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Kommentare zu:
Mit radikalem Humanismus zur Gleichberechtigung


#1 Ferrante
  • 01.12.2013, 01:50h
  • Das war ja mal ein sehr cleverer Redner. Diese ganze "Ursachenforschung", besonders im biologischen Bereich, trägt ja eigtl nur den Zweck der Abstempelung und Kategorisierung. Da werden die Vorurteile der Forscher pseudo-wissenschaftlich unterfüttert und Klischees wie "Schwule haben Frauengehirne" (Titel eines Spiegel-Artikels) als seriös dargestellt. Das hat für mich immer mehr einen unangenehmen Beigeschmack a la Dr Mengele.

    Aber Hirschfeld ist mir ehrlich gesagt auch nicht geheuer. Er selbst propagierte ja das Klischee von der "weiblichen Seele" und sprach von Entartung etc. Wirklich schockiert hat mich, was ich in diesen Blogeinträgen über ihn las (alles anscheinend belegt):

    sex-needs-culture.blogspot.de/2011/12/magnus-hirschfeld-das-
    falsche-idol.html


    sex-needs-culture.blogspot.de/2011/12/magnus-hirschfeld-das-
    falsche-idol_16.html


    Überhaupt ein interessanter, kritischer Blog oft, wobei einem nicht klar wird, wie der/die Autor(in) nun zu gleichgeschlechtlicher Liebe steht (oder sie selbst betreibt).
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#2 warnungAnonym
#3 Ferrante
  • 01.12.2013, 10:41h
  • Antwort auf #2 von warnung
  • Das ist jetzt doch eine etwas billige Schubladisierung. Kreuz.net sah dann doch ganz anders aus. Ich werde aus dem Blog auch nicht ganz schlau, ich habe ja auch kommentiert, aber der Mann/die Frau hat schon sehr gute Gedanken, das neue Matthew-Sheppard-Buch aus dem letzten Eintrag habe ich mir ja auch schon bestellt und finde diese Recherche ja auch sehr spannend oder sogar Augen öffnend.
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#4 goddamn liberalAnonym
  • 01.12.2013, 11:23h
  • Antwort auf #3 von Ferrante
  • Billige Schubladisierung?

    Da heißt es zum Thema eheliche Gleichstellung:

    "Wer aber hindert die zerstörerischen Kräfte, die dabei sind, die Grundfesten unserer Gesellschaft zu untergraben? "

    Da heißt es von der Tochter eines schwulen Vaters:

    "Ich fühlte mich dazu verpflichtet. 2004 sprach ich in Ottawa öffentlich vor dem kanadischen Senatsausschuss für Rechts- und Verfassungsfragen. Ich forderte dort, die sexuelle Orientierung nicht der bestehenden Gesetzgebung über Hassdelikte (hate crime) hinzuzufügen, weil das zu einer Einschränkung der Rede- und Religionsfreiheit führt. "

    Das ist verfassungwidrige homophobe Propaganda. Dass die den Sozi Hirschfeld als schwulen Nazi-Juden diskreditieren wollen, ist klar. Der hat übrigens seine sehr problemantischen eugenischen Überlegungen zu Lebzeiten nie veröffentlicht. Er wusste warum.

    Der Vortrag in der Hirschfeld-Stiftung wiederum ist gut und wichtig. Ein freies Individuum in eine freien Land braucht heute keine biologistische Schützenhilfe mehr, um frei sein Leben zu gestalten.
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#6 gatopardo
  • 01.12.2013, 12:02h
  • Was für ein kluger Mensch und welche Argumente, die man den ewig Gestrigen auf ihren homophoben und rassistischen Konferenzen gehörig um die Ohren hauen sollte.
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#8 IorbiAnonym
  • 01.12.2013, 13:23h
  • Man muss aber sehr genau hinschauen - manche verkleiden sich nur als radikale "Humanisten", um so dann ihre faschistoide Weltanschauung besser verbreiten zu können ("Eliteherrschaft" statt Demokratie, Befürwortung der Euthanasie, Zusammenhang zwischen Hautfarbe und "durchschnittlicher Intelligenz", usw.). Auch manche Antisemiten und Homophobe - weil sie Schwule und Lesben nur instrumentalisieren - sind darunter.
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#9 TheDadProfil
  • 01.12.2013, 13:59hHannover
  • Antwort auf #1 von Ferrante
  • ""wobei einem nicht klar wird, wie der/die Autor(in) nun zu gleichgeschlechtlicher Liebe steht (oder sie selbst betreibt).""..

