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Gegen Homo-"Propaganda"-Gesetz
Elton John widmet Auftritt in Russland einem ermordeten Schwulen
- 06. Dezember 2013 2 Min.

Elton John bei einem früheren Auftritt
Der britische Popstar Elton John hat am Freitag einen Auftritt in Moskau genutzt, um sich während des Konzerts gegen die homophobe russische Gesetzgebung auszusprechen. Er sei immer mit offenen Armen in Russland empfangen worden, so der 66-Jährige zu Beginn seiner Ansprache, die auf einem großen Monitor auf Russisch übersetzt wurde.
Ich bin sehr traurig und schockiert über die jetzige Gesetzgebung, die sich gegen LGBT-Community hier in Russland wendet. Meiner Meinung nach ist das unmenschlich und isolierend. Einige Leute haben gefordert, dass ich wegen dieser Gesetzgebung nicht nach Russland kommen dürfe. Aber viele Leute mehr haben mich gebeten, hierhin zu kommen. Und ich habe auf sie gehört: Ich komme hier gerne hin.
Ich möchte ihnen und der Welt zeigen, dass ich mich kümmere und nicht an das Isolieren von Menschen glaube. Musik ist etwas Machtvolles: Sie bringt Leute zusammen, egal, welches Alter, welche Rasse, welche Sexualität oder Religion sie haben. Sie diskriminiert nicht. Schaut heute Abend um euch herum: Ihr seht Mann, Frau, jung, alt, gay und hetero. Tausende glücklicher Russen, die die Musik genießen.
Wir sind alle hier in Harmonie, Harmonie macht eine glückliche Familie aus – und eine starke Gesellschaft. Der Geist, den wir heute teilen, errichtet eine Zukunft aus Gleichberechtigung, Liebe und Mitgefühl. Für meine Kinder – und für eure. Bitte lasst das nicht hinter euch, bitte behaltet diesen Geist in eurem Leben und eurem Herzen lebendig. Ich wünsche euch Liebe und Frieden und Gesundheit und Glück.
Dann widmete er die Show Wladislaw Tornowoi. Der 23-Jährige war im Mai in Wolgograd wegen seiner Homosexualität von zwei jungen Männern gefoltert und getötet worden (queer.de berichtete).
Am Samstag tritt John noch in Kasan auf. Zuvor hatten mehrere Gruppen versucht, ein Verbot des Konzertes durchzusetzen (queer.de berichtete). Im letzten Jahr hatten bereits Lady Gaga und Madonna Auftritte in Russland genutzt, um sich für LGBT-Rechte auszusprechen. (nb)















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