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Hass auf Homosexuelle und die EU
Ukraine: Homo-Hasser verbrennen Regenbogenflagge
- 29. Oktober 2013 2 Min.

Das „Eltern-Komittee der Ukraine" präsentiert online stolz die Flaggenverbrennung
In der Ukraine schaukelt sich gegenwärtig der Hass auf Schwule und Lesben hoch – Homosexualität werde von der Europäischen Union gefördert, empören sich Links- und Rechtsradikale.
Am Sonntag hat die Organisation "Eltern-Komittee der Ukraine" nahe eines Kinos in Kiew öffentlich eine Regenbogenflagge verbrannt, um gegen die Vorführung von LGBT-Filmen zu protestieren. Die Aktion ist Teil einer Kampagne gegen die Akzeptanz "westlicher" Homosexualität. "Das ist ganz deutlich Homo-Propaganda. Dort werden schwule Filme gezeigt, die hauptsächlich in der EU produziert werden. Die Europäer wollen uns Homo-Propaganda aufzwingen, aber wir werden uns dagegen wehren", heißt es in einer Erklärung von Mitorganisator Alexander Skwortsow.
Mit den homophoben Protesten wollen die Radikalen auch engere Verbindungen zur Europäischen Union verhindern, während gemäßigte Kräfte eine Annäherung an die EU planen. Derzeit verhandelt das Land mit der bereits 28 Mitglieder fassenden Organisation über eine engere Zusammenarbeit.
Insbesondere die rechtsradikale Partei Swoboda sowie die Kommunisten wollen jedoch eine "Europäisierung" der Ukraine verhindern. Beide ideologischen Gruppen betreiben dafür offene Homophobie: So verhinderten sie bereits im Mai gemeinsam ein Antidiskriminierungsgesetz zum Schutz von Homosexuellen, das als Voraussetzung für eine eventuelle EU-Mitgliedschaft gilt (queer.de berichtete).
Homo-Hasser tarnen sich online als LGBT-Aktivisten
LGBT-Gruppen warnen auch davor, dass Homo-Hasser gegenwärtig auf sozialen Netzwerken eine Kampagne gestartet haben, in denen sie sich als schwul-lesbische Aktivisten tarnen. Sie steht unter dem Motto "Janukowitsch ist unser Präsident" und zeigt Bilder es ukrainischen Staatschefs, in denen er mit europäischer und Regenbogenflagge neben provokativen Texten zu sehen ist. Die Gruppe "Gay Alliance Ukraine" erklärte dazu: "Diese Aktionen haben keinerlei Verbindungen mit der LGBT-Bewegung. Das sind einzig Provokationen und Fälschungen und von Grund auf beleidigend". Die Gruppe forderte die ukrainischen Medien auf, nicht auf die "Provokateure" hereinzufallen.
Im vergangenen Jahr hatte das Parlament in erster Lesung bereits ein Gesetz gegen Homo-"Propaganda" beschlossen (queer.de berichtete). Das Gesetz sieht Haftstrafen von bis zu fünf Jahren und hohe Geldstrafen für die Einfuhr oder Herstellung von Produkten vor, die zur Verbreitung von "Propaganda für Homosexualität" beitragen. Jeglicher positive Kommentar über Homosexualität oder homosexuelle Menschen könnte ebenfalls zur Verhaftung führen. Das Gesetz ist noch nicht abschließend beschlossen worden, nachdem es scharf von der EU und Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International kritisiert worden war.
Der CSD in der Innenstadt von Kiew war dieses Jahr von der Stadtverwaltung verboten worden, weil die Veranstaltung Gewalt angeblich provozieren könnte (queer.de berichtete). Eine Demonstration musste dann außerhalb des Stadzentrums stattfinden. Zuvor hatte die Partei Swoboda Teilnehmern mit verbalen und körperlichen Übergriffen gedroht. (dk)















Und die EU sieht tatenlos zu, was die Vollpfosten sich dort erlauben!