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Neue Schätzung des Robert-Koch-Institut
78.000 Menschen in Deutschland HIV-positiv
- 11. November 2013 2 Min.

Kondome sind nach wie vor sehr wichtig für die HIV-Prävention, so das RKI (Bild: Tomizak / flickr / by-nd 2.0)
In Deutschland lebten Ende 2012 nach einer am Montag veröffentlichten Schätzung des Robert Koch-Instituts 78.000 Menschen mit einer HIV-Infektion.
Besonders steil war der Anstieg bei der Altersgruppe der über 40-Jährigen, bei denen sich nach RKI-Angaben die Zahl der mit HIV-lebenden Personen seit Anfang der 1990er Jahre fast verfünffacht hat.
Die erfolgreiche Einführung der antiretroviralen Therapie Mitte der 1990er Jahre führte dazu, dass Menschen mit einer HIV-Infektion heute länger leben. Gleichzeitig bleibt aber die Zahl der HIV-Neuinfektionen in den letzten Jahren unverändert auf hohem Niveau. Im Jahr 2012 haben sich geschätzt etwa 3.400 Menschen mit HIV infiziert. Rund drei Viertel der neuen Infektionen entfallen auf Männer, die Sex mit Männern hatten. Fast jeder fünfte hat sich demnach bei heterosexuellem Sex angesteckt (davon die Hälfte im Ausland), sechs Prozent bei intravenösen Drogenkonsum.
Die Zahl der HIV-infizierten Personen, die noch keinen HIV-Test durchgeführt haben und die daher nicht wissen, dass sie sich mit HIV infiziert haben, wird auf zirka 14.000 Personen geschätzt. Über 30 Prozent dieser Personen sind in der Altersgruppe zwischen 25 und 34 Jahren.
Das RKI appellierte daher insbesondere an Schwule, sich nicht auf Aussagen des Partners zu dessen HIV-Status zu verlassen, da dieser dem nicht unbedingt bekannt sein müsste: "Besonders gefährdete Gruppen sollten verstärkt dafür sensibilisiert werden, dass die Frage an den Partner, ob er mit HIV infiziert ist, keinen dem Kondomgebrauch gleichwertigen Schutz vor einer Infektion bietet". (pm/cw)
Links zum Thema:
» Alle Infos im neuen Epidemiologischen Bulletin des rki (PDF)














