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"Britney Jean"
Krawalliger Nuttentechno
- 28. November 2013 2 Min.

Britney Jean Spears macht mal auf ganz persönlich (Bild: Sony Music)
Das achte Studioalbum von Britney Spears sollte das persönlichste werden – der austauschbare Autotune-Brei von "Britney Jean" ist jedoch eine mittlere Katastrophe.
Von Michael Thiele
"Du willst einen heißen Körper? Du willst einen Bugatti? Du willst einen Maserati? Dann arbeite gefälligst, du Schlampe! Du willst ein schickes Leben? In einer großen Villa residieren? Partys in Frankreich feiern? Dann arbeite gefälligst, du Schlampe!"
Uff! Diese markigen Zeilen zischte Britney Spears auf ihrer im September erschienenen Single "Work B**ch!". Ihr augenzwinkernder Kommentar zu Kapitalismus und Karriere polarisierte, das Musikvideo mit Brit als Peitschen-schwingender Wüstendomina faszinierte. Vor allem aber machte "Work B**ch!" als starke Vorabsingle neugierig auf ihr achtes Studioalbum, das am Freitag, kurz vor Beginn ihres zweiten Las-Vegas-Engagements, erscheint.
Und Britney verspricht nichts Geringeres als das persönlichste Album ihrer Karriere. Der Titel "Britney Jean", so wird die 31-Jährige von ihrer Familie und ihren Freunden genannt, unterstreicht diesen Anspruch – und erinnert zudem an den Michael-Jackson-Klassiker "Billy Jean". Offensichtlich will Spears nicht nur aus dem Nähkästchen plaudern, sondern nebenbei noch Musikgeschichte schreiben…
Verbrechen gegen den guten Geschmack

Das Album "Britney Jean" entstand im Zeitraum zwischen Mai und Oktober 2013
Mit den zehn Songs der Standard-Version gelingt ihr leider nichts von beidem. "Perfume", Britneys Lieblingssong auf "Britney Jean", ist eine müde Möchtegern-Powerballade. Über das sicherlich gut gemeinte "Chillin' With You", ein Duett mit Schwester Jamie Lynn Spears, hüllt man am besten den Mantel des Schweigens. Der krawallige Nuttentechno im Album-Mittelteil, eingeläutet durch das Autotune-Inferno "It Should Be Easy", hat mittlerweile einen meterlangen Bart, der von Britney zu Katy Perry, Rihanna, Ke$ha, Christina Aguilera, Lady Gaga und Madonna reicht. An diesem sollte man die ganze Bande wegen Verbrechen gegen den guten Geschmack vor den Internationalen Musik-Gerichtshof zerren, wenn es denn einen gäbe.
Die vier zusätzlichen Songs der Deluxe-Version machen es nicht besser. Das vinylige Knistern in "Hold On Tight" – man muss tatsächlich zweimal hinhören, weil es so unglaublich ist! – wirkt auf einem Britney-Album absolut deplatziert. Das debil klimpernde "Now That I Found You" klingt, als würde eine Provinztranse auf MDMA zu "Auld Lang Syne" ausrasten.
Warum "Britney Jean" alles andere als persönlich ist? Weil man private Verse vergebens sucht. Weil hier und da höchstens vage Andeutungen zu Verlustängsten und Unsicherheiten kommen, am deutlichsten noch im soliden Opener "Alien". Weil dieser ganzer Autotune-Brei einfach austauschbar ist. Weil an jedem einzelnen Lied bis zu neun (!) Songwriter mitgearbeitet haben. Kurz: Weil dieses Album eine mittlere Katastrophe ist. Sorry, Britney Jean!
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Alien, Perfume, Body Ache, Passenger und Chllin with you sind ja mal sowas von persönlich und auch in allen anderen Songs kommt persönliches vor.
Sie hat nie gesagt, dass jedes einzelne Lied von vorne bis hinten von ihrem Leben handelt, sondern nur, dass es ihr persönlichstes Album wird und das ist es ja wohl oder welches sollte es sonst sein?
Und zur Musik: klar lässt sich über Easy streiten, aber das ist auch das einzige Lied in dem so krass Autotune verwendet wurde und das war auch Absicht. Ansonsten singt sie ja wohl besser als in den letzten Jahren und hat viele verschiedene Genres bedient, nicht nur Dance
Es ist ein echt absolut gelungenes Album und kommt bei durchweg allen Fans super an und die sind die einzigen denen es gefallen muss!!