https://queer.de/?20416
Krawalle zum Unabhängigkeitstag
Warschau: Nationalisten fackeln LGBT-Mahnmal ab
- 11. November 2013 2 Min.

Nicht zum ersten Mal wurde die Kunstinstallation, die zum Symbol für LGBT-Rechte wurde, abgefackelt
Bei Straßenschlachten mit der Polizei zum Unabhängigkeitstag wurde auch ein Regenbogen aus Kunstblumen in Brand gesetzt.
Polnische Nationalisten haben sich am Montag in Warschau heftige Straßenschlachten mit der Polizei geliefert. Mehrere Personen wurden bei den Aktionen zum Unabhängigkeitstag durch Feuerwerkskörper verletzt.
Bereits in den letzten Jahren war es an dem Tag zu Ausschreitungen gekommen; die Antifa hatte in diesem Jahr auf Gegendemonstrationen verzichtet und bereits am 9. November demonstriert, um auf die Gefährlichkeit rechtsradikalen Gedankenguts aufmerksam zu machen. Bei den Krawallen am Montag wurden mehrere Polizisten und Journalisten attackiert und verletzt, zudem war es den Nationalisten fast gelungen, ein besetztes Gebäude in Brand zu setzen (Video).

Der Regenbogen (Bild: Panek / wikicommons / by 3.0)
Am Erlöserplatz zündeten die Nationalisten die Kunstinstallation "Regenbogen" an – das Projekt der Künstlerin Julita Wojcik wird von Medien inzwischen LGBT-Mahnmal genannt. Der 26 Meter weite und bis zu neun Meter hohe Bogen mit künstlichen Blumen war als Zeichen für ein weltoffenens Polen für die EU-Ratspräsidentschaft des Landes im Jahr 2011 erstellt und ursprünglich in Brüssel aufgestellt worden.
Nach dem Umzug nach Warschau wurde die Installation bereits mehrfach abgefackelt; ein Parlamentsabgeordneter der Partei Recht und Gerechtigkeit wollte die Installation, die den Platz gegenüber der Erlöserkirche umspannt, im letzten Jahr wegen der "beleidigenden Geste gegenüber Christen" gar entfernen lassen.

Vom Regenbogen blieb am Montag nur das Gerüst übrig
Auch wenn Wojcik die Installation als allgemeinen Ausdruck von Toleranz verstanden haben will, äußerte sie sich froh darüber, dass sie als Symbol für LGBT-Rechte angesehen wird und zu Debatten führt. Auch die Stadtverwaltung hat die Regenbogenaktion immer wieder verlängert, zuletzt bis zum nächsten Frühjahr – auf einem Platz, der gerade abends auch von Jugendlichen besucht wird und von Nachbarn als "Hipster-Platz" verspottet wird. Nach jeder Attacke helfen Jugendliche wie Nachbarn und Schwule und Lesben, die Installation wieder herzurichten. (nb)














