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Jetzt könnte es ganz schnell gehen
Hawaii vor Ehe-Öffnung
- 29. Oktober 2013 2 Min.

Gouverneur Neil Abercrombie hat sich dafür eingesetzt, dass das Parlament so schnell wie möglich die Gleichstellung durchsetzt
Die Ferieninsel war vor zwei Jahrzehnten der Vorreiter in der Debatte um die Ehe-Öffnung – nun wird der Bundesstaat mit etwas Verspätung wohl endlich Schwule und Lesben im Eherecht gleichstellen.
Der Justizausschuss des Senats von Hawaii hat am Montagabend in einer Sondersitzung mit fünf gegen zwei Stimmen die Öffnung der Ehe befürwortet. Der demokratische Gouverneur Neil Abercrombie, ein enthusiastischer Befürworter der Gleichstellung, erklärte nach der Entscheidung, dass nun die Ehe-Öffnung in beiden Parlamentskammern "in einer Woche oder so" beschlossen werden könne, wie er gegenüber "Al Jazeera" erklärte. Es gebe nach der Entscheidung des Supreme Courts vom Juni, der die Anerkennung von gleichgeschlechtlichen Eheschließungen durch die Bundesregierung angeordnet hatte, keinen Grund mehr, Schwulen und Lesben Grundrechte zu verweigern.
Vor der Abstimmung im Justizausschuss gab es eine live übertragene öffentliche Anhörung, zu der sich 1.800 Menschen angemeldet hatten. Gegner der Gleichstellung argumentierten, dass die Ehe traditionell eine Verbindung zwischen Mann und Frau sei und Kinder schütze, während Befürworter erklärten, das Ehe-Verbot für Schwule und Lesben sei ein Verstoß gegen den Gleichbehandlungsgrundsatz. Gouverneur Abercrombie verglich die Entscheidung zur Ehe-Öffnung mit anderen großen Durchbrüchen bei Bürgerrechten, wie das Ende der Sklaverei Mitte des 19. Jahrhunderts oder das Wahlrecht für Frauen, das Anfang des 20. Jahrhunderts nach langer Debatte beschlossen wurde.
Der Senat wird voraussichtlich am Dienstag über die Ehe-Öffnung abstimmen, das Repräsentantenhaus folgt am Donnerstag. In beiden Kammern gilt eine Mehrheit für die Gleichstellung als wahrscheinlich.
Erste Gerichtsentscheidung pro Homo-Ehe vor 20 Jahren
Im Kampf um die Ehe-Öffnung spielte Hawaii Anfang der Neunzigerjahre eine zentrale Rolle: 1991 verklagten drei gleichgeschlechtliche Paare den Bundesstaat, weil er gegen den Gleichbehandlungsgrundsatz verstoße, wenn er Homosexuellen generell die Heirat verbiete.
Eine knappe Richtermehrheit entschied 1993 zugunsten der Kläger. Dieses bahnbrechende Entscheidung führte allerdings nicht zur Ehe-Öffnung, sondern zu einer harschen Reaktion der Homo-Gegner: In mehr als der Hälfte der Bundesstaaten wurde in Regionalverfassungen die gleichgeschlechtliche Ehe verboten, 1998 auch in Hawaii. Auch Präsident Bill Clinton sprach sich gegen die Gleichstellung aus.
Konservative Aktivisten hatten erfolgreich die Ehe-Öffnung als Angriff auf die heterosexuelle Institution gewertet und konnten damals mit dieser Ansicht mehr als drei Viertel der US-Amerikaner überzeugen. Selbst im liberalen Hawaii stimmten damals 70 Prozent der Wähler bei einem Volksentscheid dafür, Homosexuellen das Eherecht nicht zu gewähren.
Inzwischen hat sich der Wind gedreht: Eine Mehrheit der Amerikaner befürwortet in Umfragen seit 2011 die Ehe-Öffnung. 14 von 50 Bundesstaaten haben Schwule und Lesben im Eherecht inzwischen gleichgestellt, zuletzt New Jersey Mitte Oktober durch einen Gerichtsentscheid (queer.de berichtete). (dk)














