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Einzelkommentar zu:
Partnersuche für Schwule und Lesben: "I am what I am…"


#10 daVinci6667
  • 01.11.2013, 20:07h

  • "Das Coming-out muss erfolgreich abgesch­lossen sein, damit die Liebe gelingt."

    Eines vorweg mich stört die plumpe Werbung hier.

    Für mich stimmt obiger Satz. Ein Partner der, wenns drauf ankommt, nicht zu sich, zu mir und unserer Liebe stehen kann, weil er sein Coming-Out noch nicht abgeschlossen hat, IST KEIN Partner sondern ein Waschlappen!

    Doch seien wir GANZ EHRLICH, ich behaupte zwei Drittel von uns, hier in westlichen Ländern, hat immer noch mehr oder weniger gravierende Selbstakzeptanzprobleme! Das erschwert unsere Beziehungen ungemein! Damit meine ich nicht die Tatsache das wir viel seltener als Heteropaare Händchen haltend unterwegs sind. (Das hat mit allgegenwärtiger Homophobie zu tun und teilweise wirklich ECHTER Gefahr die uns leider auch heute noch droht wenn wir uns in der anonymen Öffentlichkeit so zeigen wie wir wirklich sind)

    Wäre es einfacher für uns, gäbe es diese Selbstakzeptanzprobleme nicht, es gäbe eindeutig mehr schwule und lesbische Paare, unsere Beziehungen wären einfacher und es gäbe endlich echte Vorbilder für unsere LGBTI-Jugend. Doch das wollen viele Konservative nicht, weil dann noch mehr von uns sichtbar, und es gefühlt mehr von uns im Alltag geben würde. Bitte alles im politischen Zusammenhang sehen, das fehlt hier im Artikel!

    Der Alltag hält für schwule Paare ständig kleine Coming-Outs bereit. Idealerweise merkens wir gar nicht mehr, wo wir uns überall outen: Sei es beim täglichen Einkauf, auf der Post, bei der neuen Arztgehilfin des Arztes, bei den neuen Nachbarn, am Arbeitsplatz bei neuen Kollegen, am Bankschalter, am Telefon mit Versicherern Stromanbietern etc. Oder beim herbeigerufenen Klempner weil der Geschirrspüler mal wieder streikt.

    Jedes einzelne schwule oder lesbische Paar zusätzlich das zusammen leben will ist zu beglückwünschen! Es sollte sich bewusst sein, dass es unsere Emanzipation ein grosses Stück weiterbringt, gerade auf dem Land, und es mit einem einzigen Coming-Out längst nicht getan ist! Man gewinnt dafür das überaus schöne Gefühl ein Leben im Einklang mit sich selbst zu führen.

    Ja, unsere Beziehungen sind anders als die von Heten, gerade vor diesem Hintergrund. Die Beziehungsprobleme die sich stellen, können aber durchaus identisch sein.

    Dass wir es auf jeden Fall immer anders machen müssten, als unsere Eltern, wie der Artikel vorgaukelt, sehe ich nicht.Vermutlich kommt es hier sehr darauf an was man selbst als Kind miterlebt hat.

    Meine Eltern zum Beispiel liebten sich eindeutig. Sie hatten immer mal wieder Probleme und Krisen, meisterten diese aber und liessen sich nie scheiden. So schlecht fand ich ihre Beziehungsform als Kind nicht. Und so lebe ich heute wohl nicht zufällig eine ganz ähnliche Beziehung mit meinem Mann wo sich jeder 100% auf den anderen Verlassen kann.

    Liebe und Vertrauen mag für einige altmodisch klingen, ist jedoch immer noch das wichtigste damit es mit einer Beziehung oder Ehe überhaupt klappen kann. Egal ob schwul oder hetero.
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