    Du brauchst dringend psychologische Hilfe !

    Wer selbst von sich behauptet "gleichgeschlechtliche Liebe zu betreiben"
    läuft einer tief verwurzelten Verführungstheorie hinterher !
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#10 Ferrante
  • 01.12.2013, 17:59h
  • Antwort auf #9 von TheDad
  • Du solltest keine Kommentare im Poppersrausch schreiben ;o)...

    Und dieser Hater-Tussi mit dem schwulen "Vater" glaube ich ehrlich gesagt jedes Wort (aus dem Blog), das sie jetzt allgemein gerne Stimmung macht, ist irgendwo nachvollziehbar, wenn auch sehr unreflektiert.

    Aber soll sie es doch machen, andere ziehen gegen die katholische Kirche ins Feld, etc., ich weiß nicht, warum man als homosexueller Mensch immer unter besonderem Schutz stehen soll.

    Und der Blog ist zwiespältig, mal so, mal so, aber nur weil nicht auf jeder Seite steht "Schwule sind so toll", ist er nicht gleich verfassungswidrig, also bitte...

    Ich bin ja selbst gegen die Homo-Ehe, aber diese Hysterie, dann ginge Deutschland endgültig unter, ist natürlich auch ein Schmarrn. Das schafft schon die öffentliche Verblödung durch das Fernsehen ganz alleine ;o)...

    Ach ja, zum Thema öffentliche Verblödung ein Beispiel:

    malelove.wordpress.com/2013/12/01/i-hate-david-garrett/

    Und so sieht ein waschechter Hater-Blog nämlich aus:

    malelove.wordpress.com/2013/12/01/psycho-blog/
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#11 godddamn liberaAnonym
  • 01.12.2013, 18:27h
  • Antwort auf #10 von Ferrante
  • Dass wir nicht alle toll sind, sieht man schon an diesem Forum.

    Wenn aber das BVerfG sagt:

    "Leben eingetragene Lebenspartner mit dem leiblichen oder angenommenen Kind eines Lebenspartners in sozial-familiärer Gemeinschaft, bilden sie mit diesem eine durch Art. 6 Abs. 1 GG geschützte Familie im Sinne des Grundgesetzes."

    dann stellt sie diese Familien unter den Schutz der Verfassung.

    Wenn das besagte Forum sagt, diese schützenswerten Familien seien eine große Gefahr für die Allgemeinheit, dann hat man dort Probleme mit unserer Rechts- und Werteordnung.

    So einfach ist das.

    "ich weiß nicht, warum man als homosexueller Mensch immer unter besonderem Schutz stehen soll. "

    Das ist lustig. Weder in Sachsenhausen noch in Afghanistan ist unsereiner besonders geschützt. Man war und ist vielmehr schutzlos der Vernichtung ausgeliefert.

    Gleichheit und Rechtschutz gegen Hass sind kein BESONDERER Schutz, sondern ein selbstverständlicher Schutz für alle. Also auch für uns.

    So einfach ist das.
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#12 TheDadProfil
  • 01.12.2013, 20:42hHannover
  • Antwort auf #10 von Ferrante
  • Die öffentliche Verblödung hat bei Dir schon voöö durchgeschlagen :

    ""ich weiß nicht, warum man als homosexueller Mensch immer unter besonderem Schutz stehen soll.""..

