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Feststimmung in Chicago
Gouverneur von Illinois unterzeichnet Gesetz zur Ehe-Öffnung
- 21. November 2013 3 Min.

Gouverneur Pat Brown ist von Aktivisten, Heiratswilligen und Abgeordneten umgeben, als er das Gesetz zur Ehe-Öffnung unterzeichnet
Bei einer feierlichen Zeremonie unterzeichnete der Gouverneur das Gesetz zur Ehe-Öffnung – symbolträchtig auf dem Schreibtisch von Abraham Lincoln, der einst die Sklaven befreit hatte.
Pat Quinn, der demokratische Regierungschef von Illinois, hat am Mittwoch das Gesetz zur Gleichstellung von Schwulen und Lesben im Eherecht im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung in einem Gebäude der Universität von Chicago unterzeichnet. Damit ist das 13 Millionen Einwohner zählende Illinois der 16. US-Bundesstaat, der die Ehe öffnet. Nach dieser Entscheidung leben jetzt mehr als ein Drittel der Amerikaner in einer Region, die "Marriage Equality" (Ehe-Gleichheit) eingeführt hat. Das Gesetz wird am 1. Juni in Kraft treten.
Beide Kammern des Parlaments hatten vor zwei Wochen die Öffnung der Ehe abgesegnet. Im Repräsentantenhaus stimmten 61 Abgeordnete zu, 54 waren dagegen; im Senat siegten die Ehe-Befürworter deutlich mit 32 zu 21 Stimmen (queer.de berichtete). Die Ehe-Öffnung ist Teil von linksliberalen Reformen im Bundesstaat, die vom seit 2009 regierenden Gouverneur Quinn angeregt worden sind. Dazu zählen die Abschaffung der Todesstrafe, die Legalisierung von Marihuana als Medikament und Liberalisierungen in der Ausländerpolitik. 2011 führte der Staat eingetragene Partnerschaften ein (queer.de berichtete). Diese können nun in Ehen umgewandelt werden.
"America the Beautiful"

Gouverneur Pat Quinn gilt in Illinois als Reformer (Bild: ChrisEaves.com / flickr / by 2.0)
Bei der Unterzeichnung gab es mehrere Ansprachen von Politikern. Außerdem sang ein schwuler Chor "America the Beautiful". Den größten Applaus erhielt ein Paar, das seit 50 Jahren zusammen lebt und nun erstmals wie seine heterosexuellen Nachbarn anerkannt wird: "Wir wollten nie Sonderrechte, wir wollten nur gleichberechtigt sein", erklärte Jim Darby. Für die Veranstaltung nutzte der Gouverneur den Schreibtisch des früheren Präsidenten Abraham Lincoln, auf dem er seine erste Rede zur Nation verfasst hatte.
Der Gouverneur erklärte, dass in den Vereinigten Staaten noch viel zu tun sei beim Thema Homo-Rechte: "Teil unserer Aufgabe ist es, anderen Staaten in den USA zu helfen, die Ehe zu öffnen. Wir wollen, dass die Freiheit in ganz Amerika Fuß fasst und die Liebe Menschen nicht mehr zu Bürgern zweiter Klasse macht."
Viele der Redner bezogen sich auf Lincoln als Vorreiter für Bürgerrechte. Wie die Abschaffung der Sklaverei sei auch die Abschaffung der Diskriminierung von Schwulen und Lesben im Eherecht unumkehrbar, sagte der Abgeordnete Greg Harris, der das Gesetz formuliert hatte.
Homo-Gegner: Homo-Rechte machen Wetter schlecht
Gegner der Gleichbehandlung von Schwulen und Lesben haben bereits angekündigt, gegen das Gesetz klagen zu wollen. Ihnen werden aber kaum Aussichten auf Erfolg eingeräumt.
Vor wenigen Tagen hat der katholische Bischof Thomas Paprocki zudem einen Exorzismus gegen die Ehe-Öffnung durchgeführt – wohl ohne Erfolg. Er hatte bei einem Gottesdienst auf Lateinisch Satan aufgefordert, den Bundesstaat zu verlassen.
Die radikal-katholische Lobbygruppe "America Needs Fatima" machte das Gesetz sogar für Unwetter im Bundesstaat verantwortlich: "Der riesigen Tornados, die auf Illinois nach der Verabschiedung des Gesetzes niedergegangen sind, haben viele Leute stutzig gemacht", so Robert Ritchie, der Sprecher der 1995 gegründeten Organisation. "Manche sehen darin eine Strafe Gottes, andere eine barmherzige Warnung". Er erklärte nicht, warum auch Tornados in Nachbarstaaten aufsetzten, obwohl diese die Ehe-Öffnung nach wie vor ablehnen. (dk)















Mea culpa?
Nö.
Aber: Unverhofft kommt oft. Und tut gut, wenns der Hoffnung dient.