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Einzelkommentar zu:
Demo gegen Gabriele Kuby am Sonntag in Nürnberg


#25 WolfgangProfil
  • 05.11.2013, 13:42hBielefeld
  • Lieber goddam,

    die Sache mit dem Vater habe ich mir auch schon gedacht. Es ist ja leider so, daß nach außen hin liberale Künstler und Politiker Leute ihren Kindern gegenüber oft weit weniger liberal sind... aber das ist Spekulation - obwohl man sich auch fragen könnte, was war denn das für eine Sache mit ihrem geschiedenen Mann...

    Erst vor kurzem habe ich nochmal "Das Mädchen Rosemarie" gesehen - und da ich von Haus aus u.a. Filmwissenschaftler bin und die übrige Produktion der 50er Jahre ziemlich gut kenne, war ich wieder einmal verblüfft wie mutig, wie modern der Film ist und voller satirischer Schärfe. Sowas traut sich heute in den Sendeanstalten keiner mehr - und die Filmproduzenten suchen ihr Heil ja bei Til Schweiger... kein Wort darüber...

    Es ist aber wirklich auffallend - hier der linksliberale Vater und da die völlig verknöcherte und auf Vorschriften, Gesetze und Gebote setzende Tochter, die von "Schöpfungsordnung" und ähnlichem Unsinn faselt.
    Jetzt kann man sich ja ein Psychogramm der Frau basteln (nicht zu vergessen ihre esoterische Phase der Sinnsuche/ihr Bruder Clemens ist übrigens auch ein durchgeknallter Esoteriker); viel wichtiger erscheint mir aber ihre Wirkung. Und die ist leider nicht zu knapp. Solange die noch in TV-Talks eingeladen wird und ihren Dreck in den evangelikalen und rechtskatholischen Hinterstuben verbreitet, jetzt sogar in Nachbarländer exportiert, wo es sowieso mit den LGBT - Rechten nicht zum besten steht, muß man ihr umso genauer auf die Finger schauen und aufs Lügenmaul (pardon). Man darf sie nicht unkommentiert davon kommen lassen.
    Ich halte sie, was Frauen- und Homorechte angeht, für eine ganz gefährliche Schreibtischtäterin. Sie gibt sich in der Öffentlichkeit oft wissenschaftlich und zügelt sich. Aber der inzwischen berühmte Artikel in der SZ-Beilage:

    jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/348365/
    Jugend-ohne-Sex

    zeigt ganz deutlich: sobald sie unbeobachtet indoktrinieren kann, setzt sie die gesittete Maske ab und hetzt hysterisch. Die ist nahe dran am Gewaltaufruf und an der Forderung nach erneuter Kriminalisierung. Etwas gewunden formuliert sie das in ihrem Buch "Die globale sexuelle Revolution"; da faselt sie von den einstigen Gesetzen gegen sexuelle "Übertretungen" und fordert, daß die Staaten die sexuelle "Deregulierung" wider zurücknehmen müßten.
    Interessant ist die Wortwahl: wir kennen den Begriff ja im Zusammenhang mit dem "deregulierten Finanzsystem", das wir ja nun unbestritten als Gefahr für den gesellschaftlichen Frieden und die soziale Gerechtigkeit ansehen. Sie argumentiert ganz genau so: wenn die Sexualität der Menschen nicht erneut gesetzlich straff geregelt wird, dann - beschwört sie - sei der gesellschaftliche Frieden und Fortschritt gefährdet.
    Das ist schon raffiniert - aber genauso hat auch Goebbels "argumentiert" (das muß man in Anführungszeichen setzen), wenn es um die Judenverfolgung ging. Angeblich gefährdeten die Juden ja auch Frieden und Gerechtigkeit.
    Auf diese Analogie reduziert sich letztendlich Kubys Gedankengebäude - sie WILL diskriminieren und hetzen, sie WILL Verfolgung und Unterdrückung. Sie spielt bewußt mit Begriffen wie Gesinnungsterror und Bedrohung der Meinungsfreiheit etc. Dadurch entsteht eine Selbstviktimisierung, auf die viele hereinfallen.
    Auf der einen Seite behauptet sie, daß eine "internationale Homolobby" eine beträchtliche Gefahr darstelle - auf der anderen marginalisiert sie wiederum Schwule und Lesben als eine winzige Minderheit, die der Mehrheit ihren Willen aufzwingt. Das war die gleiche Hetzstruktur wie sie die Nazipropaganda anwendete.
    Oder denken wir nur an Hitlers Rede nach dem Stauffenbergattentat im Rundfunk, in der er die Widerstandskämpfer sarkastisch "eine ganz kleine Clique" nennt. Das ist typische totalitäre Rhetorik: auf der einen Seite die Gegner kleinreden, auf der anderen sie zu krankenartigen Ungeheuern, die alles bedrohen, zu stilisieren.
    Nichts anderes macht Frau Kuby - die Nazipropaganda hat leider gewirkt - wir müssen sehr aufpassen, daß diese Schreibtischtäterin nicht solche Wirkungen erreicht; aber sie betreibt vor Ort sehr fleißige Wühlarbeit.

    Ah - P.S. - Auf ihrer Internetseite veröffentlichte sie ansonsten (Verzeihung) jeden kleinen Furz und die Daten ihres Auftretens. Durch "Schaden" klug geworden, denn sie bekam des öfteren einen Shit-Storm ab, ist sie damit jetzt vorsichtig. So wird es mitunter schwer, festzustellen, wo sie denn "predigt". In Nürnberg war das glücklicherweise lange bekannt - und immerhin gab es ja eine Demo. Das sollte sie jedes Mal erleben!
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