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Katholische Kirche
Homophober Hirtenbrief zum Tag der Menschenrechte
- 09. Dezember 2013 2 Min.

Bischof Vitus Huonder glaubt, dass Kindern schon in der Schule Homosexualität beigebracht werden soll. (Bild: Bistum Chur)
Wenn Homosexuelle gleichgestellt werden, zerstören sie Ehe und Familie und verursachen "psychische Störungen" bei Kindern, glaubt der katholische Bischof von Chur.
Der schweizerische Bischof Vitus Huonder wird sich anlässlich des Tages der Menschenrechte am Dienstag mit einem Hirtenbrief an seine Untergebenen wenden, um sie vor dem "Genderismus" zu warnen. Diese "totalitäre Ideologie" wolle erreichen, dass Homo- und Transsexuelle rechtlich gleichgestellt werden, so der Bischof. Der Brief richtet sich an rund 100 Priester, Diakone, Pastoralassistenten und Religionspädagogen in Huonders Bistum Chur.
Diese gegen Christen gerichtete Lehre werde gesellschaftlich durchgesetzt, indem "das vermeintliche Recht gleichgeschlechtlicher Paare, zu heiraten und Kinder zu adoptieren", betont werde. Außerdem geschehe dies durch die "(Homo-)Sexualisierung der Kinder in Kindergarten und Schule".
Das habe katastrophale Auswirkungen auf die Gesellschaft: So sei die rechtliche Gleichberechtigung von Homo- und Heterosexuellen "ein Angriff auf Ehe und Familie" und führe dazu, dass dem Menschen "die moralische Orientierung für den rechten Gebrauch seiner Freiheit genommen" werde. Das führe wiederum dazu, dass die "Mutterschaft" von der Gesellschaft nicht mehr geachtet und der Mann generell als "Täter" stigmatisiert werde. Außerdem würden sich durch die Gleichbehandlung "psychische Störungen" bei Kindern und Jugendlichen einstellen.
Huonder sieht den Homosexuellen als Kinderverderber
Besonders betroffen seien Kinder in Regenbogenfamilien. Die "Auslieferung" von Minderjährigen an Homo-Paare "beraubt sie der Grundlage einer gesunden psychischen Entwicklung", so der katholische Würdenträger. Außerdem zerstöre Sexualaufklärung das "Feingefühl" der Schüler.
Huonder ist seit 2007 Bischof von Chur und gilt als sehr konservativ. Er hat bereits in der Vergangenheit wiederholt Homosexuelle als Hauptfeinde der Katholische Kirche ausgemacht. 2011 sprach er Christen außerdem ein "Widerstandsrecht" gegen den Staat zu, wenn dieser in Schulen versuche, Kinder aufzuklären oder über HIV-Prävention zu informieren (queer.de berichtete).
In der schweizerischen Politik stießen die Äußerungen des Bischofs parteiübergreifend auf Kritik. So erklärte Nationalrätin Kathy Riklin von der konservativen Christlichdemokratischen Volkspartei (CVP), sie sei enttäuscht, dass Huonder den Tag der Menschenrechte für seinen Kreuzzug nutze und alle verurteile, "die nicht ins traditionelle Schema passen. Dies ganz im Gegensatz zu Papst Franziskus, der Barmherzigkeit verlangt und gegen Einmischung ins persönliche Leben ist".
Die schweizerische Regierung hatte unter Ferderführung der CVP allerdings erst im Oktober angekündigt, Homo-Rechte einschränken zu wollen: So empfiehlt sie ein "Ja" bei einem Volksentscheid, der ein Ehe-Verbot für Schwule und Lesben in der Verfassung verankern soll (queer.de berichtete). (dk)
Links zum Thema:
» Hirtenbrief (veröffentlicht von der "Sonntagszeitung", PDF)














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