    Jeder Mensch steht unter dem besonderem Schutz der allgemein erkläreten Menschenrechte, und die Frage lautet, warum dies in so vielen Ländern ganz offensichtlich für LGBT-Menschen nicht gelten soll ?

    ""Ich bin ja selbst gegen die Homo-Ehe, aber diese Hysterie, dann ginge Deutschland endgültig unter, ist natürlich auch ein Schmarrn.""..

    Es gibt keine "Homo-Ehe", sie wird nicht gefordert, und es wird keine geben !

    Es gibt eine Ehe..
    Und wieso soll es diese Ehe nur für Menschen unterschiedlichen Geschlechtes geben ?

    Wer hat denn diese Kriterien aufgestellt ?
    In der Menschenrechtserklärung UND in unserer Verfassung steht davon nichts !
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#13 Ferrante
  • 02.12.2013, 07:13h
  • Antwort auf #12 von TheDad
  • TheDad mal wieder knallhart an der Realität vorbei, es ist immer wieder amüsant.

    Überhaupt, warum man die Rolle des ewig nörgelnden, larmoyanten Sonderlings einnehmen soll, nur weil man(n) auf das eigene Geschlecht steht, erschließt sich mir nicht mehr.

    Es gibt abertausende Ungerechtigkeiten, Hassverbrechen, Verfolgungen etc in allen möglichen Ländern. Aber ihr seht immer nur das eine. Das meinte ich mit "Sonderstellung".
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#14 goddamn liberalAnonym
  • 02.12.2013, 09:08h
  • Antwort auf #13 von Ferrante
  • Erst wenn Du nicht auf alle möglichen Leute in allen möglichen Ländern, sondern auch DICH und Deinesgleichen blickst, kannst Du DEINE und unsere Situation realistisch einschätzen.

    Und sehen, dass Du und wir entrechtet werden. Das ist eine bittere und unbequeme Errkenntnis, die aber weiterhelfen kann.
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#15 Monster_BabyEhemaliges Profil
  • 02.12.2013, 10:36h
  • Ein sehr interessanter Bericht über Jeffrey Weeks. Die leise Kritik an Magnus Hirschfeld kann ich nachvollziehen aber dennoch war Hirschfeld der erste, der Homo- und Transexualität aus der kriminellen Schmuddelecke geholt hat und sie sachlich wissenschaftlich beschrieben hat. Aus heutiger Sicht mag es sehr medizinisch-biologistisch wirken aber vor 100 Jahren war es revolutionär. Heute sind eher soziale und gesellschaftliche Aspekte der LGBT*-Bewegung relevant. Die Diskriminierungen kommen heute mehr oder weniger subtil daher aber es gibt sie. Allerdings besteht die Gefahr, dass durch einen gesellschaftlichen Rollback homophobe Tendenzen wieder gesellschaftsfähig werden, auch wenn das viele nicht erkennen oder wahrhaben wollen. Deswegen hat das von Robert beschriebene Fazit der Lesung von Weeks eine besondere Bedeutung: "Menschenrechte sind kein Naturrecht, sie stehen auch nicht in Felsen gehauen, sondern müssen erkämpft und verteidigt werden". Und das immer wieder neu...
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#16 sperlingAnonym
  • 02.12.2013, 11:45h
  • Antwort auf #15 von Monster_Baby
  • schon ein paar jahrzehnte vor hirschfeld hat karl heinrich ulrichs die entkriminialisierung von, wie er es benannte, "urningen" gefordert und eine zumindest ansatzweise wissenschaftliche erklärung der homosexualität geliefert.

    dass ulrichs in seiner zeit weniger ausrichten konnte als hirschfeld es in der seinigen konnte, das liegt wohl am wechselnden zeitgeist.

