".

    Was für mich ein sehr gutes Argument gegen die Wehrpflicht ist.

    Ein Soldat ist nicht jemand der bereit ist einen anderen Menschen zu töten. Das sind wir alle. Ein Soldat ist bereit sein Leben zu geben. Das sind wir nicht alle.

    Dies zusammengenommen erzeugt ein gewisses "Kriegerethos", Kameradschaft, Korpsgeist.

    Es sind allerdings Politiker, nicht Soldaten, die Krieg machen.

    www.youtube.com/watch?v=tPnppCelvk0&list=PLR8X5I0C1LF5ka
    xAE2z_pPy6RMSr89tBx
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#22 ain faind aintAnonym
  • 29.10.2013, 14:31h
  • Antwort auf #21 von Smiley
  • Die "Thukydides-Falle" könne "zuschnappen (...), wenn das aufsteigende China und die etablierte Supermacht USA nicht miteinander zurecht" kämen, warnt Tang: Seit dem Jahr 1500 sei es, "wenn eine aufsteigende Macht mit einer stabilen Macht kollidierte", nicht selten zu einem Krieg gekommen - "in 11 von 15 Fällen".

    www.german-foreign-policy.com/de/fulltext/58722

    Mit der Frage, ob die Konflikte zwischen den USA und China tatsächlich in einen Krieg münden werden, befassen sich explizit mehrere Beiträge in einer aktuellen Publikation der Hanns-Seidel-Stiftung.
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#23 SmileyEhemaliges Profil
#25 Fiete_Jansen
  • 29.10.2013, 18:01h
  • Antwort auf #3 von Torby
  • Ich bin in vielen Punkten nicht der Meinung von Ralf, ich bin auch kein Pazifist wie er.

    Ich gehöre eher zu denen die hinter Liebknechts "Krieg dem imperialistischen Kriege" stehen.

    Aber nicht jeder bringt den Mut auf das Gewehr umzudrehen und auch um es "nur" wegzuschmeissen brauchte es vor allem in der damaligen Zeit viel Mut.

    Nur was heute wieder los ist ... ist UNMÖGLICH! Wenn ich bei dir lese "Ich bin schwul, Atheist, Sozialdemokrat und Marinesoldat." passt das doch in eine Linie. Nur das Atheist sticht da etwas raus. Atheisten müssen denken, Sozialdemokraten und Soldaten der Bundeswehr(macht) müssen glauben!

    Zum Thema ein netter Link.

    dkp-queer.de/brd-armee-probte-einsatz-im-inneren/8595
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#26 Fiete_Jansen
  • 29.10.2013, 18:07h
  • Antwort auf #18 von David77
  • Ich bin alles, nur kein Freund der Bundeswehr(macht) aber die Wehrpflicht war um einiges besser als die heutige Söldnertruppe.

    "Junger Mann, eines Tages gibt man dir ein Gewehr in die Hand, lerne es zu gebrauchen! Aber nicht gegen die Feinde die man dir vorgibt sondern gegen die Feinde deiner Klasse" Lenin
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#27 SmileyEhemaliges Profil
#30 FoXXXynessEhemaliges Profil

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