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Bayerische Affären
Michael Adam: Sexdates mit Poppers im Landratsamt?
- 17. November 2013 3 Min.

Schlagzeile in der "Bild am Sonntag". Im Pressekodex heißt es: "Bei einer identifizierenden Berichterstattung muss das Informationsinteresse der Öffentlichkeit die schutzwürdigen Interessen von Betroffenen überwiegen."
Kampagne unter der Gürtellinie: Die "Bild am Sonntag" lässt einen 20 Jahre alten vermeintlichen Lover des schwulen SPD-Landrats von Regen zu Wort kommen.
Die "Bild am Sonntag" hat sich für eine Rüge des Deutschen Presserats qualifiziert. In der neuen Ausgabe berichtet das Boulevardblatt Details aus dem Sexleben des schwulen SPD-Politikers Michael Adam, die mit seiner Amtsführung als Landrat von Regen wenig zu tun haben.
In dem Bericht vom 17. November wird enthüllt, dass sich der 28-jährige, verpartnerte Adam dreimal zum schnellen Sex mit einem 20-Jährigen im Landratsamt getroffen habe – der angebliche Lover wird von der "Bild am Sonntag" dafür selbst als Zeuge aufgeführt, bleibt aber anonym. Im Dezember letzten Jahres hätten sich die beiden auf dem schwulen Datingportal Gayromeo kennengelernt und noch am selben Tag erstmals getroffen. "Er holte mich abends mit seinem Dienstwagen zu Hause ab. Danach fuhr er mich zum Landratsamt", versicherte der 20-Jährige an Eides statt. Über einen Seiteneingang sei er von Adam heimlich in die Behörde geschleust worden. "Wir hatten Sex in einem Konferenzraum, auf einer Ledercouch, die dort stand", zitiert ihn die "Bild am Sonntag".
"Herr Landrat Adam konsumiert keinerlei Drogen."

Kein Dementi der Sexdates: Michael Adam (Bild: Archiv Landratsamt Regen)
Außerdem soll Adam ihn aufgefordert haben, zu den Treffen Poppers mitzubringen, behauptet der junge Mann. Der Handel mit der in der Szene beliebten Sex-Droge wird in Deutschland als Verstoß gegen das Arzneimittelgesetz geahndet, der Konsum ist jedoch legal. Neben der eidesstattlichen Versicherung belegte der 20-Jährige seine Affäre mit dem SPD-Politiker mit mehreren SMS-Nachrichten, die er von ihm erhalten haben will.
Michael Adam selbst wollte sich gegenüber der "Bild am Sonntag" zu den Veröffentlichungen aus seinem Privatleben nicht äußern, dementierte die Sextreffen jedoch nicht. Sein Sprecher erklärte, der Landrat habe sich in der Vergangenheit schon häufiger zu "mutmaßlichen Affären mit Männern" äußern müssen, dies stelle für den SPD-Politiker eine "zunehmende psychische Belastung" dar. Der Sprecher meinte zudem, Adam halte sich in seiner Amtsführung "an alle Gesetze und Vorschriften". So sei etwa die private Nutzung des Dienstwagens erlaubt. Der Sprecher stellte zudem klar: "Herr Landrat Adam konsumiert keinerlei Drogen."
Adam machte 2008 bundesweit Schlagzeilen, als er sich mit 23 Jahren als schwuler, evangelischer und "roter" Kandidat bei der Bürgermeisterwahl in Bodenmais in der Stichwahl gegen den amtierenden CSU-Bürgermeister durchgesetzt hatte (queer.de berichtete). Nach nur drei Jahren im Amt wurde der junge Sozialdemokrat im vergangenen Jahr zum Landrat des Landkreises Regen gewählt (queer.de berichtete).
Im vergangenen Herbst ging er mit seinem langjährigen Freund Tobias Eckert eine eingetragene Lebenspartnerschaft ein (queer.de berichtete). Zur Bundestagswahl sorgte er für Schlagzeilen, als er öffentlich bekundete, mit der Zweitstimme die CSU gewählt zu haben – zwischen ihm und der bayrischen SPD-Führung kracht es schon länger. (cw)
Update 17.30h: Adam entschuldigt sich
Michael Adam hat sich in einer Stellungnahme bei seinem Lebenspartner und den Bürgern seines Landkreises entschuldigt und zugleich festgestellt, dass die Angelegenheit "moralisch möglicherweise verwerflich, aber nicht strafbar" sei. Mit dem Schreiben, das wir hier dokumentieren, verabschiedete sich Adam in den gemeinsamen Urlaub mit seinem Lebenspartner.













So eine ekelhafte Doppelmoral.