    manchmal frage ich mich aber, weshalb die heutige lgbti*-szene ulrichs die pionierskrone verweigert und sie stattdessen hirschfeld zuspricht. objektiv spricht vieles dafür, dass sie ulrichs gebührt. weshalb bleiben seine leistungen bis heute so unbekannt?

    hat es damit zu tun, dass hirschfelds konzept eher der assimilatorischen tendenz der heutigen politischen szene entspricht als ulrichs konzept, dass die grundlegende verschiedenheit betonte? spielt bei der abwehr von ulrichs konzept der "weiblichen seele im männlichen körper" - neben der kritik an dieser vereinfachten sichtweise - auch verinnerlichte heteronormativität eine rolle?

    für denkanstöße der mitlesenden expert_innen wäre ich dankbar.
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#18 Monster_BabyEhemaliges Profil
  • 02.12.2013, 16:01h
  • Antwort auf #16 von sperling
  • hallo sperling, vielen Dank für den Hinweis auf Karl Heinrich Ulrichs. Ich muß gestehen, dass ich diesen bemerkenswerten Mann bislang nicht kannte. Vielleicht bekommt Ulrichs von der LGBT*-Szene die - wie du es nennst - Pionierskrone nicht, weil er vielen unbekannt ist und sein Lebenswerk in Vergessenheit geraten ist.
    gruß MB.
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#19 sperlingAnonym
#20 TheDadProfil
  • 03.12.2013, 00:20hHannover
  • Antwort auf #13 von Ferrante
  • Die "Sonderstellung" entsteht erst durch Leute wie Dich, die sich mit Brotkrumen in den Wald locken lassen, und wie einst Hänsel&Gretel glauben sie würden wieder aus ihm hinaus finden..

    Wie könnte ich ohne diese "Sonderstellung" die Stelle des "Sonderlinges" einnehmen, die Dich offenbar nur amüsiert ?

    Auf die vielen Ungerechtigkeiten der Welt mußt Du nicht verweisen, und schon gar nicht als ablenkendes Manöver mit der Qualität eines Todschlagargumentes nach dem Motto ´sei zufrieden mit deiner situation, in anderen ländern erginge es dir viel schlechter´..

    Ich kämpfe nicht an den Fronten anderer Länder !
    Dafür hat es andere Menschen die in diesem Kampf Spezialisten sind..

    Deine Argumente sind so abgelutscht wie ein Eisstiel an dem nichts mehr ist, und deshalb lenkst Du nun ab..
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#21 David77Anonym
  • 03.12.2013, 05:25h
  • Antwort auf #13 von Ferrante

  • Du nörgelst doch selber rum, dass du nicht schwul seist...
    Ja, das frag ich mich bei den gegnern auch. Es gibt soviel schlimmes... Aber wenn 2 männer sich lieben - ui, davon geht die welt unter, es könnte ja die eigene sonderstellung gefährden.

    Die sonderstellung schreiben andere zu, indem man menschen kategorisiert - nach x-beliebigen kriterien - und in schubladen steckt.
    Das diese sich dagegen wehren oder ein bewusstsein dafür entwickeln ist SELBSTVERSTÄNDLICH.
    Jeder kann irgendwie zu ner minderheit gehörden.
    Wenn man menschen nach augenfarben unterteilte und nun, bewusst oder nicht, zb. Grünäugige schlechter behandelte, man schriebe diesen eine sonderrolle zu und diese schlössen sich irgendwann dagegen zusammen. Könnte man es ihnen verübeln?
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#22 Ferrante
  • 04.12.2013, 09:46h
  • TheDad wird ja jetzt richtig (unverständlich) poetisch ;o)... Gedankenspielereien zu "Sonderstellung" etc bringen mich nicht weiter, ich fühle mich auch in meinem Leben nicht entrechtet gerade. Das ist doch ein etwas krasser Ausdruck.
    Ulrichs sprach von einer "weiblichen Seele"? Nicht Hirschfeld? Dachte, der wäre cleverer gewesen...
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